Konjunktur-Aussichten: 2019 mit langsamstem Wirtschaftswachstum seit 2013

Deutschland Regierung Reichstag – shutterstock_526234636

Dass sich die Konjunktur-Aussichten für 2019 verschlechtern, liegt sowohl an heimischen als auch an globalen Problemen wie dem Brexit. (Foto: canadastock / shutterstock.com)

Seit 2009 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland konstant gewachsen, zum Teil um 2,2 Prozent pro Jahr. Von 2017 auf 2018 hat sich das Wachstum schon verlangsamt und auch für 2019 erwarten Ökonomen einen Rückgang des BIP-Wachstums.

Konjunktur-Aussichten: 2019 verlangsamt sich das Wachstum

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird für 2019 noch mit voraussichtlichen 1,5 Prozent angegeben, das wäre der niedrigste Wert seit 2013. Die Gründe für die Verlangsamung der Konjunktur liegen unter anderem in einem Mangel an Fachkräften begründet. So fehlen sowohl in der Bau- als auch in der IT-Branche qualifizierte Kräfte, um freie Arbeitsplätze zu besetzen, wodurch Steuereinnahmen fehlen.

Auch der Brexit hemmt die Konjunktur, zu ungewiss sind immer noch die Konsequenzen des Austritts Großbritanniens aus der EU. Andere EU-Länder blicken ebenfalls besorgt nach Großbritannien – nicht nur Deutschlands Wirtschaft ist eng mit dem Vereinigten Königreich verknüpft.

Handelskonflikte zwischen China und den USA sowie zwischen den USA und Europa sind weitere Drücker des Wachstums – eine schlechtere globale Konjunktur schlägt sich auch auf Deutschland nieder. Schließlich ist Deutschland eine der exportstärksten Nationen der Welt und leidet unter wirtschaftlichen Veränderungen im Ausland. Auch die Autoindustrie hat in 2019 weiterhin mit Problemen zu kämpfen, das neue Abgasprüfverfahren hat das Wachstum dieser Branche geschwächt.

Trotz Konjunkturschwäche sind die Aussichten für 2019 immer noch positiv

Dass die Konjunktur-Aussichten für 2019 in Deutschland trotz einiger Schwächen immer noch positiv sind, liegt unter anderem am privaten Konsum, der durch das niedrige Zinsniveau weiterhin gefördert wird. Auch der Immobiliensektor und der damit verbundene Bauboom kurbeln die Wirtschaft weiterhin an.

Auch weltweit verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum

Das weltweite Wirtschaftswachstum wird für 2019 auf 2,9 Prozent geschätzt. 2018 waren es noch 3,0 Prozent. Handelskonflikte und die stark unter Druck stehenden Finanzmärkte in einigen Schwellenländern lassen das Wachstum langsamer werden. Die USA als größte Wirtschaftsnation der Welt müssen ebenfalls mit Konjunkturrückgängen rechnen. Nach einem Wachstum von 2,9 Prozent in 2018 werden für 2019 nur noch 2,5 Prozent erwartet. 2020 könnten es sogar nur noch 1,7 Prozent Wachstum sein, die Gründe dafür sind unter anderem die verblassenden Effekte deform Donald Trumps.

Für Deutschland gilt, dass die Zahl der Erwerbstätigen auch in Deutschland weiter steigen wird, wenn auch etwas langsamer als in den letzten Jahren. Dennoch sind die Aussichten immer noch gut und ein Rückgang der Konjunktur ist noch nicht in Sicht.

Brexit Flaggen London – shutterstock_442357747 Zoltan Gabor

Trump-Power: Was die Welt tatsächlich brauchtEin neuer Kampf steht an: Protektionismus gegen Globalisierung. US-Präsident Donald Trump setzt auf "America first", auf Abschottung mit Handels-Hemmnissen für ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt, um diesen zu schützen. Beispielsweise… › mehr lesen

Was bedeuten die Konjunktur-Aussichten für 2019 für Anleger?

Für Anleger in Deutschland ist vor allem der ungeklärte Brexit ein Risikofaktor. Die Planungsgrundlage für viele Unternehmen fehlt, was die Aktienkurse sehr anfällig macht. Besonders ein ungeordneter Brexit, der unter anderem Handelszölle zur Folge hätte, wäre für den deutschen Exportmarkt ein großes Problem und könnte Verluste bedeuten. Von Januar 2018 bis Januar 2019 hat der DAX rund 20 Prozent verloren, was aber auch zur Folge hat, dass viele deutsche Aktien zur Zeit relativ günstig sind.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.