Goldminen: Darum sind Produktions-Kosten auch für Anleger so wichtig

Ende August 2017 habe ich eine Studie erhalten, die sehr viele spannende Fakten gerade über die großen Goldminen-Aktien bereithält.

Die Ergebnisse dieser Studie werden Ihnen eines zeigen: Die Ertragskraft der großen Goldminen ist doch sehr unterschiedlich verteilt.

Der Schlüssel zum Erfolg sind die Kosten der Produktion:

Je niedriger die tatsächlichen kompletten Produktions-Kosten ausfallen, desto höher ist die Marge des Konzerns.

Und hier haben viele Goldminen-Firmen in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht.

Maßstab „All In Sustaining Costs“ sorgt für mehr Transparenz

Wir Aktionäre haben auch deutliche Verbesserungen erlebt. Das bezieht sich vor allen Dingen auf die Transparenz bei den Produktions-Kosten.

Lange Zeit wurden nur die reinen Produktions-Kosten veröffentlicht.

Doch im Laufe der Jahre hat das World Gold Council, kurz: WGC, einen Maßstab festgelegt, der die großen Minen-Konzerne besser vergleichbar macht.

In den „All In Sustaining Costs“, also den Gesamtkosten der Produktion, sind auch jene Faktoren erhalten, die vom Konzern aufzuwenden sind, um das Produktions-Niveau zu erhalten.

Kosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken…

Genau diese Kosten geben schon ein sehr viel besseres Bild von der realen Situation der Unternehmen wieder.

Für Investoren ist das auch ein 1. guter Hinweis darauf, wie die verschiedenen Firmen tatsächlich aufgestellt sind.

Dabei fällt der positive Trend auf, den die Produktions-Kosten in den vergangenen Jahren genommen haben:

So lagen die Gesamtkosten noch 2012 bei allen großen Minenwerten über 1.000 Dollar pro Unze.

Das sicherte auch damals ordentliche Margen, denn der Goldpreis lag mit einem Durchschnitts-Preis von 1.670 Dollar pro Unze deutlich höher als heute.

Aber wie wir alle wissen, ist der Goldpreis in den Jahren danach stark gesunken, und damit sind auch die Herausforderungen für die Produzenten größer geworden.

Im Geschäftsjahr 2015 erreichten schon 5 der 8 für diese Studie untersuchten Betriebe Gesamtkosten der Produktion von deutlich unter 1.000 Dollar pro Unze.

Das sind erst einmal positive Fakten, die auch für das Management sprechen, welches in schwierigen Zeiten in der Lage war die Kosten zu senken.

…oder doch nicht?

Allerdings hat auch diese Medaille 2 Seiten.

Das liegt v. a. auch daran, dass die Einrichtung verschiedener Kostenpunkte von den Unternehmern unterschiedlich gehandhabt wird.

So veröffentlichen zwar alle maßgeblichen Goldproduzenten die Gesamtkosten nach dem Standard des World Gold Council.

Die Analysten der Scotiabank haben inzwischen aber klare Abweichungen von den veröffentlichten Werten festgestellt.

Wie Sie sich denken können, sind die Gesamtkosten im Endeffekt natürlich höher ausgefallen als von den Unternehmen in den offiziellen Bilanzen publiziert.

Daher ist es wirklich sehr spannend zu schauen, bei welchen Firmen die Abweichungen besonders groß ausgefallen sind.

5. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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