IWF stellt sich hinter Macrons Reformpläne

Der französische Staatspräsident Emmanuelle Macron plant eine EU New Order. Wie diese aussehen soll, wissen Sie bereits.

Doch nicht nur seine Pläne auf europäischer Ebene sind höchst umstritten, sondern auch die im eigenen Land:

Weniger Arbeitsrechte und der Untergang der Kommunen

Um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, sollen u. a. Arbeitsrechte eingeschränkt bzw. gelockert werden.

Beispielsweise sollen nach unrechtmäßigen Kündigungen die Entschädigungen dafür gedeckelt und diverse Arbeitnehmer-Vertretungen fusioniert werden.

Für helle Aufregung bei Macrons Kritikern führt zudem sein Vorschlag, Einsparungen in Höhe von 13 Mrd. € bei den Regionen, Départements und Städten des Landes durchzuführen.

Manch einer spricht bereits davon, dass mit diesen Kürzungen die Kommunen untergehen würden.

IWF stellt sich hinter Macrons Reformpläne

Ungeachtet dessen lobte der Internationale Währungsfonds (IWF) Macrons ehrgeiziges und mutiges Reform-Vorhaben.

Diese könnten einen bedeutenden Teil zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme Frankreichs beitragen, die da wären:

  • ein Haushalts-Ungleichgewicht,
  • hohe Arbeitslosigkeit
  • und eine schwache Wettbewerbsfähigkeit.

Chef der Streitkräfte kritisiert die Reform-Pläne

Doch freilich sehen das nicht alle so.

Beispielsweise der Generalstabschef der französischen Armee, Pierre de Villiers, der schon vor Wochen wegen der Sparmaßnahmen zurückgetreten ist.

Hintergrund dafür ist, dass für 2017 850 Mio. € im Verteidigungs-Budget eingespart werden sollen.

Deshalb sah sich de Villiers nicht mehr in der Lage, das Modell einer Armee zu garantieren, die für – so wörtlich – den Schutz Frankreichs und der Franzosen notwendig sei.

Macron kippt um

Natürlich sehen das die Verantwortlichen im Präsidialamt ganz anders, verkündeten sie doch, dass diese Einsparungen in keiner Weise Frankreichs Einsatzfähigkeit gefährden würden.

Allerdings änderte Macron kurzzeitig seine Haltung zu den Verteidigungs-Etat-Plänen:

Nach einem Treffen mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump im Juli 2017 entschied er, den Verteidigungs-Etat 2018 sogar zu erhöhen.

Massen-Proteste gegen den einstigen Hoffnungsträger

Wie dem auch sei: Ebenfalls in den hiesigen Leitmedien überwiegend verschwiegen wurden die Massen-Proteste gegen den Hoffnungsträger Emmanuel Macron im September 2017.

Vor allen Dingen wegen der umstrittenen Arbeitsmarkt-Reform gingen in ganz Frankreich Demonstrationszüge auf die Straße.

Die Gewerkschaften begründeten die Proteste damit, dass das Arbeitsrecht zwar reformiert werden müsse, aber nicht, um den Angestellten und Arbeitern ihre Rechte wegzunehmen.

Macron denunziert Arbeitslose

Besonders erbost waren viele Menschen über die Aussage ihres Präsidenten, keine „Faulenzer“ mehr dulden zu wollen.

Deshalb skandierten einige von ihnen: „Macron, Du bist erledigt, die, die den Hintern nicht hochkriegen, sind jetzt auf der Straße.“

Macron will hart bleiben, verkündete lauthals, absolut entschlossen zu sein und keine Zugeständnisse zu machen. „Nicht den Faulenzern, nicht den Zynikern, nicht den Hardlinern“, wie er betonte.

Mit „Faulenzern“ will er auf jene angespielt haben, die mit ihren Plänen in der Vergangenheit gescheitert waren.

Dennoch interpretierten die meisten Menschen seine Worte als einen Angriff auf Arbeitslose oder Arbeiter, die den Kündigungsschutz ausnutzen.

1. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Guido Grandt. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt