Ladestationen für Elektroautos – diese Unternehmen könnten profitieren

Die Elektromobilität ist die Zukunft, entsprechend möchte die Bundesregierung auch den Ausbau der Ladestationen für Elektroautos mit Fördergeldern in Höhe von 300 Mio. € in den nächsten Jahren unterstützen. Dadurch sollen 15.000 neue Ladestationen für E-Autos in Deutschland entstehen.

Der Grund für die Offensive: Bislang fehlt noch ein flächendeckendes Netz an Ladestationen für Elektroautos. Stand Oktober 2016 gab es in Deutschland 5.615 Ladestationen mit rund 16.000 Anschlüssen zum Laden für Elektroautos (Quelle: Statista).

Zum Vergleich: Anfang 2016 gab es in Deutschland noch mehr als 14.500 klassische Tankstellen für Autos mit Benzin- und Diesel-Motoren. In den nächsten Jahren muss also noch kräftig investiert werden, damit die Elektromobilität auch wirklich alltagstauglich wird.

Von diesen Investitionen könnten Unternehmen profitieren, die sich im betroffenen Umfeld engagieren. Eine Übersicht der Unternehmen, die Ladestationen für Elektroautos anbieten:

RWE und die Tochter innogy setzen auf die eMobility

RWE bzw. die Ökostromtochter Innogy betreiben bereits Ladesäulen in 200 Großstädten in Deutschland. Insgesamt wurden per Ende 2015 über 4.900 Ladepunkte betrieben, davon allein 3.115 in Deutschland. Dieses Ladenetz soll in den kommenden Jahren kräftig ausgebaut werden.

Innogy gehört daher zu den Unternehmen, die voraussichtlich vom wachsenden Bedarf der Ladestationen für Elektroautos profitieren werden.

Elektroauto-Fahrer können an den Ladestationen des Energieversorgers 100% Ökostrom „tanken“. Innogy verkauft dabei seinen Ökostrom für 30 Cent je Kilowattstunde. Da ein Elektroauto im Schnitt 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometer „verbraucht“, kann der Autofahrer schon für 4,5 € 100 Kilometer Reichweite für sein Auto laden.

Die RWE-Tochter innogy bietet daneben individuelle Ladelösungen für Privat- und Geschäftskunden (innogy eBox, innogy eStation) an und sieht sich damit als einer der Vorreiter in diesem Bereich in Deutschland.

Tesla Motors will Supercharger-Netz kräftig ausbauen

Der kalifornische Elektroauto-Hersteller Tesla Motors betreibt bislang das größte Netz an Ladestationen weltweit. Insgesamt sind aktuell 727 Supercharger Stationen mit 4.543 Schnellladeanschlüssen weltweit verfügbar.

An einem Tesla Supercharger können Elektroautos mit bis zu 120 Kilowattstunden geladen werden, wodurch die Fahrzeuge in 30 Minuten etwa 170 Meilen bzw. 273 Kilometer laden können. Bis Ende 2017 will Tesla-Chef Elon Musk das Schnellladenetz auf mehr als 1.200 Stationen und 7.000 Anschlüsse in Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik ausbauen.

Bislang war das Laden für alle Käufer von Tesla-Fahrzeugen kostenlos, dies könnte sich mit der Einführung des Tesla Model 3 ändern. Bislang konnten auch nur Tesla-Besitzer an den Superchargern laden – auch dies könnte sich in der Zukunft ändern.

Sedlbauer AG: e-Ladestationen aus dem bayerischen Wald

Auch ein Mittelständler will in Sachen Ladestationen für Elektroautos mitmischen. Die Rede ist von der im Jahr 1899 gegründeten Sedlbauer AG mit Sitz in Grafenau im Bayerischen Wald. Neben Metallgehäuse, Baugruppen, Automaten und Terminals, bietet das Unternehmen auch e-Ladestationen für Elektroautos an.

Bislang umfassen die eMobility-Lösungen der Sedlbauer AG allerdings nur Ladeboxen und Ladesäulen für den privaten Bereich.

Castellan AG: Börsenkandidat will sich mit Ladesystemen profilieren

Die Castellan AG aus der Mitte Deutschlands (Kreuztal) ist nicht nur ein heißer Kandidat für einen Börsengang, das Unternehmen hat sich mit der Elektromobilität schon vor Jahren einen neuen, vielversprechenden Geschäftsbereich erschlossen.

Castellan bietet neben dem Kerngeschäft rund um Notfallsysteme auch elektrische Ladesysteme für E-Autos und für Elektrofahrräder an – damit gehört auch Castellan zu den Unternehmen, die vom Boom rund um Ladestationen und Elektroautos profitieren könnten.

Bei der Entwicklung der Ladestationen hat Castellan eigenen Angaben zufolge sehr viel Wert auf maximale Kompatibilität gelegt, sodass verschiedene Anschluss- und Lademöglichkeiten mit unterschiedlichen Steckertypen kompatibel sind. Auch bietet Castellan verschiedene Abrechnungsmöglichkeiten im Rahmen seiner Ladestationen an.

4. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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