Kindergeldzuschlag: Der Höchstbetrag für den finanziellen Zuschuss

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Der Kindergeldzuschlag ist eine zusätzliche Leistung zum Kindergeld. Der Höchstbetrag liegt bei 140 € pro Kind und Monat. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Kindergeldzuschlag: Eine Hilfe für Geringverdiener 

Seit dem 1. Januar 2005 können Elternpaare oder Alleinerziehende den Kindergeldzuschlag beantragen. Der Kindergeldzuschlag ist eine zusätzliche Leistung, welche die Kinderarmut in Deutschland mildern soll. Er ist für Eltern vorgesehen, deren Einkommen zwar für die eigene Existenz genügt, aber die Kosten der Kinder nicht zusätzlich decken kann. 

Um den Eltern eine Abhängigkeit vom Arbeitslosengeld II zu ersparen, zahlt die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit den betroffenen Familien ergänzend zum regulären Kindergeld den Kindergeldzuschlag. Damit soll die Bereitschaft von Eltern, für ihren eigenen Lebensunterhalt aktiv zu sorgen, honoriert werden. 

Erfahren Sie in diesem Beitrag alles über diesen Zuschlag. 

Besteht der Anspruch auf Kinderzuschlag für mehrere Kinder, welche im selben Haushalt leben wie die Eltern, wird ein sogenannter „Gesamtkinderzuschlag“ errechnet. 

Voraussetzungen für den Kindergeldzuschlag – das Mindest- und Höchsteinkommen

Anspruch auf Kindergeldzuschlag haben Alleinerziehende und Elternpaare für unverheiratete, unter 25 Jahre alte Kinder, die in ihrem Haushalt leben und für die Kindergeld bezogen wird.  

Die Höhe der Mindesteinkommensgrenze 

Grundsätzlich ist wichtig zu wissen, dass das monatliche Einkommen der Erziehungsberechtigten die Mindesteinkommensgrenze erreichen muss, um Anspruch auf den Kindergeldzuschlag zu haben. 

Hierzu zählen beispielsweise das Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit, Arbeitslosengeld I, das Krankengeld und so weiter. Falls ausschließlich Sozialleistungen wie ALG II/ Hartz IV, Sozialgeld oder Sozialhilfe in Anspruch genommen werden, kann die Mindesteinkommensgrenze nicht erreicht werden und der Anspruch auf den Kinderzuschlag entfällt somit. 

Für Elternpaare gilt eine Mindesteinkommensgrenze in Höhe von 900 €, für Alleinerziehende ist ein Betrag von 600 € festgelegt worden. 

Die Bestandteile der Höchsteinkommensgrenze 

Gleichzeitig darf das zu berücksichtigende Einkommen und Vermögen jedoch auch die geltende Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigen. 

Die Höchsteinkommensgrenze setzt sich aus dem elterlichen Bedarf im Sinne der Regelungen zum Arbeitslosengeld II und dem prozentualen Anteil an den angemessenen Wohnkosten sowie dem Gesamtkinderzuschlag zusammen. 

Sie sehen, die Höchsteinkommensgrenze ist sehr individuell auf jede Familie zugeschnitten. Um jedoch trotzdem spielend leicht herausfinden zu können, ob Sie Anspruch auf den Kindergeldzuschlag haben, stehen Ihnen im Internet Rechner zur Ermittlung des Kindergeldzuschlags zur Verfügung. 

Der Höchstbetrag: Vermögen von Kind und Eltern spielt wichtige Rolle 

Die Höhe des Kindergeldzuschlags richtet sich nach dem Einkommen der Eltern. Auch das Vermögen wird bei der Berechnung herangezogen. Dazu gehören Bargeld, Spareinlagen, Bausparguthaben sowie Haus- und Grundbesitz. 

Zudem wird das Vermögen der Kinder hinzugerechnet. Hat ein Kind ein eigenes Einkommen, wird dieses Einkommen vom höchstmöglichen Kinderzuschlag abgezogen. Lediglich Wohn- und Kindergeld, wie beispielsweise Unterhalt oder Halbwaisenrente, bleiben von der Berechnung unbehelligt. 

Der Höchstbetrag des Zuschlags liegt laut § 6a Abs. 2 S. 1 derzeit bei 180 € pro Kind und Monat. 

Berechnung des Kindergeldzuschlags: Der Regelbedarf zur Sicherung des Lebensunterhaltes 

Bei der Berechnung des Kindergeldzuschlages spielt insbesondere die Bemessungsgrenze des Regelbedarfs zur Sicherung des Lebensunterhaltes eine entscheidende Rolle. 

Seit Jahresbeginn 2011 liegt die Bemessungsgrenze für alleinstehende Elternteile bei 364 €. 

Für Elternpaare gilt ein Betrag von 656 € monatlich. 

Für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres werden jeweils 215 € mit herangezogen, Kinder ab dem 7. Lebensjahr bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres werden mit 251 € bedacht. 

Vom 15. Lebensjahr bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gelten 287 € als Bemessungsgrenze und für volljährige Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres sind 291 € pro Monat vorgesehen. 

Mehrbedarf und Grundkosten 

Zusätzlich werden mögliche Mehrbedarfe in die Berechnung des Zuschlages mit einbezogen. 

Hierzu zählen zum Beispiel: 

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  • Mehrbedarf bei Schwangerschaft 
  • Mehrbedarf für alleinerziehende Eltern 
  • Mehrbedarf für besondere Ernährung bei Krankheit oder Behinderung 

In machen Härtefällen können Mehrbedarfe auch individuell errechnet werden, das gilt besonders für einmalige Bedarfe. 

Heizung und Unterkunft sind individuell zu errechnen. Hierbei werden die tatsächlichen Aufwendungen berücksichtigt, allerdings nur soweit diese Aufwendungen auch angemessen sind. 

Kindergeldzuschlag: Wie und wo kann ich den Antrag stellen? 

Der Kindergeldzuschlag muss gesondert und unabhängig vom Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur beantragt werden. 

Das entsprechende Formular erhalten Sie entweder bei jeder Familienkasse der Bundesagenturen für Arbeit oder aber Sie können es sich im Internet herunterladen und ausdrucken. In der Regel sitzt die für Ihre Belange zuständige Familienkasse in der Bundesagentur für Arbeit, welche Ihre Gemeinde betreut. Dies gilt auch für Angehörige des öffentlichen Dienstes. 

Wer zuvor Arbeitslosengeld II bei der Agentur für Arbeit oder bei einem Jobcenter beantragt hat, muss mit dem Antrag seine Einkommens- und Vermögensbescheide nicht erneut einreichen. Die Familienkasse holt in diesem Fall die notwendigen Informationen bei der entsprechenden Stelle ein. 

Die Zahlung erfolgt erst ab dem Tag der Antragstellung und wird im Folgenden jeden Monat mit dem Kindergeld zusammen gezahlt. 

Kindergeldzuschlag: Antrag stellen und rückwirkend erhalten 

Es ist nicht möglich, gleichzeitig den Kindergeldzuschlag und Arbeitslosengeld II/Sozialgeld bzw. Leistungen der Sozialhilfe zu erhalten. Dadurch ergibt sich ein Sonderfall, in dem es möglich ist, den Kinderzuschlag rückwirkend zu beantragen und zu erhalten: 

Nehmen wir an, eine alleinerziehende Mutter hat bisher Arbeitslosengeld II erhalten. Nun bekommt sie eine Mitteilung, dass sie diese finanzielle Unterstützung in Zukunft nicht mehr erhalten wird und daher den Kindergeldzuschlag beantragen soll. Erreicht die Mutter dieses Schreiben allerdings zu spät, kann es sein, dass sie den Antrag auf den Zuschlag nicht mehr rechtzeitig einreichen kann. 

In diesem Fall ist es möglich, den Kindergeldzuschlag auch rückwirkend zu beantragen – sonst müsste die Familie eine Zeit lang sowohl ohne Arbeitslosengeld II als auch ohne den Kindergeldzuschlag auskommen. 

Allerdings gilt es auch in diesem Fall, schnell zu handeln. Die genaue Antragsfrist für solche Sonderfälle ist im Bundeskindergeldgesetz geregelt (Bundeskindergeldgesetz § 6a Kinderzuschlag (2)). 

Kein Geld für den Schulausflug? Auch hier können Sie einen Antrag stellen 

Zusätzlich können Bezieher des Kinderzuschlages für ihre Kinder auch Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten. 

Folgende Leistungen können Sie sich unter anderem zusätzlich bezuschussen lassen: 

  • eintägige Ausflüge von der Schule oder Kindertagesstätte
  • mehrtägige Klassenfahrten der Schule oder Kindertagesstätte
  • Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf
  • Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule
  • eine angemessene Lernförderung
  • eine gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in der Schule, der Kindertagesstätte oder dem Hort

Die Leistungen für Bildung und Teilhabe sind bei den von den jeweiligen Bundesländern bestimmten kommunalen Trägern, etwa bei Gemeinde, Landkreis oder Stadtverwaltung, zu beantragen. 

Dort erhalten Sie auch entsprechende Antragsvordrucke. 

Kindergeldzuschlag bei einem Kind in Ausbildung 

Kindergeld kann für ein unverheiratetes Kind in einer Berufsausbildung, das noch zuhause wohnt, bis zum vollendeten 25. Lebensjahr erhalten werden. Mit einer Berufsausbildung ist eine Ausbildung gemeint, die auf einen zukünftigen Beruf hinarbeitet. 

In dieser Ausbildung sollen also Fähigkeiten und Kenntnisse erworben werden, durch die der spätere Beruf ausgeübt werden kann. Damit können eine Schule, eine betriebliche Ausbildung oder auch ein Studium gemeint sein. 

Dabei können Kinder sowohl während der ersten Berufsausbildung, als auch bei einem Erststudium hinzuverdienen, ohne den Anspruch auf das Kindergeld zu verlieren. Auch ein dualer Student hat weiterhin den Anspruch auf sein Kindergeld. 

Doch um den Kindergeldzuschlag zu erhalten, darf die Einkommensgrenze der Familie durch den Zuverdienst des Kindes nicht überschritten werden. 

Folgt zudem noch eine weitere Ausbildung, beispielsweise ein Zweitstudium, treten weitere Einschränkungen ein. Das Kind erhält nur weiterhin Kindergeld, wenn es nicht mehr als zwanzig Stunden in der Woche arbeitet und nur bis das 25. Lebensjahr erreicht ist. 


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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