Leiharbeitsfirma und SPD mit gleichem Slogan

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Ausgerechnet mit einer Leiharbeitsfirma teilt sich die SPD ihren Wahlslogan. Dabei ist gerade die Leiharbeit der SPD ein Dorn im Auge. (Foto: hywards / Shutterstock.com)

Im April 2013 gab SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück den Wahlkampf Slogan bekannt: „Das Wir entscheidet“. Allerdings wirbt eine Leiharbeitsfirmas s   schon seit Jahren mit diesem auf ihrer Webseite.

Ausgerechnet mit deren Spruch beschreibt Steinbrück die Devise seiner Partei. Dabei steht die SPD klar gegen das Verleihen von Arbeitskräften zu häufig ungerechten Löhnen und Arbeitsbedingungen.

Überraschender Werbeeffekt für Leiharbeitsfirma dank SPD

Die Leiharbeitsfirma „propartner“ aus Weil am Rhein konnte sich über den überraschenden Werbeeffekt freuen. Denn mit der Übernahme des Slogans sorgte die SPD natürlich für mächtig Schlagzeilen.

Seit 1993 vermittelt „propartner“ Arbeitnehmer an Firmen. Der Satz „Das Wir entscheidet“ steht seit 2007 die Webseite des Unternehmens.

Wie kam es zu der Dopplung des Slogans bei SPD und Leiharbeitsfirma?

Nach Angaben des Parteivorstands handelt es sich um einen Zufall. Der Slogan sei aus einer Rede von Steinbrück auf dem Parteitag in Hannover entstanden. „Mehr wir und weniger ich“  – aus diesem Satz Steinbrücks hatte das Team den Slogan entwickelt.

Die Leiharbeitsfirma kann sich über die Dopplung mit der SPD freuen. Denn jedes Wahlplakat der SPD wird somit an die Verwechslung erinnern und damit einen direkten Zusammenhang mit dem Unternehmen herstellen.

SPD: Gegner der Leiharbeit

Die Leiharbeit war im Zuge der Agenda 2010 eigentlich nur als Maßnahme zur Beruhigung des Arbeitsmarktes gedacht und hat sich seitdem deutlich ausgeweitet.

Was ganz und gar nicht den Vorstellungen der SPD entspricht. Sie will sich im Falle eines Wahlsiegs im Herbst für drastische Änderungen beim Thema Leiharbeit einsetzen.

Wichtigstes Ziel: Die Angleichung der Gehälter der Leiharbeiter an die der festangestellten Mitarbeiter.

Gleichheit am Arbeitsmarkt – Wahlkampfthema der SPD

Die Leiharbeit ist den Parteien aus dem linken Spektrum immer wieder ein Dorn im Auge. Und vor allem wenn die Gesetze zur Leiharbeit dann noch unterwandert werden, wie es mit Werkverträgen aktuell regelmäßig der Fall ist.

Denn für diese gibt es – anders als aktuell für die Leiharbeit –  keinen Mindestlohn und den Arbeitgebern steht die christliche Berufsgewerkschaft DHV gegenüber. Sie schloss mit dem Arbeitgeberverband Instore und Logistik Services einen Tarifvertrag, der einen Stundenlohn von 6,63 Euro im Westen und 6,12 im Osten vorsieht.

Die SPD sucht hier nach Lösungen. Um findigen Arbeitgebern das Handwerk zu legen, tritt die Partei für einen Sanktionsmechanismus ein, der bei Arbeitgebern greifen soll, die Werkverträge missbrauchen. Link.

Die SPD plädiert dafür, Leiharbeit einzudämmen und das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit einzuführen. Die SPD pocht auf einen Mindestlohn von 8,50 € die Stunde.


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Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.