Italienische Banken in Schieflage: Teilrettung durch Staatshilfen

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Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass die italienische Regierung ihre beiden Krisenbanken Veneto Banca S.p.A. und die Banca Popolare di Vicenza […] (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass die italienische Regierung ihre beiden Krisenbanken Veneto Banca S.p.A. und die Banca Popolare di Vicenza S.p.A. mit Staatshilfen abwickelt.

Und das geschieht wieder einmal zum Nachteil der Steuerzahler; bis zu 17 Mrd. € soll sie das Ganze kosten.

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Aber nicht nur die Steuerzahler werden rangenommen, sondern auch die Inhaber nachrangiger Anleihen und Aktionäre müssen einen Teil der Kosten tragen.

Dennoch kann alles noch schlimmer kommen…

Vielleicht wissen Sie ja, dass nach den neuen EU-Regeln zur Banken-Abwicklung auch auf Inhaber großer Sparguthaben und vorrangiger Anleihen zurückgegriffen werden kann.

In einer offiziellen Erklärung liest sich das so: Die Anteilseigner und die nachrangigen Gläubiger würden in vollem Umfang an den Kosten der Abwicklung beteiligt.

Die kleinen Sparer sind formal über die Einlagen-Sicherung geschützt. Dennoch herrscht im Land erhebliche Unsicherheit – und das völlig zu Recht.

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Wissen Sie, wie diese Maßnahmen den Bürgern schmackhaft gemacht wurde? – Als eine Aktion, um den Bankenb-Betrieb aufrecht zu erhalten und die Sparer zu schützen.

Dafür aber werden die Steuerzahler zur Kasse gebeten.

Angesichts solch politischer Unverschämtheit, die wir Ihnen nachfolgend belegen werden, findet man einfach keine Worte mehr…

Italienische Regierung und EZB haben versagt

Und noch etwas:

Schon seit Jahren war es ein offenes Geheimnis, dass die Veneto Banca S.p.A. und die Banca Popolare di Vicenza S.p.A. in Schieflage waren.

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Es war klar, dass sie – wie andere italienische Institute übrigens auch – auf einem Riesenberg fauler Kredite sitzen und Hilfe von einem Rettungsfonds benötigten.

Aus diesem Grund hätte die italienische Regierung, aber auch die Europäische Zentralbank (EZB), viel früher handeln müssen doch genau das unterblieb.

Insolvenz-Verschleppung durch Regierung und EZB

Der Finanz-Experte Achim Dübel bringt es auf den Punkt, wenn er über dieses Versagen meint:

„Stattdessen hat Italien Bonds garantiert und den Rest des Banken-Systems gezwungen 3.5 Mrd. € zu versenken.“

Und weiter:

„Alle Beteiligten haben sich der Verschleppung schuldig gemacht; die Italiener, weil sie ihre Insider herausgeholt haben, die EZB, weil sie die Gläubiger-Rotation finanziert und damit die LGD (Loss Given Default, Verlust-Quote bei Kredit-Ausfall) verschlimmert hat, die Fiskalseite, weil sie den SR (Single Resolution Board, EU-Behörde zur Abwicklung bedeutender Banken im Rahmen des Single Resolution Mechanism (SRM)) so schwach aufgestellt hat, dass dieser nur noch rauchende Trümmer vorfindet.“

Zickzack-Kurs der italienischen Regierung

Man muss sich außerdem genau vor Augen führen, welches perfide Spiel die italienische Regierung spielte:

Zunächst gab sie bekannt, dass die beiden Krisenbanken hinsichtlich der System-Relevanz so wichtig seien, dass die eine vorsorgliche Rekapitalisierung benötigten.

Mehr noch: Die Krise der Banken habe ein Niveau erreicht, das einen Rettungs-Einsatz nötig mache, um das Risiko eines “ungeordneten Zusammenbruchs” zu verhindern.

Das jedenfalls erklärte Italiens Regierungs-Chef Paolo Gentiloni.

Etwas später gab Rom jedoch bekannt, die Banken seien so unwichtig, dass kein öffentliches Interesse an ihrem Erhalt bestehe.

Wenn das kein Zickzack-Kurs ist…


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.