Inflation: Geldentwertung oder Teuerung

inflation

Inflation, das bedeutet Geldentwertung oder Teuerung. Also ein Horroszenario für Bürger. (Foto: macgyverhh/Shutterstock)

Sie kennen sicher das Sprichwort: “Wo kein Kläger, da kein Richter”.

Es gilt auch für die Inflation, denn wenn diese nicht wahrgenommen wird oder falsch wahrgenommen wird, indem die Bürger sie zum Beispiel als Teuerung missverstehen, hat der Staat, wenn er sich qua Inflation ungerechtfertigt am Vermögen seiner Bürger bereichert.

Ein leichtes Spiel, denn nur die wenigsten erkennen die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge.

Inflation: Ein Rechtsbruch, der nicht entlarvt wird

Es ist vom Staat durchaus gewollt, dass der Unterschied zwischen Inflation und Teuerung verschwimmt. Denn so wie ein Taschendieb nicht will, dass Sie seinen Raub frühzeitig bemerken, hat auch der Staat ein großes Interesse daran, dass die Mehrheit der Bürger nicht versteht, was vor sich geht.

Solange an das Warengeld gekoppelte Edelmetallwährungen zirkulieren, ist für jeden sofort erkennbar, wenn ungedeckte Banknoten ausgestellt werden.

Der Staat oder die Zentralbank würden dann sofort als Rechtsbrecher überführt. Doch seit die Banknoten in den 70er Jahren in ungedecktes Papiergeld gewandelt wurden, ist die Türe der Manipulation weit aufgestoßen.

inflation

Helmut Kohl: Wirtschaftspolitik stand weniger im FokusHelmut Kohls Wirtschaftspolitik wurde von Ereignissen wie der Wiedervereinigung überschattet, war aber vergleichsweise mutlos. › mehr lesen

Die Kosten für das Drucken neuer Noten sind minimal verglichen mit dem ungerechtfertigten Gewinn, den der Staat vereinnahmt.

Es liegt auf der Hand, dass sich ein solcher Betrug nur dann durchziehen lässt, wenn den Bürgern durch die Gesetze die Benutzung alternativer Gelder untersagt wird. Die Geldproduktion muss also monopolisiert sein und ausschließlich in der Hand des Staates oder der Zentralbank liegen.

Inflation: Banken sind keine Goldminen

Da verwässertes Geld die Konkurrenz echter wertbeständiger Alternativen fürchtet wie nichts anderes auf der Welt, werden diese Alternativen mit legalen wie auch mit nicht legalen Mitteln nach Kräften bekämpft.

Nicht umsonst hat der frühere amerikanische Notenbankchef Paul Volcker unlängst bekannt: Der größte Fehler seiner Amtszeit sei es gewesen, den Goldpreis Anfang der 80er Jahre nicht manipuliert zu haben.

Heute hat man diese Skrupel längst nicht mehr. Wäre es anders, so würde die amerikanische Börsenaufsicht nicht konstant wegsehen, wenn zwei oder drei große US Banken eine Shortposition (also Verkaufsposition) beim Gold halten, die rund ein Viertel der Weltjahresproduktion ausmacht.

Dieses Gold könnten die Banken im Zweifelsfall niemals liefern, denn sie sind Banken und keine Goldminen. Doch genau das ist das teuflische Spiel: Den Goldpreis mit Hilfe der Banken drücken, um die Bürger mit ihrem wertlosen Geld weiterhin in Sicherheit zu wiegen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.