Keine Mietminderung – da Mieter Beseitigung von Mietmangel verhindert

Wenn Mieter auf einen Mietmangel hinweisen, aber die Beseitigung dieses Mangels nicht ermöglichen, so ist eine Mietminderung nicht möglich. (Foto: karamysh / Shutterstock.com)

In einer Mietwohnung war durch eine undichte Wasserleitung ein Wasserschaden an der Decke des Badezimmers eingetreten.

Um diesen Mangel zu beheben, hatte der Vermieter die Decke aufreißen lassen.

Doch die nötigen Maßnahmen zur Behebung des Wasserschadens konnten nicht abgeschlossen werden, da der Mieter keinen Zutritt zur Wohnung mehr gewährte.

Doch da begann der Stress für den Vermieter erst:

Der Mieter bestand darauf, dass sein Ersatzanspruch für weitere Schäden erfüllt wird, der durch das eintretende Wasser verursacht wurde.

Außerdem strich der Mieter seine Mietzahlungen um 50 Prozent – Begründung für diesen Schritt: In der Badezimmerdecke würde ja noch immer ein Loch klaffen.

Die ausstehenden Mietzahlungen durch die ungerechtfertigte Kürzung beliefen sich zusammengerechnet auf neun Monatsmieten, als der Vermieter die fristlose Kündigung aussprach.

Sowohl die Zahlungs- als auch die Räumungsklage war in beiden Instanzen von Erfolg gekrönt.

Die Mietkürzung des Mieters aufgrund des vorhandenen Mangels war in keiner Weise rechtens.

Zwar war das Badezimmer in keinem akzeptablen Zustand, doch der Mieter hatte den Vermieter daran gehindert, den festgestellten Mangel ordnungsgemäß zu beseitigen.

Landgericht Karlsruhe, Aktenzeichen 9 S 206/08

Mit diesem Urteil hat das Karlsruher Landgericht einen renitenten Mieter in die Schranken gewiesen. Gleichzeitig haben Sie als Vermieter mehr Rechtssicherheit in solchen Fällen.

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.