Hurrikan Harvey trifft US-Ölindustrie: Preise in der Achterbahn

Wieder einmal hat es den Südosten der Vereinigten Staaten getroffen. Nachdem vor etwas mehr als 12 Jahren „Katrina“ die Stadt New Orleans und Umgebung verwüstet hatte, versetzt Hurrikan Harvey im Spätsommer 2017 rund 16 Mio. Menschen in Texas in Angst und Schrecken.

Auch die US-Ölindustrie ist betroffen. Denn knapp 50 % der Kapazitäten aller Raffinerien der USA, also die Betrieben, die das Rohöl zu Diesel, Benzin und anderen Treibstoffen verarbeitet, liegen an besagter Golfküste.

Die Folgen: Bereits im Vorfeld des Tropensturms stieg der Preis für das nordamerikanische Leichtöl WTI pro Barrel (159 Liter) von einem Tag auf den anderen um rund 50 US-Cent. Die Preise für Benzin zogen noch viel deutlicher an. Er kletterte um knapp 9 % auf zunächst 1,71 US-$ pro Gallone (ca. 3,8 Liter).

Harvey Folgen: Ölpreis nach dem Sturm im Auf und Ab

Nachdem Hurrikan Harvey an dem Wochenende um den 2. September 2017 die Südostküste der Vereinigten Staaten von Amerika in Mitleidenschaft gezogen hatte, sank der Ölpreis zu Beginn der neuen Woche deutlich. Allerdings nur um einen Tag später die Verluste wieder mehr als wieder wett zu machen.

Im US-Bundesstaat Texas mussten eine ganze Reihe von Raffinerien geschlossen werden, seitdem macht sich als Folge davon der Anstieg des Benzinpreises auch schon an deutschen Zapfsäulen bemerkbar. Die Auswirkungen des Tropensturms und der damit verbundenen Überschwemmungen auf die US-Ölindustrie an der Südostküste ist bei den europäischen Verbrauchern angekommen.

Experten eines auf Rohstoffe spezialisierten Handelshauses sprechen von einem erheblichen Einbruch bei der Nachfrage nach Rohöl in den USA. Man gehe von einer Unterbrechung der Benzinproduktion aus, mit der man voraussichtlich noch längere Zeit rechnen müsse.

Wie hoch sind die Schäden, die Hurrikan Harvey verursacht hat?

Wie hoch die Schäden sind, die Hurrikan Harvey verursacht hat, lässt sich nach Ansicht von Experten noch nicht abschließend beurteilen. Sicher scheint jedoch zu sein, dass nicht zu erwarten ist, dass Harvey auch nur annähernd an die Schadenhöhen von Katrina in Höhe von 125 Mrd. US-$ herankommt. Mit einer konkreten Einschätzung hält sich die Versicherungsbranche noch zurück. Denn es sei abzusehen, dass die heftigen Regenfälle, die nach dem Sturm einsetzten, noch einige Tage anhielten.

Im Anschluss an Katrina ist der Küstenschutz in den USA deutlich verbessert worden. Auch in der betroffenen Region in Texas ist nun mit Maßnahmen zu rechnen, um zukünftige Katastrophen besser auffangen zu können. Nach der Meinung von Ölexperten habe auch die Ölindustrie aus den Orkanen der Vergangenheit gelernt und die Sicherheit der Anlagen erhöht.

4. September 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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