Immobilienpreise: Starker Anstieg in den letzten 10 Jahren

Stark steigende Immobilienpreise gibt es vor allem in Großstädten - in diesen wächst die Nachfrage nach Wohnraum stetig. (Foto: karamysh / Shutterstock.com)

Die Immobilienpreise sind in Deutschland in den letzten Jahren stark angestiegen und besonders in den Großstädten wird Wohnraum immer teurer. Zwei Gründe von vielen für die hohen Preise sind die günstige Immobilienfinanzierung aufgrund des Niedrigzinsniveaus und der konstante Zuzug.

In Deutschland gibt es zudem seit Jahren eine starke Landflucht, was zu Leerstand auf dem Land und immer volleren Städten führt.

Immobilienpreisentwicklung: Starker Anstieg seit 2008

Die Immobilienmärkte in den Großstädten haben mit der hohen Nachfrage zu kämpfen und die Preise steigen stetig an. Besonders in den letzten 10 Jahren haben sich die Kaufpreise pro Quadratmeter Wohnraum in den deutschen Großstädten zum Teil mehr als verdoppelt:

Stadt1. Halbjahr 20081. Halbjahr 2018Veränderung
Berlin1.620 €3.710 €129%
Bremen1.180 €2.030 €72%
Dortmund1.410 €1.720 €22%
Dresden1.270 €2.230 €76%
Düsseldorf1.800 €3.260 €81%
Essen1.490 €1.620 €9%
Frankfurt am Main2.230 €4.410 €98%
Hamburg1.990 €4.040 €103%
Hannover1.330 €2.550 €92%
Köln1.930 €3.240 €68%
Leipzig1.100 €1.910 €74%
München2.930 €7.070 €141%
Nürnberg1.650 €3.020 €83%
Stuttgart2.010 €4.020 €100%

Quelle: immowelt.de

Deutschlands Großstädte sind für viele nicht mehr bezahlbar

Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart fallen in dieser Auflistung besonders ins Auge. Hier liegen die Preise in 2018 um 98 Prozent bis 141 Prozent höher als noch in 2008. In München kostet Eigentum heute das 2,4-fache wie vor zehn Jahren und selbst in den alten Bundesländern, in den beliebten Städten Leipzig und Dresden, wird das 1,7-fache für den Quadratmeter fällig wie noch in 2008. Einzig im Ruhrgebiet sind die Preissteigerungen noch überschaubar, Essen (9 Prozent) und Dortmund (22 Prozent) sind in 2018 im Vergleich zu den anderen deutschen Städten noch deutlich näher an den Preisen von 2008.

In Berlin sind alleine von 2016 auf 2017 die Preise für Wohnraum um 20,5 Prozent gestiegen, in Hamburg waren es in diesem Zeitraum 14,1 Prozent, in München 13,8 Prozent und in Frankfurt um 13,4 Prozent (Quelle: Knight Frank Global Residential Cities Index, Q4 2017).

Was bringt die Zukunft auf dem Immobilienmarkt?

Das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut prognostiziert, dass die Einwohnerzahlen in den deutschen Großstädten auch bis 2030 noch weiter steigen werden. Wohnraum wird daher weiterhin begehrt bleiben und die Preise dementsprechend hoch.

Experten rechnen aber damit, dass die Preise langsamer steigen und der Zenit langsam aber sicher erreicht ist. Außerdem entstehen immer mehr neue Wohnungen in den Städten, sodass sich das Angebot besser an die Nachfrage anpassen kann.

Falls das Zinsniveau steigen würde, hätte das Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und könnte das Preisniveau drücken. Kreditnehmer würden dann mehr Geld für ihre Kredite bezahlen, was die Investitionsbereitschaft verringern könnte. Bis 2019 sollen die Zinsen aber vorerst niedrig bleiben.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.