Jahresendrally 2017: Ideale Aussichten für den Schlussspurt an der Börse

Sell in May…but remember to come back in September. Die alte Börsenweisheit hat sich dieses Jahr geradezu eins zu eins bewahrheitet. Noch bis Ende August durchlief der Dax eine spürbare Konsolidierungsphase.

Als er zeitweise auf fast 11.950 Punkte fiel, kamen Bedenken auf, die Jahresendrally 2017 könne vielleicht weniger lukrativ ausfallen. Üblicherweise sind die letzten Monate im Jahr eine Art Performance-Garant.

Jahresendrally 2017 läuft früh an 

Doch dann gab der deutsche Leitindex auf einmal kräftig Gas. Und das bereits im September, der als meist schwacher Monat eigentlich weniger zur Börsenregel passt. Anfang Oktober knackte er erstmals die Marke von 13.000 Punkten. Geht dem Dax nun die Puste aus oder lohnt es sich noch, auf die Jahresendrally 2017 zu setzen?

Alle Anzeichen sprechen eigentlich für einen weiteren ordentlichen Anstieg. Zum einen sind die Vorgaben aus der Wall Street ermutigend. Der Dow Jones und der S&P 500 hangeln sich von einem Rekord zum nächsten.

Dann: Der Euro hat im Verhältnis zum Dollar seit seinem Hoch bei 1,20 US-$ Anfang September wieder nachgegeben, was den Export unterstützt. Parallel sorgen die straffere Geldpolitik der US-Notenbank und Trumps Steuerpläne für einen starken Dollar.

Die Märkte setzen offenbar auf einen anhaltenden weltweiten Wirtschaftsboom. Zu den treibenden Kräften gehören die Schwellenländer und die guten Perspektiven der Eurozone. Unter den deutschen Unternehmen ist die Stimmung laut Ifo-Institut so gut wie zuletzt 1990. Und die Bundesregierung hat die Aussichten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 2 % angehoben.

Unterbewertete Aktien im Visier

Damit wird das diesjährige Wachstum ein Drittel über den Erwartungen liegen. Auch fürs kommende Jahr ist mit weiterem Wachstum zu rechnen. Kurzum: Die Stimmung für die Jahresendrally 2017 ist sehr gut. Anleger können beispielsweise von unterbewerteten Aktien profitieren, die sich etwa im Automobilsektor finden.

So zieht das Papier von Daimler nach Vorlage der jüngsten Absatzzahlen und Fortschritten beim Konzernumbau wieder an, ebenso die VW-Aktie. Volkswagen konnte nach seinen Skandalen neue Verkaufsrekorde erzielen. Lediglich bei BMW lässt der Durchbruch auf sich warten.

Wer auf nachhaltiges Wachstum setzt, ist bei Continental gut aufgehoben. Seit 2010 legt der Gewinn im Schnitt um ganze 29,5 % zu. Der Zulieferer hat sich voll auf die Digitalisierung eingestellt. Die Aktie legt seit ihrem steilen Höhenflug ab Anfang September wohl nur eine Verschnaufpause ein.

Die Chancen auf einen Ausbruch nach oben stehen auch bei Fresenius gut. Seine Prognose fürs Gesamtjahr hat der Gesundheitskonzern dieser Tage angehoben. Schon die jüngsten Übernahmen des US-Konkurrenten Akorn und des spanischen Klinikbetreibers Quiron werden Umsatz und Gewinn auf ein neues Niveau heben.

Aktienrückkäufe treiben Kurse

Was im Dax insgesamt zudem die Kurse stützt, sind die jüngsten Aktienrückkäufe, die so hoch sind wie seit 2008 nicht mehr. Allianz, Adidas, Münchner Rück, Siemens oder SAP verfügen über genügend Bargeld, um Anteile zurückzukaufen, was die Nachfrage sowie Gewinn und Dividende pro Aktie steigert.

Wie hoch die Jahresendrally 2017 beim Dax ausfallen wird, lässt sich natürlich noch nicht sagen. Wohl aber, dass die letzten drei Monate in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 7,93 % zulegten. Wer einen entsprechenden Zuwachs im Visier hat und sich nicht mit Einzelaktien aufhalten will, kann alternativ einfach und günstig in einen DAX-ETF investieren.

19. Oktober 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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