Knock-Out-Zertifikate

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Sie sind faszinierend und gefährlich zu gleich. Hier erfahren Sie alles über die Chancen und Risiken dieses besonderen Finanzproduktes. (Foto: Cinberg)

Bei der Investition in ein Knock-Out-Zertifikat kann man sehr viel gewinnen, aber auch alles verlieren. Der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg ist daher äußert schmal.

Dieser Sachverhalt führte dazu, dass dieses Produkt in Anlehnung an den Boxsport Knock-Out-Zertifikat genannt wurde.

Beim Boxen kann auch ein Schlag über Sieg oder Niederlage in einem Kampf entscheiden. Der entscheidende Schlag, der zum k.o. des Gegners führt, wird Knock-Out genannt.

Wie Sie den Knock-Out bei Ihrer Investition abwenden können, erfahren Sie hier.

Knock-Out-Zertifikate sind Derivate

Bei Knock-Out-Zertifikaten investiert der Anleger nicht direkt in eine Aktie. Die Performance des Zertifikats leitet sich viel mehr von der Entwicklung der Aktie ab. Zertifikate werden daher auch als Derivate bezeichnet.

Eine Aktie wird in diesem Zusammenhang wiederum als Basiswert benannt. Diese Art von Zertifikaten ermöglicht es einem sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu spekulieren.

Der Wert eines Knock-Out-Zertifikates wird durch zwei Faktoren bestimmt

Der erste Faktor ist der Basiswert. Wenn man  z.B.  auf steigende Kurse bei der Allianz-Aktie setzt, kann man ein Tubo-Knock-Out- Zertifikat Allianz kaufen. Wenn die Allianz-Aktie dann steigt, steigt auch der Wert meines Zertifikates.

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Falls die Aktie fällt, sinkt selbstverständlich auch der Wert des Zertifikates. Der zweite Faktor ist der Strikepreis. Jedes Knock-Out-Zertifikat hat einen Strikepreis. Der Strikepreis liegt am Anfang immer unter dem Basiswert. Wenn das Zertifikat auf den Strikepreis zurückfällt, wird es wertlos.

Große Chancen und große Risiken

Dem Risiko alles zu verlieren steht ein großes Gewinnpotenzial entgegen. So werden die Bewegungen des Basiswertes in einem Zertifikat in beide Richtungen verstärkt. Der Grad der Verstärkung wird durch die Höhe des Hebels ausgedrückt.

Wenn in unserem Beispiel die Aktie der Allianz um 10% steigt und der Hebel bei 5 liegt, gewinnt das Zertifikat 50% an Wert. Der Hebel entsteht durch die Aufnahme eines Kredites.  Das ist so, wie wenn man ins Kasino geht und 10 Euro in Spielchips umtauscht. Zusätzlich bekommt man einen Kredit über 40 Euro zum Spielen. Insgesamt verfügt man dann über 50 Euro.

Dank etwas Glück werden beim Roulette-Spiel aus den 50 Euro 55 Euro. Die 5 Euro Reingewinn bedeuten bei einer Investitionssumme von 10 Euro einen Gewinn von 50%.

Risiken begrenzen: Stoppkurse setzen

Bei einem Knock-Out-Zertifikat handelt es sich um ein hochspekulatives Finanzprodukt. Wenn die Knock-Out-Schwelle erreicht wird, verliert der Anleger alles. Es empfiehlt sich daher Stoppkurse zu setzen, um zu verhindern, dass die Schwelle erreicht wird.

Bei einem Stoppkurs legen Sie einen Wert fest, bei dem Ihre Position automatisch verkauft wird.  Auch sollten Anleger nur einen sehr kleinen Teil ihres Vermögens in diese Art von Produkten stecken.


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Ludwig Buhmann
Von: Ludwig Buhmann. Über den Autor

Ludwig Buhmann analysiert für die GeVestor-Leser politische Entwicklungen rund um den Globus.