Lithium-Reserven: Diese 8 Länder verfügen über die größten Mengen

Ob in Elektrofahrzeugen, in Mineralwasser oder in Mobiltelefonen – Lithium ist ein ständiger Begleiter im Alltag und ein besonders wichtiger Stoff für die Elektrotechnik. Doch auch in der Medizin, in der Metallverarbeitung und in der Chemie spielt Lithium eine große Rolle.

Lithium wird aus der Natur gewonnen (in erster Linie aus Salzseen) und kommt in einigen Ländern zwar in großen Mengen vor, ist grundsätzlich aber ein seltener und daher wertvoller Rohstoff für die Auto- und Elektro-Industrie, da es für die Herstellung der Akkus benötigt wird. Unter Rohstoff-Experten gilt Lithium als Anlagetrend. Das sind die 8 Länder mit den größten Lithium-Reserven der Erde (Quelle: Statista).

8. Simbabwe (23.000 Tonnen)

Im Südosten des afrikanischen Kontinents liegt Simbabwe, das mit rund 23.000 Tonnen Lithium über die achtgrößten Reserven der Welt verfügt. In der Kamativi Mine und der Bikita Mine wird der Rohstoff abgebaut.

7. USA (38.000 Tonnen)

Ein Großteil des in den USA benötigten Lithiums wird importiert. Die größte Lithium-Mine des Landes befindet sich in Nevada. Gerade für den in den USA produzierenden Autobauer Tesla sind nationale Lithium-Vorkommen von großer Bedeutung.

6. Brasilien (48.000 Tonnen)

Über rund 48.000 Tonnen Lithium verfügt Brasilien. Das Land gewinnt das Lithium in erster Linie aus kleineren Vorkommen in lithiumhaltigen Mineralien.

5. Portugal (60.000 Tonnen)

Portugal ist der führende Lithium-Produzent in Europa und verfügt mit rund 60.000 Tonnen über die meisten Reserven des gesamten Kontinents. Für europäische Autobauer ist Portugal ein wichtiger Bezugspunkt für Lithium, da lange Transportwege entfallen und der Rohstoff schnell und unkompliziert von Land zu Land transportiert werden kann.

4. Australien (1,5 Mio. Tonnen)

Im Bundesstaat Western Australia wurde an verschiedenen Stellen Lithium gefunden. Nachdem jahrzehntelang niemand da nach suchte und der Rohstoff kaum interessant war, hat besonders das Thema Elektromobilität den Markt belebt. Seitdem schießen in Australien immer mehr Firmen aus dem Boden, die Lithium fördern, darunter Galaxy Resources Ltd. und General Mining Corp. Ltd.

3. Argentinien (2 Mio. Tonnen)

Der Salar de Hombre Muerto im Norden Argentiniens ist eine der größten Lagerstätten der Welt für Lithium. Über 2 Mio. Tonnen verfügt das Land, das Firmen wie FCM Lithium Corp und Rio Tinto Minerals abtragen.

2. China (3,2 Mio. Tonnen)

Das Lithium-Vorkommen Chinas findet sich in erster Linie in Tibet, genauer gesagt im Zhabuye-Salzsee, wo der wertvolle Rohstoff abgebaut wird. Der Abbau der Bodenschätze (auch Gold, Silber, Kupfer, Blei und Uran gibt es in Tibet) zerstört die sensible Natur des Landes und steht in vielen Konflikten zur Religion und der Weidewirtschaft.

1. Chile (7,5 Mio. Tonnen)

Im Salar de Atacama im Norden Chiles finden sich rund 27% des weltweiten Lithium-Vorkommens. Um das Lithium zu gewinnen, werden die gelösten Salze mit Wasser heraufgepumpt und dann in spezielle Becken geleitet, wo das Wasser verdunstet. Der hohe Wasserverbrauch hat bereits zum Absinken des Wasserspiegels in der Lagune geführt, was für die einheimischen Tiere langfristig zu einem Problem werden wird.

Da die Reserven ständigen Schwankungen unterliegen, sind die Zahlen bloß grobe Schätzungen. Besonders die ersten vier Länder verfügen über große Mengen Lithium und sind daher für die Industrie wichtige Standorte, die von den Lithium-Reserven profitieren. Allerdings sind sie stark von der Marktentwicklung (besonders in der Automobil-Industrie) und dem Preis für den Rohstoff abhängig.

19. Oktober 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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