Kriterien für die langfristige Geldanlage

Vermögen bilden, Rücklagen schaffen, für spätere Tage vorsorgen – wer sein Geld anlegen will, steht vor einer verwirrenden Angebotsvielfalt. Soll es aber Gewinn bringen, so dass die Zuwächse klar über der Inflation liegen, wird die Auswahl schon übersichtlich.

Bausparverträge und Lebensversicherungen zum Beispiel eigenen sich kaum. Nicht nur wegen der niedrigen Verzinsung, auch weil sich die Anbieter und Vermittler mit kräftigen Gebühren und Provisionen bedienen.

Zentrale Kriterien langfristiger Geldanlagen

Die Kosten gehören zu den wichtigen Kriterien einer langfristigen Geldanlage. Je weniger vom Ertrag abgeht, desto besser. Das gilt für Zinsanlagen genauso wie für Aktienfonds. Doch der Ertrag ist nur eine Sache. Die grundlegenden Kriterien für langfristige Geldanlagen sind, neben der Rentabilität, das Risiko und die Liquidität.

Bei jedem Investment muss man an irgendeinem der drei Punkte Abstriche machen. Anlageprodukte mit höchster Rendite, maximaler Sicherheit und stets verfügbarem Kapital in einem gibt es nicht.

Wertpapiere mit hoher Rendite können zwar sehr liquide sein, bringen aber automatisch ein erhöhtes Risiko mit sich. Eine sehr sichere Geldanlage mag mehr oder weniger liquide sein, ist aber stets weniger rentabel.

Und noch etwas Grundlegendes zu den Kriterien einer Geldanlage: Langfristig heißt per Definition, dass sie eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren hat. Aus Anlegersicht jedoch kommt es weniger auf vertragliche Bindungsfristen, sondern den persönlichen Anlagehorizont an.

Sichere Zinsanlagen mit wenig Ertrag

Aktien etwa, die auf Wertzuwächse abzielen, lassen sich jederzeit kaufen und verkaufen. Sie gehören ebenso zu den Sachwerten wie Gold oder Immobilien. Feste Laufzeiten indes finden sich eher bei Zinsanlagen wie Festgeldkonten. Die sind etwas besser verzinst als Tagesgeldkonten, wo man aber frei über sein Geld verfügen kann.

Anleihen haben als festverzinsliche Wertpapiere ebenfalls bestimmte Laufzeiten, können aber zum aktuellen Kurs jederzeit verkauft werden.

Nicht nur mit Blick auf die Liquidität sind extrem sichere Anlagen wie Festgelder die schlechtere Wahl. Bei festen Zinsen, die kaum über 1% liegen, überwiegt der Vorteil eines Tagesgeldkontos, das sich als Kapitalparkplatz für andere Investments nutzen lässt.

Bundesanleihen etwa rangieren in Sachen Sicherheit ganz oben, doch bringen sie auch nicht mehr ein. Die Niedrigzinsphase wird noch länger anhalten.

Anleihen mit höherer Verzinsung sind weniger sicher. Zudem muss man sich bei anderen Staaten oder Unternehmen, denen man sein Geld leiht, schon genauer mit deren Bonität und Situation beschäftigen.

Ohne ein Mindestmaß an Sachverstand können auch scheinbar sichere Immobilien zur Falle werden. Das gilt für Fonds und erst recht für Häuser oder Wohnungen. Abgesehen vom Wert verursachen Kauf, Vermietung und Instandhaltung einen Aufwand, der gerne unterschätzt wird. Immobilien lassen sich notfalls nicht so schnell verkaufen wie Gold oder Aktien.

Renditen bringen mehr

Insgesamt bringen Renditen auf absehbare Zeit deutlich höhere Erträge als Zinsen. Aktien solider, großer Unternehmen sind zwar weniger sicher als Bundesanleihen, aber auch nicht hochriskant.

So hat der deutsche Leitindex Dax seit 1966 pro Jahr um durchschnittlich 8,3% an Wert gewonnen, seit 2008 sogar um über 11%. Selbst wer in der Finanzkrise Ende 2007 alle 30 Aktien gekauft hätte, käme immer noch auf eine Rendite von 4%.

Dabei muss man nicht einzelne Aktien kaufen. Mit einem ETF (Exchange Traded Fund) kann man einen kompletten Index seiner Wahl abdecken und von dessen Wertentwicklung eins zu eins profitieren. ETFs sind als passive Indexfonds die billigste Aktienfonds-Variante, weil sie ohne Manager auskommen, die ein besseres Ergebnis erzielen wollen. Den wenigsten gelingt es. Die teuren Gebühren kann man sich sparen.

ETFs auf große Indizes kosten jährlich nur zwischen 0,1% und 0,5% von Anlagegeld. Sie werden fortlaufend an der Börse gehandelt und sind vor Insolvenz geschützt. Außerdem erhöhen sie die Sicherheit der Geldanlage, da sie durch die Abdeckung aller Titel im Index das Risiko breit streuen.

In dieser Form gibt es ETFs auch auf andere Anlageklassen wie etwa Anleihen. Wer will, kann auch in einen ETF-Sparplan investieren, zum Teil ab monatlichen Raten von 25 €. In mageren Zeiten kann man problemlos eine Weile aussetzen. Die Konditionen sind extrem flexibel.

Fazit: Streuung zur Absicherung

Günstig, transparent, flexibel und einigermaßen sicher – das sind eigentlich die wesentlichen Kriterien einer langfristigen Geldanlage. Will man weder auf Sicherheit noch auf Chancen verzichten, lässt sich das Anlagegeld auf unterschiedliche Investments verteilen. Das sollte man ohnehin tun, weil sich mit der Streuung die Vor- und Nachteile sowie Risiken ausgleichen.


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24. Mai 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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