IFA 2017: Diese Unternehmen präsentieren die Zukunftstrends

Nichts geht mehr ohne Sensoren, Software, Apps und Kameras. Standen noch vor Jahrzehnten auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin Fernseher, Rundfunk- und Musikanlagen im Mittelpunkt, geht es auf der IFA 2017 um Geräte und Funktionen, die den Begriff Heimelektronik um völlig neue Dimensionen erweitern.

IFA 2017 mit Zukunftstrends

Die Trends in der Unterhaltungsindustrie wie Virtual Reality oder interaktive Sprachassistenten greifen zunehmend in den Bereich Smart Home über. Und ein intelligentes Haus kommt natürlich nicht ohne schlaue Haushaltsgeräte aus, die vernetzt sind und viel mehr können als heizen, kühlen oder backen.

Viele der Trends auf der IFA 2017 zeichneten sich schon in den letzten Jahren ab. Neu sind eher die immer ausgefeilteren Systeme und Anwendungen: Kühlschränke, die erkennen, was nachbestellt werden muss, Backöfen, die Dialog-Garer heißen und wissen, wie ein Fisch zu garen ist, Detektoren, die zeigen, ob Lebensmittel verdorben sind bzw. woraus sie bestehen oder Badspiegel, die als Display funktionieren sowie Heizkörper-Regler, die man übers Smartphone anwählen kann.

Das Internet der Dinge hält Einzug in unsere Haushalte. Die smarte Heiz-Funktion wird auf der IFA 2017 von AVM präsentiert, dem Hersteller der FritzBox-Router. Unter den börsennotierten Konzernen mischen etwa bei Kühlschränken Samsung oder der Schweizer Hersteller Liebherr mit.

Vom Siegeszug smarter Haushalts- aber auch Unterhaltungsgeräte profitieren automatisch diejenigen, welche die Anwendungen erst ermöglichen. Infineon beispielsweise gehört zu den Weltmarktführern bei Sensoren mit Auswertungsfunktion. Und Microsoft liefert Betriebssysteme, die auf Windows-Basis die Vernetzung, Internetfähigkeit und Kommunikation per App ermöglichen – auch beim Kühlschrank.

Einfache VR-Brillen für jeden Haushalt

Stichwort Microsoft: Zu den Highlights der Messe gehören Virtual- und Augmented Reality, also virtuelle und erweiterte Welten. Und der Software-Riese präsentiert künftige Modelle, die unter der Bezeichnung „Windows Mixed Reality“ laufen. Das sind im Wesentlichen VR-Brillen, die nun in bislang unbekannten Mengen den Markt erobern sollen. Sie sind in der Handhabung deutlich einfacher als bisherige Konkurrenzprodukte wie Oculus Rift von Facebook und kommen ohne Sensoren aus, die man eigens im Raum verteilen muss.

Auch die Telekom mischt mit und bietet nun Virtual Reality-Inhalte fürs Smartphone. Eine neue App, die man bei GooglePlay herunterladen kann, soll als zentrale Plattform für alle VR-Inhalte von Partnern des Unternehmens dienen. Gleich ob Spiele, Sportvideos, Konzerte oder digitale Urlaube – das Ganze lässt sich mit und ohne VR-Bille nutzen. Dann allerdings etwas weniger atemberaubend.

Kleiner, kompakter und dennoch alles drin: Mit dem XZ1 Compact bietet Sony eine Alternative für jeden, der die großen Smartphone-Bretter in der Tasche leid ist. Mit seinem 4,6 Zoll-Display und Hochleistungsprozessor ist es eines der schnellsten Android-Handys im Kleinformat und damit ein Frontalangriff auf Apples iPhone. Dieses wiederum wird demnächst ohne Kopfhöreranschluss auskommen. Der Trend, per Funk ohne Kabelsalat auszukommen, zeigt sich auf der IFAT 2017 auch bei größeren Musikgeräten.

Verwirrend viele Plattformen als Markthindernis

Nach wie vor von Interesse sind die digitalen Sprachassistenten. Unter den Lautsprechern mit eingebautem Rechner und Mikrofon ist hierzulande vor allem Alexa von Amazon bekannt. Die Konkurrenz wie Microsofts Cortana oder Siri von Apple bieten vergleichbare Funktionen: Per Sprachbefehl werden Informationen abgerufen oder Musikstücke gespielt.

Der Trend geht nun zu weiteren Anwendungen im zunehmend vernetzten Heim: Auf Ansage wird das Licht gedimmt, die Heizung angesteuert, die Jalousie heruntergefahren oder der Kühlschrank abgefragt: „Bitte Käse bestellen.“ Wie viel Sinn das in der eigenen Wohnung macht, bleibt dahingestellt.

Dies sind nur einige Beispiele, wie die Firmen auf der IFA 2017 einen Ausblick auf den künftigen Alltag geben. Was sich tatsächlich durchsetzen wird, muss sich erst zeigen. In der Vergangenheit gab es einige Flops. So wurde 1991 die Minidisc als der Musik-Player der Zukunft gefeiert – und bald von MP3-Playern und heute vom Streaming abgelöst.

Selbst der 3D-Fernseher, der 2009 das große Kino ins Wohnzimmer bringen sollte, kam nicht so an wie gedacht. Kaum jemand wollte den Fernsehabend mit eine klotzigen 3D-Brille verbringen – auch heute nicht. Sogar Samsung steigt aus der Produktion aus.

Das Hindernis beim aktuellen Smart-Home-Trend sind die vielen verschiedenen Plattformen und Apps über die man seine Geräte steuern muss. Was bislang fehlt, sind systemübergreifende Lösungen. Sie sind der eigentliche Schlüssel für den großen Durchbruch am Markt.

4. September 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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