Kreuzfahrt Aktien – das Geschäft brummt

Kreuzfahrt-Aktien sind weniger im Fokus der Anleger, dabei kann man mit ihnen gutes Geld verdienen. Das Geschäft auf hoher See läuft rund. (Foto: Denis Belitsky / shutterstock.com)

Sie sind lediglich eine Nische im weltweiten Tourismusmarkt, doch sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und höchster Zufriedenheit unter den Kunden: Kreuzfahrten sind ständig ausgebucht.

Angesichts einer Zuwachsrate von über 10 % allein im Vorjahresvergleich werden bis 2026 insgesamt 97 neue Schiffe die Flotten der Reeder und Veranstalter erweitern. Für Kreuzfahrt-Aktien heißt es: volle Kraft voraus!

3 echte Kreuzfahrt-Aktien zur Auswahl

Allein im letzten Jahr stachen weltweit rund 24 Mio. Passagiere in See, um eine Auszeit mit meist vollem Verwöhnprogramm zu genießen. Und das kommt längst nicht mehr nur beim älteren, gut situierten Publikum an. Hinzu kommt ein neuer Wachstumstreiber: die aufstrebende Mittelschicht in den Schwellenländern Asiens. Allein in China rechnet die Branche mit jährlichen Zuwachsraten von gut 30 %.

Letztlich sind es nur drei echte Kreuzfahrt-Aktien, die Anlegern zur Verfügung stehen. Rund 84 % des Weltmarkts werden von vier Unternehmen beherrscht: Carnival Corporation, Royal Caribbean Cruises, Norwegian Cruise Line und der Schweizer MSC Kreuzfahrten, deren Aktien aber nicht an der Börse gehandelt werden.

1. Carnival Corporation

Die Nummer eins ist Carnival. Der AIDA-Mutterkonzern aus Florida verfügt über 101 Schiffe und tritt über zehn verschiedene Marken auf – vom günstigen Angebot bis zum Premiumsegment. Seit 2016 haben die Erlöse zweistellig zugelegt. Der Umsatz stieg zuletzt um 14,3 % auf rund 16,4 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis um 11,3 % auf 3,07 Mrd. US-Dollar.

Die Dividendenrendite von fast 3 % kann sich sehen lassen. Und mit einem KGV von 14,5 ist die Kreuzfahrt-Aktie unterbewertet. Seit dem Jahr 2000 brachte sie rund 164 % Plus. Aktionären bietet Carnival eine verlockendes Angebot: Wer mindestens 100 Aktien hält, bekommt ein Bordguthaben. Bei Buchung einer zweiwöchigen Reise beispielsweise gibt es 200 Euro.

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2. Royal Caribbean Cruises

Nicht ganz so stolz waren die Umsatzzuwächse bei der Nummer zwei, Royal Caribbean Cruises. Das ebenfalls in Florida beheimatete Unternehmen kam 2017 auf 8,77 Mrd. US-Dollar Umsatz, der Betriebsgewinn jedoch stieg um 26,6 % auf 1,65 Mrd. US-Dollar.

In gleicher Höhe stieg die Dividende auf 2,16 US-Dollar mit einer Rendite von 2,2 %. Royal Caribbean Cruises ist gemessen am Umsatz aber auch mit 49 Schiffen gut halb so groß wie Carnival. Dafür brachte die Aktie auf Zehnjahressicht über 422 % Plus. Sie ist ebenfalls unterbewertet.

3. Norwegian Cruise

Auch die Norwegian Cruise Line hat ihren Sitz in Florida. Mit drei Marken setzt das Unternehmen mehr auf Individualität. Über 500 Ziele werden mit derzeit 14 Schiffen angesteuert. Dafür steigen die Umsätze jährlich zweistellig. 2017 wurden ca. 5,4 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet. Das operative Ergebnis kam auf 1 Mrd. US-Dollar, 20% mehr als im Vorjahr. Allerdings fällt die Dividende mit einer Rendite von 0,35 % sehr übersichtlich aus. Auch diese Kreuzfahrt-Aktie ist etwas unterbewertet. Seit dem Börsengang 2013 brachte sie ein Plus von fast 124 %.

Natürlich haben auch Reiseriesen wie TUI oder Thomas Cook Schiffe und Kreuzfahrten im Programm, doch hierbei handelt es sich jeweils um einen Teil des gesamten Geschäfts, weswegen die beiden keine reinen Kreuzfahrt-Aktien sind.

Die großen Player haben einen entscheidenden Vorteil: Sie operieren in einem Markt mit hohen Eintrittsbarrieren und bilden ein Oligopol, das kaum einzuholen ist. MSC Kreuzfahrten mit Sitz in Genf übrigens kommt mit derzeit 14 Schiffen auf einen Marktanteil von gut 10 %. Und schon sind vier neue Dampfer bestellt. Damit haben die Schweizer Norwegian Cruises auf Platz vier verdrängt. Das Familienunternehmen will jedoch seine Anteile nicht aus der Hand geben.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.