Kaputte Eliten und der Vertrauens-Verlust in Regierungen und Medien

Sie haben es sicher längst geahnt, und nun ist es quasi amtlich: Die Demokratie ist in der Krise – und zwar […] (Foto: JMiks / shutterstock.com)

Sie haben es sicher längst geahnt, und nun ist es quasi amtlich: Die Demokratie ist in der Krise – und zwar global.

Massiver Vertrauens-Verlust in Eliten und Demokratie

Das Unternehmen Edelman Trust Barometer hat im Herbst 2016 mehr als 33.000 Bürger in 28 Staaten befragt.

Das Ergebnis ist nicht nur nüchtern, sondern geradezu schockierend.

Denn es dokumentiert einen bislang beispiellosen Vertrauens-Verlust in Medien, Geschäftswelt, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und Regierungen.

Insbesondere zeigt es den Vertrauens-Verust in jene, die Demokratie nach westlichem Muster betreiben – darunter auch Deutschland.

Kurzum: In 21 von 28 Ländern, in denen die Menschen befragt wurden, ist das Vertrauen regelrecht erodiert.

Das kaputte System

Tatsächlich glaubt ein großer Teil der Menschen, dass das politische System sprichwörtlich zum Teufel geht; kaputt ist.

Denn es würde die Eliten ungerecht begünstigen. Harte Arbeit würde nicht mehr belohnt werden, der Führung könne nicht vertraut werden. Außerdem würden starke Reformen gebraucht.

  • 53% der Befragten sind davon überzeugt, dass das System gescheitert ist.
  • 32% wissen nicht, was sie davon halten sollen.
  • Und nur 15% meinen, dass es funktioniert.

Weite Teile der breiten Masse und der informierten Bevölkerung zeigen o. g. Instanzen die rote Karte

Nur noch 45% der breiten Masse vertraut den Institutionen (55% nicht).

Und 60% der informierten Bevölkerung vertrauen ihnen (40% nicht).

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Besonders weit geht diese Schere in den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich auseinander.

Vielleicht – oder gerade deshalb – wurde in den USA Donald Trump zum neuen Präsidenten gewählt und entschieden sich die Briten für den BrExit.

Es gibt auch in den anderen Ländern eine Menge Gründe dafür. Nachfolgend verraten wir Ihnen, welche das sind.

Darum ist das Misstrauen der Bürger so groß

Der Ursprung des Vertrauens-Verlusts begann während der globalen Finanzkrise und der großen Rezession von 2008.

Damals wurde den Menschen bewusst, wer wirklich am Geldhahn dreht – v. a. aber, wer tatsächlich verliert und wer gewinnt; sie jedenfalls waren es nicht…

Doch auch die Globalisierung allgemein mit ihrem technologischen Wandel, der Arbeitsplätze gefährdet, die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderklaffen lässt, hat das Vertrauen in globale Institutionen geschwächt.

Verheerende Zahlen, die wachrütteln

Konkret haben nur noch 41% der Befragten Vertrauen in die jeweilige Regierung, in die Geschäftswelt 52% und in die NGOs 53%.

An dieser Stelle möchten wir Sie noch auf eine andere Umfrage (Statista) aufmerksam machen.

Diese wurde ebenfalls im Herbst 2016 zum Vertrauen in die Bundesregierung durchgeführt.

Demnach gaben 43% der Befragten an, der Regierung eher nicht zu vertrauen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.