Hohe Mieten zehren an den Netto-Einkommen

Seit Jahren steigen die Mieten v. a. in den begehrten Lagen der Metropol-Regionen Deutschlands – nicht zuletzt aufgrund des anhaltenden Booms am Immobilienmarkt – dramatisch an.

Fakt ist, dass die Mieten deutlich stärker als die Netto-Einkommen steigen. Die Folgen dieser extremen Entwicklung sind dramatisch:

Mieten fressen Netto-Einkommen auf

Wie prekär die Lage für viele Menschen mittlerweile ist, zeigte eine jüngst veröffentliche Studie der Humboldt-Universität zu Berlin klar auf.

Die Studie wurde von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert.

Den 4 Autoren zufolge müssten 40% der Haushalte in Deutschlands Großstädten mittlerweile mehr als 30% ihres Netto-Einkommens ausgeben, um ihre Miete (bruttokalt) zu bezahlen.

Das entspricht rund 5,6 Mio. Haushalten, in denen etwa 8,6 Mio. Menschen leben.

Gut 1 Mio. Haushalte (mit rund 1,6 Mio. Menschen) in den 77 deutschen Großstädten müssen sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden.

Etwa 1,3 Mio. Großstadt-Haushalte haben der Studie zufolge nach Abzug der Mietzahlung nur noch ein Rest-Einkommen, das unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze liegen würde.

(Alle Daten Stand: September 2017)

Von der Miete in die Armut gedrängt

Die Autoren der Studie stellen fest:

Die Situation sei mittlerweile so dramatisch geworden, dass etwa 900.000 Haushalte in der angeblich reichen Bundesrepublik im wahrsten Sinne des Wortes durch die Miete in die Armut gedrängt werden würden.

Ferner wird festgehalten, dass die Hauptursache von hohen Mietbelastungen zu geringe Einkommen seien.

Besonders bei Haushalten mit geringen Einkommen wirkten sich hohe Mieten und eine hohe Mietbelastungs-Quote gravierend auf die gesamte Lebensführung der betroffenen Menschen aus.

Fazit

Ja, liebe Leser, das ist der schockierende Befund der Studie der Humboldt-Universität zur Lage im „Wirtschaftswunderland“ Deutschland.

Die krassen Folgen des Immobilienwahns werden von der großen Mehrheit immer noch weitgehend ausgeblendet und ignoriert.

Letztlich wird hier unterschätzt, welch negative Folgen diese Entwicklung für die Realwirtschaft hat.

Und niemand wagt es hier klar anzumerken, dass die Folgewirkung eine klar deflationäre ist.

Wenn die Mieten einen immer größer werdenden Anteil der Netto-Einkommen wegfressen, müssen die betroffenen Menschen schlechterdings den Gürtel enger schnallen und den Konsum auf das überlebensnotwendige einschränken.

Unter dem Strich wirkt das alles in allem massiv deflationär und schwächt die Realwirtschaft.

Es wäre daher alles andere als überraschend, wenn in Zukunft wenig Erfreuliches aus der deutschen Realwirtschaft vermeldet wird.

Schnallen Sie sich jetzt schon an!

22. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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