Japan: Wirtschaftskrise im Land der aufgehenden Sonne

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Vielfach herrscht die Angst, dass eine Wirtschaftskrise in Japan bevorsteht. Aber was werden die Folgen einer solchen sein? (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Japan ist das Thema, das nicht nur die Nachrichtenlandschaft beherrscht, sondern auch heftige Reaktionen an den Börsen zur Folge hatte. Vielfach herrscht die Angst, dass eine langjährige Wirtschaftskrise in Japan bevorsteht. Da die derzeit dritte Volkswirtschaft der Welt vor so ernsten Schwierigkeiten steht, verwundert es nicht gerade, dass auch die ausländischen Börsen so heftig reagiert haben.

Zugleich lässt die Informationspolitik viel zu wünschen übrig. Unsicherheit ist Gift für die Börsen. In vielen Gesprächen mit den Analystenkollegen haben wir uns den Kopf zerbrochen, was die eigentlichen, finanziell messbaren Auswirkungen einer WIrtschaftskrise in Japan sein werden.

Was importiert eigentlich die EU aus Japan? Was wird nach Japan exportiert? Und welche Auswirkungen hätte ein drastischer Rückgang des Außenhandels der Europäischen Union sowie Deutschlands mit Japan?

Japan nur ein kleiner Handelspartner

Geht man nach den Statistiken, nimmt Japan als Außenhandelspartner eine eher untergeordnete Rolle ein. So gehen nur rund 1,4 % der deutschen Ausfuhren nach Japan. Der wichtigste Exportpartner, Frankreich, war im letzten Jahr für rund 9,5 % der deutschen Exporte verantwortlich.

Das Gefühl der technikbegeisterten Menschen, die an japanischen Produkten nicht vorbeikommen, trügt nicht. Denn der Handelsbilanzüberschuss zwischen den beiden Ländern fällt zugunsten Japans aus.

Rund 2,8 % der deutschen Importe kommen aus Japan. Damit liegt das “Land der aufgehenden Sonne” auf Platz 18 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Selbst Länder wie Ungarn nehmen im Hinblick auf deutsche Exporte eine höhere Bedeutung ein.

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Um ein Gefühl für diese Größenordnungen zu geben: Deutschlands Importe aus Japan belaufen sich auf rund 22 Mrd. Euro, die Exporte hingegen auf 13 Mrd. Euro.

Fahrzeuge und Maschinen als Exportschlager

Laut dem Europäischen Statistischen Bundesamt belaufen sich die Exporte nach Japan zu fast einem Drittel auf Maschinen und Fahrzeuge. Chemische Erzeugnisse machen ungefähr ein Viertel der Exporte aus.

Würde man eine feinere Unterteilung vornehmen, so waren die wichtigsten Ausfuhrprodukte Arzneimittel, Kraftfahrzeuge und Schweinefleisch. Japans wichtigste Exportwaren in die EU sind erwartungsgemäß Kraftfahrzeuge, Drucker sowie Digitalkameras.

Die beruhigende Nachricht ist, dass der produzierenden Industrie demnach vorerst nur geringe Nachteile aus wegfallenden Einfuhren aus Japan entstehen dürften.

Gleiches gilt für befürchtete Umsatzeinbußen aufgrund geringerer Exporte. Zumal Japan in den letzten Jahren ohnehin aufgrund der Wirtschaftskrise eine immer unwichtigere Rolle im Außenhandel mit Deutschland und Europa eingenommen hat.


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Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.