Goldproduktion: Von nun an geht’s bergab

In einem vorangegangenen Beitrag ging es an dieser Stelle um die Entwicklung der Produktion bei den Goldminen.

Wie Sie gesehen haben, hat sich die Produktionsmenge in vergangenen Jahren noch einmal deutlich gesteigert; zuletzt lag sie bei über 100 Mio. Unzen pro Jahr.

Darum erlebten wir in den letzten Jahren einen Produktions-Anstieg bei Gold

Ein wichtiger Grund für den deutlichen Anstieg der Produktion waren die höheren Goldpreise.

Die haben erst die Ausweitung der Minen-Aktivitäten möglich gemacht.

Tatsächlich haben die seit der Jahrtausendwende stetig steigenden Preise diesen Sektor komplett verändert.

Dabei ist der Trend stets der gleiche: Wenn die Preise steigen, dann steigen auch die Ausgaben bei der Exploration neuer Vorkommen.

Das ist eine logische Konsequenz, denn es lohnt sich einfach wieder neue Vorkommen zu entwickeln und tatsächlich auch in Produktion zu bringen.

Wie massiv hier die Entwicklung war, zeigt ein Blick zurück auf die Jahre 2002 – 2017 (Auch die Zahlen stammen wieder vom World Gold Council.):

So lag beispielsweise im Jahr 2002 bei dem niedrigen Goldpreis im Bereich um 300 USD das globale Budget für Explorations-Ausgaben bei nur 80 Mio. USD.

Ausgehend von diesem Tiefpunkt legte das Explorations-Volumen bis zum Jahre 2012 auf 10 Mrd. USD zu.

Explorations-Ausgaben zuletzt massiv eingebrochen – Produktion legt aber noch zu

Das deckt sich auch sehr gut mit der Preis-Entwicklung, denn im Herbst 2011 erreichte der Goldpreis sein bisheriges Rekordhoch in US-Dollar von rund 1.900 USD pro Feinunze.

Seitdem hat nicht nur der Goldpreis deutlich korrigiert.

Seitdem sind auch die Explorations-Ausgaben massiv eingebrochen; und zwar um rund 65% auf nur noch rund 3 Mrd. USD im Jahr 2016.

Doch hier weist das WGC auf einen wichtigen Faktor hin:

Während die Explorations-Ausgaben sehr schnell auf die Goldpreis-Entwicklung reagieren, dauert es einige Jahre, bis tatsächlich auch das Minen-Angebot darauf reagiert.

Das ist auch logisch, denn viele Produzenten setzen natürlich auch bei einem schwächeren Preis-Umfeld erst einmal die Entwicklung einer Mine fort.

Es nützt ja wenig den Aufbau einer Mine zu beginnen und dann mittendrin zu stoppen, denn so wird das Vorkommen überhaupt keine Erträge liefern.

Daher ist es auch leicht zu erklären, dass das Minen-Angebot in den vergangenen Jahren, trotz der stark gesunkenen Explorations-Ausgaben, weiter angestiegen ist.

So erreichte die Minen-Produktion 2016 einen Wert von immerhin 103 Mio. Unzen Gold.

WGC-Ausblick

Das WGC schaut aber auch in die Zukunft und erwartet auf Sicht der kommenden Jahre einen deutlichen Rückgang des Minen-Angebots.

Gründe dafür sind der Abwärtstrend bei den Preisen, die Reduzierung bei den Explorations-Ausgaben und eben auch ein Rückgang bei den Entwicklungs-Projekten.

Dabei wird der Rückgang wohl nur gering ausfallen. Nach Angaben des WGC sank die globale Minen-Produktion in der letzten Abwärts-Phase im Bereich von 1% pro Jahr.

Eine ähnliche Entwicklung erwarten die Experten auch dieses Mal wieder.

Sie sehen hier ganz klar, welchen Einfluss der Preis mittel- bis langfristig auf die Entwicklung der Preise bei den Edelmetallen hat.

21. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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