Heizkosten 2018: Höhere Ausgaben für Verbraucher

Der Anstieg der Preise für Heizöl wirkt sich auf Verbraucher aus - und auch auf die Energieeinsparziele der Bundesregierung. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

In den Herbst- und Wintermonaten gewinnt das Thema Heizöl für viele Verbraucher wieder an Relevanz. Schließlich will niemand in den eigenen vier Wänden frieren. In den letzten zehn Jahren unterlag der Heizölpreis starken Schwankungen und beeinflusste auch das Verhalten der Verbraucher.

So hat sich der Preis für Heizöl seit 2008 verändert

Nach einem Einbruch des Heizölpreises Ende 2008 ging es von März 2009 bis Oktober 2012 mit den Preisen stark bergauf. Von 46,18 Euro pro 100 Liter stieg der Preis innerhalb von dreieinhalb Jahren auf einen mehr als doppelt so hohen Wert an. Im Oktober 2012 lag der Preis für 100 Liter Heizöl bei 94,78 Euro.

Seitdem ging es wieder bergab und im Januar 2016 war mit 37,16 Euro ein neuer Zehnjahres-Tiefststand erreicht. Langsam aber sicher ist der Preis für Heizöl seit diesem Zeitpunkt wieder gestiegen und besonders im Jahr 2018 ist die Entwicklung drastisch. Ende September 2018 kosteten 100 Liter Heizöl 80,40 Euro, Anfang Januar waren es noch 61,60 Euro.

Diese Faktoren beeinflussen den Ölpreis

Gründe für die schwankende Lage am Ölmarkt gibt es viele. Politische Ereignisse spielen ebenso eine Rolle wie auch die globalen Ölbestände, Fördererhöhungen, Handelsstreits und die generelle Nachfrage.

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Verbraucher, die für ihre Heizung auf Heizöl angewiesen sind, konnten sich in den letzten vier Jahren über niedrige Preise freuen. Dies hat dazu geführt, dass viele Verbraucher die Heizungen stärker aufgedreht haben. Besonders in 2016, dem Jahr mit dem niedrigsten Ölpreis, wurden im Vergleich zum Vorjahr 4,7 Prozent mehr Heizöl verbraucht als im Vorjahr.

Mit dem teureren Heizöl sinkt auch der Verbrauch

Mit dem steigenden Ölpreis kann davon ausgegangen werden, dass Verbraucher wieder bewusster auf ihr Heizverhalten achten und der Verbrauch von Heizöl sinkt. Dies schont nicht nur den Geldbeutel der Verbraucher, sondern wirkt sich auch positiv auf die Einsparziele der Bundesregierung im Bereich Energie aus.

Bis 2020 sollte der Wärmbedarf von Gebäuden im Vergleich zu 2008 um 20 % reduziert werden. Im Jahr 2018 fehlen immer noch 16,5 % zur Erreichung dieses Ziels, was laut Experten aber auch nur durch bessere Gebäudeisolierungen und andere Modernisierungen erreicht werden kann. Dennoch kann auch der höhere Heizölpreis dazu beitragen, den Zielen der Bundesregierung näherzukommen. Schließlich könnte der Verbrauch dadurch sinken, was sich positiv auf die Energiebilanz und somit auf das Klima auswirkt.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.