Kurzfristige Geldanlage: Darauf kommt es an

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Kurzfristige Geldanlagen sorgen vor allem für Werterhalt. Hier lässt sich Geld parken, das zur Optimierung des Vermögensaufbaus dient. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Klar, in der richtigen Auswahl bieten Aktien langfristig die höchsten Renditen bei vergleichsweise hoher Sicherheit. Kurzfristige Engagements indes bergen das Risiko, Verluste nicht mehr ausgleichen zu können. Dennoch kommt man als Anleger nicht um eine kurzfristige Geldanlage herum. Schon wer sein Portfolio pflegen will, benötigt stets einen gewissen Kassenbestand. Und sei es nur um das Depot an veränderte Bedingungen anzupassen, neue Papiere zuzukaufen oder beim Abwärtstrend vorübergehend aussteigen und das Kapital einstweilen sicher zu parken.

Außerdem sollte man langfristig arbeitendes Geld nicht vorzeitig antasten, was man heute entnimmt, fehlt morgen doppelt und dreifach. Da es im Leben genügend Situationen gibt, die etwas „Kleingeld“ erfordern, empfiehlt sich auch hierfür eine kurzfristige Geldanlage. An vorderster Stelle stehen bei diesen Investments Sicherheit und Verfügbarkeit. In einigen Fällen winken auch Renditen.

Kurzfristige Geldanlagen für Anleger

Als kurzfristige Geldanlagen gelten Investitionen, die ein Jahr Laufzeit nicht überschreiten. Die Summe selbst ist grundsätzlich unerheblich. Je nach Bedarf und Ziel gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Mit die schlechteste ist das klassische Sparbuch. Nicht nur wegen der bescheidenen Zinsen, vor allem können nur 2.000 Euro innerhalb eines Monats abgehoben werden. Wer mehr benötigt, zahlt Vorschusszinsen. Die entfallen allenfalls, wenn der Vorgang drei Monate im Voraus angekündigt wird.

Einfacher ist dies bei Sichteinlagen in Form eines Girokontos. Nur werden, abgesehen von einigen Ausnahmen, in der Regel so gut wie keine Habenzinsen gezahlt. Und wenn, so sind sie kaum der Rede wert. Dafür ist das Geld jederzeit verfügbar.

Tagesgeld und Geldmarktfonds

Die Alternative ohne Kündigungsfristen ist Tagesgeld. Tagesgeldkonten bieten sogar Zinsen, allerdings unterhalb von Sparbuch-Niveau. Die Zinsen sind variabel und ändern sich mitunter täglich. Dafür ist das gesamte Geld jederzeit abrufbar. In der Regel steht es nach 24 Stunden zur Verfügung. Gerne genutzt werden Angebote, bei denen das Tagesgeldkonto mit dem eigenen Girokonto verbunden wird. Unter Anlegern, die ihr Geld nur parken wollen, ist dies mit die beliebteste Form der kurzfristigen Geldanlage.

Eine weitere von Anlegern genutzte Form sind Geldmarktfonds. Sie lohnen sich schon bei überschaubaren Beträgen. Die Renditen sind vergleichsweise attraktiv, was sich aus Investitionen in kurzfristige Anleihen ergibt, deren Laufzeiten bis zu einem Jahr betragen können. Wer ein Depot eröffnet, kann auch als Kleinanleger über die Fondsanteile in Papiere investieren, die ansonsten nur ab fünfstelligen Beträgen zu haben sind. Das Investment lässt sich ohne Ausgabeaufschläge börsentäglich verkaufen, womit das Geld schnell zur Verfügung steht. Allerdings fallen Managementgebühren an.

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Wem dies nicht behagt, kann für Geldbedarf, der einigermaßen absehbar ist, ein Festgeldkonto einrichten. Hier lässt sich die Laufzeit zwischen 30 Tagen und zehn Jahren frei wählen. Je länger, desto mehr Zinsen werden gezahlt. Deren Höhe ist jedoch festgelegt, sodass man von einem eventuell steigenden Zinsniveau nicht profitieren kann. Der Haken: Wenn man vergisst, das Festgeldkonto innerhalb der bestimmten Frist zu kündigen, wird das Investment automatisch um die ursprüngliche Laufzeit verlängert.

Verschiedentlich werden in den Medien auch die früher verbreiteten Sparbriefe als das ertragreichere Gegenstück zum Festgeld genannt. Bezüglich der Zinsen trifft dies zwar zu, doch beginnen hier die Laufzeiten bei einem Jahr, sodass die Anlageform nicht in die Kategorie kurzfristig fällt. Gleiches gilt für strukturierte Finanzprodukte wie Aktien- oder Indexanleihen, die attraktive Zinsen bieten und abhängig vom Angebot zu Ende der Laufzeit in bar beglichen werden.

Spekulative Varianten mit Verlustrisiko

Für kurzfristig Orientierte gibt es auch Möglichkeiten, mit Wertpapieren auf hohe Rendite zu spekulieren. Zum Beispiel über CFDs (Contracts for Difference). Die Derivate setzen auf bestimmte Basiswerte wie Aktien, Indizes oder Rohstoffe und werden außerhalb der Börse gehandelt. Der Reiz liegt in hohen Hebeln, die extreme Renditechancen bei geringem Kapitaleinsatz ermöglichen. Genauso hoch ist jedoch das Risiko von Totalverlusten. In der Vergangenheit haben selbst geübte Anleger böse Überraschungen erleben müssen. Obwohl seit 2018 CFDs stärker reguliert wurden, sind sie unverändert hochspekulativ und eignen sich nicht zur kurzfristigen Geldanlage.

Ähnlich, wenn auch nicht ganz so riskant, verhält es sich mit Daytrading. Doch wer mithilfe von Chartprogrammen und technischer Analyse in kurzer Zeit auf Aktiengewinne setzt, muss viel Erfahrung mitbringen. Erfahrungsgemäß schaffen es die wenigsten Privatanleger, auf diese Weise nennenswerte Wertsteigerungen zu erzielen – im Gegenteil.

Werterhalt als Ziel

Bleibt die Alternative, am Aktienmarkt über gezielte Strategien bestimmte Börsenphasen zu nutzen. Derart kurzfristige Engagements aber erfordern ebenfalls eine gehörige Portion Erfahrung. Selbst Profis erleiden häufig Schiffbruch. Das Risiko kurzfristiger Verluste ist sehr hoch.

Insgesamt lassen sich damit kurzfristige Geldanlagen grob in riskante und sichere Arten unterscheiden. Bei hoher Sicherheit kann bezüglich der Renditen ein Inflationsausgleich als Maßstab zunächst ausreichen. Ziel sollte der Werterhalt sein. Die Wertentwicklung selbst findet meist in langfristigen Anlagen zum Vermögensaufbau statt.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.