Gold als Krisenschutz wieder im Fokus

Es bleibt spannend mit dem Goldpreis: Bei kaum einer anderen Anlageform scheinen sich die Bären und die Bullen so häufig die Klinke in die Hand zu drücken wie beim gelb glänzenden Edelmetall.

Gold so volatil wie kaum eine andere Anlageform

Nach den Höchstständen kurz nach der Finanzkrise und der anschließenden jahrelangen Talfahrt ging es für den Goldpreis Anfang 2016 schlagartig aufwärts.

Die Aktienmärkte gerieten währenddessen unter Druck – allerdings nur für einige Monate. Im Sommer setzte beim Goldpreis die Stagnation ein, und spätestens seit dem Wahlsieg Donald Trumps zum US-Präsidenten im November 2016 ist die Volatilität zurück.

Seither gibt es gute Gründe sowohl für einen steigenden wie auch für einen fallenden Goldpreis. Kurzfristig scheint beides möglich, mittelfristig erst einmal keines von beidem, und wohin die Reise langfristig geht, ist völlig ungewiss.

Gründe für steigenden Goldpreis

Für einen steigenden Goldpreis sprechen v. a. die geopolitischen Risiken:

  • Terror-Anschläge häufen sich, auch in westlichen Metropolen wird die Taktzahl immer enger.
  • Der Krieg in Syrien belastet die Weltgemeinschaft.
  • Der Konflikt um Nordkorea spitzt sich dramatisch zu – und Donald Trump gilt nicht unbedingt als feinsinnig und zurückhaltend in dieser Frage.

Auch geldpolitische Argumente werden oftmals herangezogen, um eine höhere Goldnachfrage zu begründen.

Nach der expansiven Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Märkte mit jeder Menge Liquidität geflutet – ohne Gegenwert.

Das eigentliche Ziel der schier unbegrenzten Gelddruckerei war es, die Inflation anzukurbeln. Das hat nur mäßig geklappt, das meiste Geld ist an den Aktienmärkten versickert – nachhaltige Stabilität? Fehlanzeige!

Stattdessen wurde das Misstrauen in die Papier-Währungen geschürt, eine gefährliche Entwicklung – und ein klares Kaufargument für Gold-Investments.

Immerhin haben die Münzen und Barren schon Jahrtausende der Menschheits-Geschichte ohne Totalverlust überstanden und etliche Währungs-Ideen überlebt.

Gründe für fallenden Goldpreis

Doch es gibt auch gute Gründe dafür, einen Bogen um Gold zu machen und auf andere Anlageformen zu setzen: Gold wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. In Zeiten steigender Zinsen werden also Anleihen attraktiver.

Zudem gibt es etliche Dividenden-Perlen an der Börse, die zuverlässige Ausschüttungen versprechen. Gold hingegen verursacht Kosten; nicht nur in der Beschaffung, sondern auch in Sachen Aufbewahrung und Versicherung.

Zudem ist der Goldpreis von so vielen Faktoren abhängig, dass er sich weitaus weniger gut vorhersagen lässt als die Entwicklung manch einer etablierten Aktie.

Ausblick

Die Kursschwankungen jedenfalls werden Goldfans wohl auch noch in den kommenden Monaten in Kauf nehmen müssen, soviel scheint sicher.

Solange es nicht zu einer handfesten Eskalation geopolitischer oder wirtschaftlicher Krisen kommt, dürften sich die Pro- und Contra-Argumente in etwa die Waage halten – und steigende wie sinkende Notierungen sich abwechseln.

19. Juli 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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