Grundlagen: Was ist ein Aktienchart?

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Was ein Aktienchart ist, erklärt sich mit seiner Einordnung in die technische Analyse. Charts zeigen die Entwicklung in verschiedenen Formen. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Es mag trivial anmuten, da schon in den Fernsehnachrichten etwa der Kursverlauf des Dax grafisch gezeigt wird, doch es gehört zu den Grundlagen der Börse, sich mit der Frage zu beschäftigen: Was ist ein Aktienchart? Um es vorwegzunehmen, es gibt nicht nur den einen Chart. Je nach Schwerpunkt der Betrachtung bieten sich verschiedene Darstellungsvarianten. Charts lassen sich auf die Kurse von verschiedensten Wertpapieren und auch ganze Indizes anwenden.

Was ist ein Aktienchart – eine Definition

Was ein Aktienchart wert ist, ergibt sich mit Blick auf Zeiten, in denen die Kursänderungen von Wertpapieren vorwiegend anhand einer Reihe von Kennziffern dargestellt wurden. Als Privatanleger musste man die Performance einzelner Titel mühsam über die Aneinanderreihung abgedruckter Schlusskurse nachvollziehen.

Anders mithilfe eines Charts. Der Verlauf verschiedener Werte über bestimmte Zeiträume hinweg lässt sich übersichtlich vergleichen – gleich ob man Aktien von Adidas, Allianz, Baiersdorf oder Henkel im Auge hat. Grundsätzlich ließe sich die Frage, was ein Aktienchart ist, etwa mit folgender Definition beantworten: Ein Diagramm, das den Kursverlauf von Aktien über bestimmte Zeiträume darstellt. Letztere sind im Prinzip frei wählbar, und zwar von Intraday, also auf Tagesbasis, bis hin zu mehreren Jahren. Üblicherweise wird auf der X-Achse der Zeitverlauf und auf der Y-Achse der Kurs dargestellt.

Über die Chartanalyse kann man Regelmäßigkeiten in der Historie der Kursverläufe entdecken. So kann das langfristige Auf und Ab von Aktien konjunkturabhängiger Unternehmen Indiz für die weitere Entwicklung sein. Die folgenden Darstellungen beziehen sich der Einfachheit halber auf den gesamten Dax, und zwar über drei Monate hinweg.

Linien-Chart als Klassiker

Der typische Kurvenverlauf findet sich in der geläufigen Form als Linienchart. Hier werden für den jeweils gewünschten Zeitraum die Kurse, in der Regel die Schlusskurse, mit einer Linie verbunden. Ideal und übersichtlich ist diese Darstellungsvariante gerade zur Betrachtung längerer Zeiträume.

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Balken-Chart zeigt mehr

Verbreitet ist die Variante des Balkencharts. Diesem Bar-Chart lassen sich mehr Informationen als beim Linienchart entnehmen. Der Vorteil: Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurse sind erkennbar. Der kleine Balken links steht für den Eröffnungskurs und der auf der rechten Seite für den Schlusskurs. Auf die Art wird zusätzlich die Schwankungsbreite des Kurses angezeigt.

Kerzen-Chart mit wertvollen Details

Noch übersichtlicher sind die Informationen beim Kerzen-Chart, auch als Candlestick-Chart geläufig. Da sie optisch anschaulicher ist, verdrängt diese Chartform zunehmend die Balkencharts. Anhand der Farbe der Kerzen lässt sich der Erfolg eines Handelstags erkennen. Die Farben weiß oder grün stehen für eine bullische Entwicklung, bei der der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs lag. Schwarze bzw. rote Kerzen weisen umgekehrt auf einen Verlauf hin. Jede Kerze bezieht sich auf einen einzelnen Handelstag.

Abgesehen von diesen am meisten geläufigen Formen gibt es noch weitere Möglichkeiten einer detaillierten Chartanalyse. Sie ist als Teil der technischen Analyse eine Ergänzung zur Fundamentalanalyse, bei der wichtige Kennzahlen von Unternehmen bzw. deren Aktien ausgewertet werden und zur Einschätzung der künftigen Entwicklung dienen. Dabei gilt: Werte aus der Vergangenheit sind stets ein Indiz, aber keine Garantie für die Zukunft. Gleichwohl haben sich Aktien im Schnitt langfristig besser entwickelt als die meisten anderen Wertpapiere.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.