Jost Werke-Aktie: LKW-Zulieferer sattelt auf

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Die Aktie der Jost Werke ist über ein Jahr nach Börsengang wieder im Aufwind. Der LKW-Zulieferer legt vor allem in Amerika kräftig zu. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Es muss nicht immer der Leitindex sein. Nebenwerte sind zwar kleiner, bieten aber gute Chancen und haben Luft zu wachsen. So legte der Sdax über die Zeiträume von fünf oder drei Jahren doppelt so stark zu wie der Dax. Auch den Mdax konnte er hinter sich lassen. Zu den kleineren und erfolgreichen Konzernen gehört eines, dessen Name etwas Solides und Bodenständiges vermittelt: die Jost Werke.

LKW-Zulieferer über ein Jahr nach Börsengang

Dabei ist der LKW-Zulieferer mit 2.800 Mitarbeitern und 16 Produktionsstätten auf allen Kontinenten aktiv. Neben Südafrika liegt der Schwerpunkt in den USA. Die Zentrale befindet sich in Neu-Isenburg nahe Frankfurt. Die Jost Werke machen mit Sattelkupplungen und Stützwinden für Lastwagen und Anhänger ihr Geschäft – und sind Weltmarktführer. Lediglich in Amerika liegt der Rivale SAF-Holland vorn, der ebenfalls im Sdax notiert ist.

Um die Palette zu vervollständigen wurde 2001 der Hersteller von Anhängerkupplungen Rockinger übernommen, später folgten die Spezialisten für Achslenksysteme sowie Hydraulikzylinder Tridec und Edbro. Über drei Unternehmensbereiche werden die jeweiligen Produktgruppen produziert und vertrieben. Dazu gehören auch Containertechnologie sowie Achsen für Sattelzüge, Aufleger und Anhänger.

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Diese Geschäfte sind äußerst einträglich und gut planbar. Unter Investoren genießen LKW-Zulieferer ohnehin einen guten Ruf. Kein Wunder, dass nach stetem Wachstum Jost Werke im Juli 2017 an die Börse ging. Seitdem konnte die Jost Werke-Aktie um mehr als 25 % zulegen. Nach ihrem Börsendebut war es zunächst steil bergauf gegangen, im Frühjahr dieses Jahres aber knickte der Kurs ein, korrigierte nochmals im August und zieht seitdem wieder steil an.

Jost Werke gewinnt Marktanteile, Aktie legt zu

Anlass waren die erfreulichen Zahlen fürs erste Halbjahr. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,1 % auf 381,1 Mio. Euro gestiegen, der operative Gewinn auf 45 Mio. Euro – ein Plus von 44,3 %. Damit wurden die bereits zuvor angehobenen Prognosen mehr als bestätigt. Erfreulich dabei: In den USA konnten die Jost Werke kräftig Marktanteile gewinnen und dem Rivalen SAF-Holland auf die Pelle rücken. Die dortige Entwicklung ist für Jost Werke von zentraler Bedeutung.

Das Unternehmen setzt derzeit zum einen auf den Trend zu überlangen Schwertransportern mit Anhängern und mehreren Achsen. Zum anderen auf strengere Vorschriften, die nun auch China für Lastwagen eingeführt hat. Erfreulich zudem: Mit dem Börsengang wurde ein großer Teil der Schulden getilgt. Dividenden gibt es auch. Fürs laufende Jahr stehen 1,05 Euro an, die  Dividendenrendite beträgt damit 1,9 %. Mit einem KGV von 9,7 ist die Jost Werke-Aktie fair bewertet und bietet allen, die mit einem kleinen Risiko etwas aufsatteln wollen, eine gute Einstiegschance.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.