Lebensversicherung und Renditen – Abwärtstrend mit Folgen

Kapital-Lebensversicherung: Rendite ist nicht gleich Rendite. Doch die Werte sinken auf breiter Front. Die Versicherer gehen neue Wege. (Foto: Liv Friis-larsen - Fotolia)

Bei einer Lebensversicherung als Altersvorsorge stehen zwar primär Sicherheit und Verlässlichkeit im Vordergrund. Doch gerade eine Kapital-Lebensversicherung ist vorwiegend eine Geldanlage.

Bei der Beurteilung spielen Rendite, garantierte Beitragsrendite oder Garantiezins eine Rolle. Doch was ist was?

Noch gibt es mit 93 Mio. Policen in Deutschland mehr Lebensversicherungen als Einwohner. Doch die Attraktivität sinkt. Die Frage ist, ob sich eine Lebensversicherung als Kapitalanlage noch rentiert.

Konnten vor 10 Jahren die Lebensversicherungskunden mit 5% Rendite rechnen, so sind es mittlerweile weniger als 4%.

Lebensversicherung mit verschiedenen Renditen

Gemeint ist damit die Beitragsrendite als Ablaufrendite. Und die unterscheidet sich von der Anlagerendite, die gerne von den Versicherern genannt wird. Bei der Anlagerendite werden zur Berechnung alle vom Beitrag bezahlten Vertreterprovisionen, Verwaltungskosten und Risikoanteile abgezogen.

Entsprechend ist dieser Wert höher als bei der Beitragsrendite. Letztere aber interessiert den Anleger, denn er will wissen, wie hoch die Rendite auf seine gesamten Kosten ist.

Der Grund für die gesunkenen Renditen liegt unter anderem im Umfeld allgemein niedriger Zinsen. Dies wirkt sich nicht nur auf die Beitragsrendite aus, sondern auch auf die Bestandteile Überschussbeteiligung, Garantiezins und garantierte Beitragsrendite.


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Lebensversicherung: Garantierte Rendite unter Garantiezins

Die Überschussbeteiligung als Teil des Bonussystems ist in den letzten 10 Jahren um rund die Hälfte auf nunmehr 3,6% abgefallen. Sie macht einen wesentlichen Teil der Auszahlung einer Lebensversicherung aus. Auch der Garantiezins ist mit 1,75% für Neuverträge auf einem historisch niedrigen Stand.

Rechnerisch bezieht er sich nur auf den eigentlichen Sparanteil, also abzüglich aller Provisionen, Abschluss- oder Verwaltungskosten. Anders die garantierte Beitragsrendite. Sie enthält alle Beitragszahlungen eines Kunden. Da die Gesamtsumme höher ist, liegt folglich die garantierte Beitragsrendite immer etwas unter dem Garantiezins.

Lebensversicherungen – Prognose-Renditen im Vergleich

Mit Blick auf die künftigen Erträge sind prognostizierte, allerdings unverbindliche Beitragsrenditen interessant. Die Werte der verschiedenen Versicherer werden etwa von der Ratingagentur Assekurata veröffentlicht. Die aktuellen Zahlen: Bei einer Laufzeit von 25 Jahren liegen nur die 3 Lebensversicherer Europa, Interrisk und Cosmos Direkt über 4%.

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Überraschend erscheint in diesem Zusammenhang eine mögliche Entwicklung, auf die der Branchendienst map-report hinweist: Die Beitragsrenditen könnten unter Umständen sogar steigen.

Der Grund liegt in der gesetzlich geforderten Beteiligung der Versicherten an den stillen Reserven des Versicherungsunternehmens. Und die dürften steigen, wenn angesichts allgemein fallender Zinsen die vom Unternehmen gehaltenen höher verzinsten Anleihen im Kurs steigen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordert eine Änderung des Gesetzes – letztlich mit dem Ziel, die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven zumindest zu reduzieren.

Lebensversicherer: Mit neuen Angeboten gegen Abwärtstrend

Doch gleich, wie dieses Spiel auch ausgeht – auch die Versicherer selbst haben sich darauf eingestellt, dass die Lebensversicherung rein in der bisherigen Form an Attraktivität verliert. Längst entwickeln die Großen der Branche neue Lebensversicherungs-Produkte.

Hier sind Garantien entweder zeitlich befristet oder sie werden als Staffel- oder dynamische Garantien angeboten. Zum Teil gibt es sie auch gar nicht mehr. Und das ist das Aus für den bisher zwangsläufigen Garantiezins bei einer Lebensversicherung.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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