Kampf gegen das Bargeld: Kommt bald die Gold-Steuer?

Als regelmäßiger Leser wissen Sie, dass die Politik- und Finanz-Eliten alles tun um das Bargeld abzuschaffen; beispielsweise in Indien. Abschaffung […]

Als regelmäßiger Leser wissen Sie, dass die Politik- und Finanz-Eliten alles tun um das Bargeld abzuschaffen; beispielsweise in Indien.

Abschaffung des Bargelds: Probelauf Indien

Die indische Regierung hat bereits vor geraumer Zeit vorgemacht, wie das in der Praxis geht.

Beachten Sie bei den nachfolgenden Ausführungen, dass Indien eines der bevölkerungsreichsten Länder dieser Erde ist.

Und daher ist dieser Probelauf mehr als wichtig!

Urplötzlich verkündete der indische Premierminister Narendra Modi im November 2016 eine Überraschungs-Reform, die vorab völlig geheim vorbereitet wurde:

die Teilabschaffung – oder auch „Zwangsverknappung“ – des Bargelds.

Offenbar geschah dies, um die Schattenwirtschaft lahmzulegen, die in Indien rund 20% der Wirtschaftskraft ausmacht.

Premierminister Modi kündigte zudem an seine Nation zu einer bargeldlosen Gesellschaft machen zu wollen.

Bargeld-Rationierung und Zwangs-Umtausch retten die Banken vor einem Kollaps

Zahlreiche Experten sind sich dagegen sicher, dass die Wahrheit eine ganz andere war und ist.

Denn mit dem Zwangs-Umtausch und der Bargeld-Rationierung wurden und werden nichts anderes als die indischen Banken gerettet.

Sehen Sie: Die dortigen – allen voran die staatlichen – Banken haben faule Kredite in Milliarden-Höhe angehäuft.

Diese sollen annähernd rund 9% ihrer gesamten Kreditsumme ausmachen; v. a. im Jahr 2016 hat sich die Lage dahingehend dramatisch zugespitzt.

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Doch mit der Überraschungs-Reform gewinnen die Geldhäuser etwas Zeit.

Denn wenn die Cash-Einlagen zwangsweise bei ihnen verbleiben müssen, kann ein Banken-Kollaps zunächst vermieden werden – so einfach ist das.

Die großflächige Entwertung von Cash

So verlor 86% des Bargelds, das in Indien im Umlauf gewesen war, quasi über Nacht seinen Wert.

Die bislang geltenden 500- und 1.000-Rupien-Scheine (entspricht rund 14 €) wurden einfach als ungültig erklärt und sollten so schnell wie möglich aus dem Verkehr gezogen werden.

Und das Ganze sollte damals mit einer Frist bis zum 31. Dezember 2016 erfolgen.

Bis dahin sollten die Menschen ihr altes Bargeld auf ein Konto einzahlen oder es gegen neu entworfene Banknoten umtauschen, die zusätzliche Sicherheits-Merkmale aufweisen.

Das Problem war nur, dass die Hälfte aller Inder gar kein eigenes Konto besitzt…

Die Auslösung eines negativen Bank-Runs

Dennoch begann der Run auf die Banken – allerdings nicht um Geld abzuheben, sondern um es dorthin zu bringen, bevor es nichts mehr wert war.

In diesem Fall spricht man von einem negativen Bank-Run.

Allerdings brachte das dem einzelnen Bankkunden herzlich wenig. Denn nicht nur die Abhebungen an Geldautomaten wurden auf 4.000 Rupien (rund 54 €) pro Tag begrenzt.

Sondern in den Bankfilialen durften auch nicht mehr als 20.000 Rupien pro Kunde und pro Woche ausgeben werden. Der Rest musste auf den Konten verbleiben.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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