Immobilienmarkt: Noch lohnt sich der Einstieg

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Die Immobilienpreise werden 2018 nicht mehr so stark steigen wie bisher. Eine Blase ist also nicht in Sicht, aber auch keine Trendwende. (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Wer sich eine Immobilie zulegen oder in entsprechende Fonds investieren will, konnte sich bislang über beste Bedingungen freuen: niedrige Bauzinsen, steigende Objektpreise – wer nicht gerade in den Top-Metropolen kauft, setzt auf mittelgroße Städte, die noch Luft für erhebliche Wertsteigerungen haben. Gut 237,5 Mrd. € wurden 2017 für Immobilien und Bauflächen ausgegeben – 25 % mehr als zwei Jahre zuvor.

Immobilienpreise: 2018 mit gebremsten Anstieg

Doch der Boom dauert nun schon gut zehn Jahre, weshalb das Ende irgendwann absehbar sein müsste. Lohnt sich also noch ein Investment mit Blick auf 2018? Die Immobilienpreise werden weiter steigen, nur nicht mehr so stark. So jedenfalls sieht es die Immobilienwirtschaft. Der Zentralverband ZIA erwartet eine Beruhigung und dass die Immobilienpreise 2018 eher stabil bleiben.

Auch das renommierte Forschungsinstitut Empirica geht von einer gebremsten Entwicklung aus. Sondereffekte wie die starke Flüchtlingszuwanderung seit 2015 sind nicht mehr in Sicht. Und seitdem wurde wieder mehr Wohnraum gebaut, was den Preisauftrieb reduziert. Das allerdings weniger als geplant. Auch im laufenden Jahr vermutlich nur 320.000 neue Wohnungen gebaut. Benötigt werden indes über 400.000. Das Angebot bleibt also unter der Nachfrage.

Weder Blase noch Trendumkehr in Sicht

Gebaut wird vor allem im oberen Preissegment. Hier zieht es seit geraumer Zeit auch Chinesen, Amerikaner oder arabische Käufer nach Deutschland, die den attraktiven Markt für sich entdecken. Entsprechend sind die Preise gerade in den begehrten Ballungszentren geklettert. Auch wenn weder eine Trendumkehr noch eine Blase in Sicht ist, die Entwicklung ist übertrieben. Vor allem, wenn die Preise bis zu 30 % über dem liegen, was sich mit dem allgemeinen Wirtschaftswachstum erklären ließe.

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Fundamental ist der Anstieg also nicht gerechtfertigt. Hinzu kommt ein weiterer Haken: Noch sind die Zinsen niedrig. Steigen werden sie erst ab 2019. Geht es dann zügig weiter, werden sich viele Finanzierungen nicht mehr als nachhaltig erweisen. Und sollten die Preise langsam fallen, werden viele Immobilien als Kreditsicherheit an Wert verlieren. Über Immobilienkredite ist immerhin ein Großteil der deutschen Haushalte verschuldet.

Anstehende Kostenerhöhungen

Das Problem dürfte sich jedoch noch nicht in diesem Jahr stellen. Fakt ist, dass sich auf Jahressicht die Immobilienpreise bis 2018 in München, Frankfurt, Berlin oder Düsseldorf zwischen 17 % und 20 % verteuert haben. Auch ein nur halb so großer Anstieg gibt noch genügend Raum für entsprechende Investments.

Was auf Immobilien jedoch zukommen wird, ist eine Erhöhung der Grundsteuer, da die alten Berechnungswerte der Realität nicht mehr standhalten. Und wer sein Geld in Immobilienfonds anlegen will, der sollte ebenfalls mit höheren Kosten rechnen. Grund: Im neuen Jahr wurden die Steuerregelungen bei Investmentfonds jeder Art geändert. Nun werden auch die Fonds selbst besteuert. Die Kosten dürften wohl an den Anleger weitergereicht werden. Alternativ bieten sich Aktien von Immobilienkonzernen, wie etwa Vonovia im Dax oder Deutsche Wohnen oder alstria im Mdax an. Die Zuwächse können sich sehen lassen.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.