Immobilienblase: Bundesländer sind größte Profiteure

Wie jetzt bekannt wurde, ist die Grunderwerbsteuer für die Bundesländer in Deutschland die größte Einnahmequelle.

Bei dieser Steuer müssen Immobilien-Käufer zwischen 3,5% (beispielsweise in Bayern) und 6,5% (z. B. in Nordrhein-Westfalen) des Kaufpreises bezahlen.

Grunderwerbsteuer als Hauptinnahmequelle der Bundesländer

Mit deutlich über 13 Mrd. € werden die Länder im Jahr 2017 einen neuen Einnahme-Rekord bei dieser Steuer verzeichnen – ein Plus von über 9% in nur 1 Jahr.

Inzwischen machen die Einnahmen durch die Grunderwerbsteuer mit 46% schon fast die Hälfte der Einnahmen der Bundesländer aus.

Was Ihnen diese Zahlen auch verdeutlichen, ist, dass der Staat selbst ein massives Interesse daran hat, dass der Immobilienboom nicht nur weitergeht, sondern noch an Intensität zunimmt.

Je höher die Immobilienpreise sind und je mehr spekuliert wird, umso mehr Geld fließt in die Kassen der Bundesländer.

Keiner spricht von einer Immobilienblase – aber sie ist schon da

Darin sehe ich einen der Gründe, warum nicht schon längst gegen die aus dem Ruder gelaufenen Immobilienpreise in Deutschland eingeschritten wurde.

Und es ist wohl auch einer der Gründe, warum offiziell niemand das Wort „Blase“ in den Mund nehmen will – zu gut verdient der Staat selbst an der Spekulations-Welle…

Deshalb werden Sie aus der Politik kaum jemals ein kritisches Wort zu den explodierenden Immobilienpreisen hören.

Ähnlich war es auch in Spanien im Jahr 2008: Selbst kurz vor dem Platzen der Blase wurde offiziell beteuert, dass es keine Immobilienblase gebe.

Doch eine Blase scheint mir nicht alles, was sich nicht im Gleichgewicht mit dem Zuwachs der realen Wirtschaft – und v. a. dem Einkommen breiter Bevölkerungsschichten – befindet.

Wenn die Immobilienpreise immer weiter steigen, dann können bei nur marginal wachsenden Löhnen und Gehältern immer weniger Interessenten Immobilien erwerben.

Denn ihr Einkommen reicht dazu dann einfach nicht mehr aus.

Beim nächsten Crash drohen Preisverluste bei deutschen Immobilien von mehr als 90%

Dann platzt die Blase und es kommt zu einem extremen Preisverfall – erst recht in einer neuen Finanzkrise.

Vergangene Krisen zeigen, wie massiv v. a. Immobilien dann an Wert verlieren:

Sowohl in der Weltwirtschaftskrise als auch in der Argentinien-Krise verloren Immobilien in nur kurzer Zeit mehr als 90% an Wert.

Nichts anderes erwarte ich auch bei uns beim nächsten Finanzcrash.

Deshalb rate ich Ihnen nach wie vor, dass Sie sich aus dieser Spekulationsblase völlig heraushalten.

Außer dem Eigenheim sollten Sie keine weiteren Immobilieninvestments tätigen. Außerdem machen Sie sich auch zu angreifbar für den Staat.

Denn nichts kann besser belastet und besteuert werden als Immobilien, die Sie weder ins Ausland bringen, noch schnell in andere Vermögenswerte umschichten können.

8. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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