Künstliche Intelligenz: Hintergründe und Chancen für Anleger

Bereits vor einigen Monaten hat die Schweizer Großbank UBS eine Offensive im Bereich der Künstlichen Intelligenz bekanntgegeben. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Wissen Sie, wie die Zukunft unserer Arbeitswelt aussehen wird? Die Frage ist hochspannend und beschäftigt immer mehr Zukunftsforscher.

Dabei könnten die Ergebnisse kaum unterschiedlicher ausfallen.

Während ein Teil der Wissenschaftler einen regelrechten Kahlschlag am Arbeitsmarkt erwartet, sieht der andere Teil die Lage wesentlich entspannter.

Einige erwarten unter dem Strich sogar einen Zuwachs von Arbeitsplätzen, da durch die zunehmende Automatisierung eben auch komplett neue Aufgabengebiete mit neuen Tätigkeiten entstehen.

Eines aber ist unter sämtlichen Experten unstrittig: der Einsatzbereich der Roboter wird immer größer.

Keiner von uns kann sich also wirklich sicher sein, dass der eigene Job in einigen Jahren nicht von einer schlauen Maschine erledigt wird.

Androiden in Nadelstreifen

Bestes Beispiel ist die Schweizer Großbank UBS. Bereits vor einigen Monaten hat der Konzern eine Offensive im Bereich der Künstlichen Intelligenz bekanntgegeben.

Konkret ging es damals um Folgendes: Mit der Software HIRO sollten in der riesigen IT-Abteilung des Bankkonzerns Prozesse automatisiert werden.

Was sich auf den ersten Blick für Sie vielleicht wenig spektakulär anhört, ist in Wirklichkeit eine kleine Revolution.

Denn die eingesetzte Software ist ein selbstlernendes System.

Das müssen Sie sich folgendermaßen vorstellen: Zunächst wird dem Backoffice-Roboter spezifisches Wissen beigebracht. Das ermöglicht es ihm, Routineaufgaben zu erledigen, etwa die Erstellung neuer Passwörter.

Wie ein menschliches Gedächtnis lernt das System aber permanent dazu. Mit der Zeit findet es sich in den Diensten der UBS zurecht und kann dann wichtige IT-Dienste übernehmen.

Im Anschluss soll der Roboter zum Gedächtnis der UBS-IT avancieren.

Er speichert dann Wissen und macht es für andere IT-Spezialisten zugänglich – während gleichzeitig dafür gesorgt ist, dass das Know-how bei der Bank bleibt, wenn beispielsweise Angestellte gehen.

Roboter sorgen für Effizienz im Handelsraum

Doch das ist noch nicht alles. Jetzt hat die Bank die intelligenten Maschinen sogar in ihre heiligen Hallen, den eigenen Handelssaal, eingeschleust.

Im Londoner Handelssaal bearbeiten die mit Künstlicher Intelligenz (KI) gefütterten Roboter zwei Tätigkeitsbereiche.

So lesen sie Kunden-Emails, die Händlerinstruktionen über sogenannte Blocktrades enthalten und führen die Transaktionen entsprechend aus.

Dadurch reduziert sich die Bearbeitungszeit um sage und schreibe 95%, von derzeit 45 auf 2 Minuten.

Sie können sich vorstellen, welche Auswirkungen das auf die Effizienz der Bank hat.

Tausende von Transkationen benötigen nun keine menschlichen Banker mehr. Die freigewordene Zeit können Händler nutzen, um komplexeren Aufgaben nachzugehen.

Zum anderen analysieren die Roboter große Datenmengen und leiten daraus neue Handelsstrategien ab. Damit soll die Schwankungsbreite, die sogenannte Volatilität, ausgenutzt werden.

Die bisherigen Ergebnisse sind extrem vielversprechend und könnten bald in großer Breite ausgerollt werden.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.