Grüne Exporte aus Deutschland: So profitieren Anleger

Die grüne Exportwelle aus Deutschland rollt. Anleger können mit dabei sein, wenn sie auf die richtigen Werte setzen. (Foto: wallix / Shutterstock.com)

Deutschland gilt noch immer als Vorreiter was die Energiewende betrifft. Diesen Vorteil wollen Firmen nutzen, um mit grünen Exporten aus Deutschland stark im Ausland zu wachsen.

Das Potenzial für grüne Exporte aus Deutschland ist riesig. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass bis 2030 mehr als 25 % des weltweiten Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden können. Schon im Jahr 2025 erwarten Marktforscher für grüne Technologien ein weltweites Umsatzvolumen von 4,4 Billionen €.

Nicht nur BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sieht daher große Chancen für deutsche Firmen, auch große Industriekonzerne wie zum Beispiel Siemens haben das Potenzial für grüne Technologien „Made in Germany“ längst erkannt und gehen auf dem Weltmarkt in die Offensive.

Windkraft: Siemens sieht sich auf den Sprung zur Nummer 1

Der deutsche Industriekonzern Siemens hat erst jüngst seinen Ausblick für das Jahr 2017 erhöht. Grund war neben dem Zukunftsturbo Industrie 4.0 auch ein starkes Geschäft bei den erneuerbaren Energien – der Gewinn in dieser Geschäftssparte hatte sich zuletzt mehr als verdoppelt.

Durch die Übernahme der spanischen Gamesa sieht sich Siemens auf den Sprung zur Weltspitze bei Windkraftanlagen. Hält der positive Trend im Geschäft mit grünen Energien an, könnten Siemens und Gamesa in 2017 mehr als 9,3 Mrd. € umsetzen und auf eine installierte Windleistung von mehr als 8 Gigawatt kommen.

Damit würde Siemens die beiden bisherigen Branchenführer Goldwind (China) und Vestas Wind (Dänemark) überholen. Bei den Siemens-Anlegern kommt die Offensive gut an, legte der Siemens-Aktienkurs in den letzten 12 Monaten bereits um mehr als 45 % zu.

Nordex steigert Marktanteile in Deutschland – Blick ins Ausland

Für die Aktionäre des Hamburger Windturbinen-Herstellers Nordex war die Entwicklung in den letzten Monaten nicht ganz so positiv. In den letzten 12 Monaten sank der Aktienkurs um 15 %.

Dennoch sieht sich auch Nordex weiter gut aufgestellt. Im Vorjahr hatten die Hamburger ihren Marktanteil in Deutschland mit 276 installierten Windturbinen auf rund 15 % ausbauen können. In 2017 dürfte das Wachstum in Deutschland weiter gehen, dank der Auftragsflut in 2016.

Doch nicht nur in Deutschland will Nordex weiter wachsen, auch Exportgeschäfte nach Ägypten, Marokko, Iran, Frankreich, Türkei und Südafrika sollen Nordex helfen, seine Ziele in den nächsten Jahren zu erreichen.

SMA Technology erwartet ein schwieriges Jahr 2017

Eine Achterbahnfahrt haben die Aktionäre des weltweit führenden Wechselrichter-Herstellers SMA Technology hinter sich. Während sich der SMA-Aktienkurs in 2015 verdoppelte, halbierte sich der Kurs in 2016 wieder.

Der Grund waren Überkapazitäten im Solarmarkt, welche die Preise für Solarmodule und PV-Wechselrichter um teilweise mehr als 20 % einbrechen haben lassen. SMA Solar hat die Krise in der Solarindustrie erstaunlich gut verkraftet. Trotz stagnierender Umsätze kletterte der Vorsteuergewinn um mehr als 90 % auf 65 Mio. €. Für 2017 erwartet SMA allerdings einen Umsatz- und Gewinnrückgang, erst im Jahr 2018 soll sich die Ertragslage wieder verbessern.

Verbio hofft auf den Siegeszug von Biomethan

Der Biosprithersteller Verbio Vereinigte BioEnergie AG hat seinen Aktionären jüngst eine Dividendenerhöhung von 50 % (0,15 € je Aktie) spendiert. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen von der hohen Auslastung seiner Werke profitiert und blickt nach vorne.

In 2017 sollen gleich mehrere Standorte erweitert werden. In Deutschland soll eine weitere Produktionsanlage entstehen, auch in Indien ist eine neue Anlage geplant. Großes Wachstumspotenzial sieht Verbio-Chef Claus Sauter beim Thema Biomethan, das insbesondere als Kraftstoff bei der Mobilität künftig eine größere Rolle spielen soll.

CropEnergies profitiert von steigenden Ethanolpreisen

Auch für die Aktien des größten europäischen Bioethanolherstellers CropEnergies ging es in den letzten Monaten zur Freude der Anleger kräftig nach oben. Allein in den letzten 3 Monaten stieg der Aktienkurs um rund 50 %. Dabei profitierte CropEnergies zuletzt von steigenden Ethanolpreisen. Seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten ist der Ethanolpreis um rund 30 % gestiegen, was auch der Südzucker-Tochter zu Gute kam.

Wachsen will CropEnergies künftig verstärkt im Ausland. Neben neuen Produktionsstandorten in Belgien und Frankreich, sorgte die Wiederinbetriebnahme einer Anlage in Wilton/Großbritannien für positive Stimmung. Diese könnte auch kurzfristig weiter anhalten, denn bis 2020 soll die globale Biokraftstoff-Produktion auf 197 Milliarden Liter steigen (Quelle: EUWID).

Fazit: Für grüne Exporte aus Deutschland ergeben sich auch in den kommenden Jahren noch gute Chancen, wollen immer mehr Großstädte die Luftqualität in Ballungsräumen verbessern (Stichwort: Smog). Anleger können von diesem Zukunftstrend profitieren, wenn sie frühzeitig auf die richtigen Werte setze.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt