Haushaltspauschale: Kein Kredit ohne sorgfältige Berechnung

Banken setzen bei der Bonitätsprüfung eine Haushaltspauschale an. Reicht das Geld dafür nicht, wird es schwierig einen Kredit zu bekommen. (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Die Haushaltspauschale ist der Betrag, über den die Bank ermittelt, wie hoch die monatlichen Lebenshaltungskosten für den Haushalt durchschnittlich liegen. Die Haushaltspauschale ist ein wichtiges Stichwort im Rahmen eines Kreditantrags. So überprüfen Banken diesen Wert bei Kunden, die mit einem Kreditantrag zu ihnen kommen.

Schließlich müssen sich Banken absichern, dass sie das verliehene Geld auch zurückbekommen, wofür die Bonität des Kreditnehmers überprüft wird. Unter anderem auf Basis der Haushaltspauschale entscheidet die Bank dann, ob der Kreditnehmer in der Lage ist, die monatlichen Raten zurückzubezahlen.

Die Bonitätsprüfung der Bank zielt auf alle Lebensbereiche ab

Im Zuge eines Kreditantrags müssen Antragssteller viele Auskünfte über ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse, ihre monatlichen Ausgaben und ihre Arbeitsverhältnisse machen. Ein ausreichend hohes Einkommen und ein unbefristeter Arbeitsvertrag sind zwei Faktoren, die die Kreditwürdigkeit einer Person belegen können. Allerdings müssen auch die genauen Ausgaben betrachtet werden.

Wer so hohe Lebenshaltungskosten hat, dass vom monatlich hohen Einkommen nichts mehr übrig bleibt, wird es trotz unbefristeter Anstellung schwer haben einen Kredit zu bekommen. Schließlich bedeutet die Tilgung eines Kredits eine hohe monatliche Zusatzbelastung, die nur zu stemmen ist, wenn die anderen Ausgaben angepasst werden.

Eine Haushaltspauschale hilft bei der Berechnung der Kreditwürdigkeit

Die Bank rechnet also Einnahmen und Ausgaben gegeneinander und entscheidet dann von Fall zu Fall, ob sie einem Kredit zustimmt. Für die Berechnung wird eine Pauschale genutzt (die sog. Haushaltspauschale), da viele Kreditnehmer ihre Ausgaben entweder nicht genau einschätzen können oder sogar als zu niedrig angeben. Das kann sich bei der Kredittilgung rächen.

Während eine Bank beispielsweise die monatlichen Kosten für das Auto mit in ihre Pauschale einbezieht, verzichtet eine andere darauf. Ausgaben für Lebensmittel, Versicherungen, Rundfunkgebühren oder Unterhaltszahlungen werden angesetzt und zusammengerechnet.

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So hoch müssen die Haushaltspauschalen bei der Kreditvergabe sein

Für 1-Personen-Haushalte wird von den Banken eine Haushaltspauschale von mindestens 790 € angesetzt, das heißt vom monatlichen Einkommen müssen nach Abzug der Tilgungsraten mindestens noch 790 € für die Lebenshaltungskosten übrig bleiben. Für 2-Personen-Haushalte beträgt die Haushaltspauschale mindestens 995 € und für eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern müssen im Monat mindestens 1.250 € nach Abzug aller Kosten übrig bleiben.

Die genauen Beträge können von Bank zu Bank verschieden sein, weshalb es sich lohnen kann bei einem negativen Ergebnis auch noch andere Kreditinstitute zu befragen. Auch je nach Region können die Haushaltspauschalen leicht variieren und die genannten Zahlen sind als grobe Richtwerte zu verstehen. Für Personen, die jedoch die von der Bank vorgesehene Haushaltspauschale nicht erreichen, ist eine Immobilienfinanzierung in den meisten Fällen unwahrscheinlich.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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