Ist ein Bitcoin-Verbot realistisch?

Ein Bitcoin-Verbot wird von immer mehr Seiten angedroht. China, Südkorea und die EZB wollen aktiv werden und den Handel massiv erschweren.

Keine Aufsicht, keine Regulierung, keine Notenbank, aber dennoch ein noch nie gesehener Massenzulauf: der Bitcoin zieht als digitale Kryptowährung immer mehr Glücksritter an.

Die digitale Währung, war 2012 noch 10 US-$ wert und schoss kürzlich auf über 15.000 US-$. Seitdem warnt nicht nur Starinvestor Warren Buffet vor einem Crash, und Nobelpreisträger Stieglitz setzt sich für dafür ein, den Handel zu verbieten.

Bitcoin bedroht Realwirtschaft kaum 

Droht nach der Party ein Bitcoin-Verbot? Die USA wollen die massiven Spekulationen eindämmen, China und Südkorea bereiten bereits ein Verbot von Bitcoins vor und die EZB denkt ebenfalls über eine solche Maßnahme nach. Die Bundesbank wiederum sieht dafür hohe Hürden.

Was würde bei einem Crash der frei wuchernden Währung, die rein auf gigantischen Rechnerleistungen beruht, passieren? Insidern zufolge würden im dem Fall jegliche Steuerungsmechanismen versagen, weil aufgrund des völlig überlasteten Netzwerks keiner mehr dem System entrinnt. Damit ist der Totalverlust im Prinzip programmiert. Das Problem würde sich vor allem auf die Netzwerk-Teilnehmer und Spekulanten beschränken.

Ein Bitcoin-Verbot liegt eher auf der Hand, wenn Gefahren für die Realwirtschaft drohen. Doch mit ihr gibt es zunächst kaum Verflechtungen. Allerdings dürfte es bald an anderer Stelle einen direkten Bezug zur Realwährung geben: Verluste, die mit den frisch zugelassenen Bitcoin-Futures und möglichen weiteren Derivaten in Dollar entstehen, können im Milliardenbereich auf die Finanzwirtschaft durchschlagen.

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Das Bedrohungspotenzial hängt von der Ausprägung eines Hypes mit entsprechenden Derivaten ab. Insofern war die Entscheidung der US-Börsenaufsicht durchaus mutig. Doch der Bitcoin verliert langsam an Attraktivität. So hat dieser Tage Visa Prepaid-Karten gesperrt, die mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen geladen werden können. Grund: Viele Kreditkarten konnten auf fremden Namen ausgestellt werden und eigneten sich somit zum Umwandeln von kriminell erworbenem Geld in Bargeld.

Bitcoin-Verbot über Umwege

Abgesehen vom Imageverlust und Maßnahmen privater Anbieter stellt sich die Frage, wie denn ein Bitcoin-Verbot von Seiten der Behörden überhaupt durchsetzbar wäre. Das Generieren und Goldschürfen im Netz durch ein Verschlüsseln von Blocks, die dann an die bereits gebildete Kette (Block-Chain) gehängt werden, ist anonym und kaum zu unterbinden.

Wer so im Netzwerk Bitcoins ergattert, ist nicht aufzuhalten. Anders sieht es bei den Handelsplattformen aus, wo Bitcoins für Jedermann angeboten werden. Beschränkungen und neue Regularien würden den Kurs erheblich drücken und das System von außen her trockenlegen. Ähnliches gilt für andere Blockchain-Währungen, die auf demselben Prinzip beruhen.

Und genau davon ist auszugehen. Der Bitcoin ist für die meisten Staaten zu anarchisch und unkontrolliert. Gerade China, wo er extrem beliebt ist, wird massiv gegen Kryptowährungen angehen. Aber auch in Europa ist mit Beschränkungen zu rechnen. Schon das Bargeld gerät zunehmend unter Beschuss.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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