G20-Gipfel 2017 Hamburg: Globale Diplomatie, keine klaren Ergebnisse

G20-Gipfel 2017 in Hamburg: Kaum einer hat bei einem Zusammentreffen von Staats- und Regierungs-Chefs in Deutschland wohl jemals eine solche […]

G20-Gipfel 2017 in Hamburg:

Kaum einer hat bei einem Zusammentreffen von Staats- und Regierungs-Chefs in Deutschland wohl jemals eine solche blinde Zerstörungswut gesehen.

Ein linker Mob aus Extremisten – man könnte auch sagen: Terroristen – durchzog verschiedene Stadtteile der Hansestadt mit Schneisen der Verwüstung:

  • Abgefackelte Autos,
  • brennende Barrikaden,
  • verwüstete Anwesen,
  • geplünderte Geschäfte,
  • 500 verletzte Polizeibeamte.

Anwohner waren traumatisiert, die Polizei überfordert und Politiker hilflos angesichts dieser Anarchie.

Die Staats- und Regierungs-Chefs suchten nach Lösungen in einer entfesselten Welt

Die Staats- und Regierungs-Chefs wollten auf dem G20-Gipfel Lösungen für die globalen Probleme erarbeiten, und zwar hinsichtlich:

  • der herrschenden Kriege überall auf der Welt,
  • der Überwindung von Armut,
  • des Kampfs gegen Ausbeutung,
  • derUnterdrückung
  • und der Natur-Zerstörung.

Ebenso sollte erörtert werden, wie der Rassismus, die Frauenfeindlichkeit und die Homophobie effektiv bekämpft werden können, usw.

Die scheinheiligen Mächtigen

Tatsächlich kann man den Gipfel-Gegnern in einem Punkt sogar zustimmen:

Die Mächtigen, die so krampfhaft nach Antworten auf all diese Fragen suchten und weiterhin suchen, haben diese Probleme zumeist selbst (mit-)verursacht.

Damit gemeint sind die Wirtschafts- und Flüchtlings-Krisen, der Hunger in der Welt, der Klimawandel, der Terrorismus und die Kriege.

So wurden die Grenzen zwischen den Demonstranten und den politischen Akteuren zumindest in dieser Hinsicht fließend.

Allerdings dürfen Sie eines nicht vergessen:

(Friedliche) Protestgruppen wie Attac, Greenpeace und Konsorten agieren längst selbst wie multinationale Konzerne; mit attraktiven Renditen.

Nur globale Diplomatie und keine klaren Ergebnisse

Die Staats- und Regierungs-Chefs diskutierten v. a. auch die aktuellen Krisen – informell und im Rahmen der globalen Diplomatie, versteht sich.

Längst kritisieren Fachleute den aufgeblähten Apparat solcher Gipfel, die keine klare Agenda und Ergebnisse hätten.

Die G20 sei ein „großer Zirkus, die vereinzelt gute Ideen, aber auch viel heiße Luft produziere“, heißt es da beispielsweise.

Insbesondere in wirtschafts- und finanzpolitischen Dingen sei die Gruppierung wenig konstruktiv.

In der Tat: Vor allen Dingen in Sachen Finanzmarkt-Regulierung gäbe es noch viel zu tun.

Keine verbindlichen Erklärungen auf dem Gipfel?

Man muss die Meinungen und Kritiken dieser Experten aber nicht unbedingt teilen. Schauen Sie:

Bei der G20 kommen die 20 stärksten Volkswirtschaften aller Kontinente zusammen, die etwa 2/3 der Weltbevölkerung repräsentieren.

Zudem vereinen diese nicht nur 4/5 der weltweiten Wirtschaftskraft, sondern auch 3/4 des Welthandels.

Und diese Gruppe soll nur unverbindliche Erklärungen abgeben können? Offiziell gibt es zwar keine Umsetzungs-Protokolle, aber…:

Die offiziellen Ergebnisse des G20-Gipfels 2017 in Hamburg

In der Abschluss-Erklärung des G20-Gipfels 2017 rückten 19 Staaten in Sachen Klimaschutz erneut zusammen, die USA blieben außen vor.

Protektionismus, einschließlich „aller unfairen Handels-Praktiken“, sollen bekämpft werden.

Allerdings wurden den Amerikanern rechtmäßige Handelsschutz-Instrumente zugestanden, was den vorangegangenen Punkt wieder relativierte.

Ferner wollen die G20-Staaten im Kampf gegen internationale Terror-Finanzierung und Internet-Propaganda vorgehen und verdächtige Kommunikationswege verbauen.

In puncto Flüchtlings-Krise wurden vage gebliebene Maßnahmen gegen Schleuser angekündigt. Die UNO mit einzubinden schlug jedoch fehl.

Die beste Nachricht betrifft wohl Syrien:

Denn in Teilen des Landes wurde zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin eine Waffenruhe vereinbart.

Keine Weltregierung, aber eine heimliche Macht

War das wirklich alles? – Das glauben Sie doch nicht wirklich, oder!?

Die Rede ist hier nicht von einer „geheimen Weltregierung“ – denn da wären wir im Bereich der Verschwörungs-Theorien.

Aber eine solch geballte Zusammenkunft von Eliten besitzt natürlich Macht – und wenn diese auch nur inoffiziell ist.

So werden hinter verschlossenen Türen weitere Gipfelziele besprochen und abgesegnet worden sein, die vielleicht nie ans Licht der Öffentlichkeit gelangen werden.

Ganz egal, ob jedes Land jährlich wechselnd die Präsidentschaft übernimmt und dabei seinen eigenen Schwerpunkt setzt.

Es wäre absolut überzeugend, wenn es eine heimliche Gipfel-Agenda gäbe.

Denn nur aufgrund einer solchen vagen Abschluss-Erklärung werden die mächtigsten Staats- und Regierungs-Chefs garantiert nicht in Hamburg zusammengekommen sein.

Die Zukunft wird es zeigen, da können Sie ganz sicher sein…

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.