Low Risk Strategien – mehr Rendite, weniger Risiko

Low Risk Strategien werden immer populärer, weil Anleger auf diese Weise deutlich höhere Renditen erwirtschaften können: eine Übersicht. (Foto: SergeyP / Shutterstock.com)

Low Risk Strategien (übersetzt etwa Strategien mit geringem Risiko) kommen bei Investoren gut an. Das ist kein Wunder, ist doch der Schrecken der Finanzkrise 2008 noch nicht völlig aus den Köpfen der Marktteilnehmer geschwunden. Auf der anderen Seite bieten festverzinsliche Anlagen wegen den Auswirkungen der derzeit herrschenden Niedrigzinsphase keineswegs zufriedenstellende Renditen.

Für Privatanleger bietet die Gruppe der Low Risk Strategien ein deutlich besseres Rendite-Risiko-Verhältnis als klassische Investments, die sich an einem Vergleichsindex orientieren. Low Volatility Strategien streben danach, vom langfristigen Renditepotenzial bestimmter Aktien zu profitieren. Gleichzeitig konzentrieren sie sich auf die Volatilität der Titel. Neuere Low Risk Strategien führen den Gedanken weiter und betrachten die Risiken noch eingehender.

Low Risiken Strategien – eine Übersicht

Die klassische Kapitalmarkttheorie ging viele Jahre davon aus, dass höhere Risiken im Durchschnitt auch höhere Renditen bedeuteten. Neuere Untersuchungen der Marktentwicklung lassen jedoch genau das Gegenteil erkennen. 3 Beispiele für Strategien:

Low Volatility Strategien: Low Volatility Ansätze investieren grundsätzlich in Aktien von Gesellschaften, die aufgrund ihrer zurückliegenden Performance als wenig Krisen- bzw. eingeschränkt schwankungsanfällig betrachtet werden.

Hierbei wird vor allen Dingen der Vorteil genutzt, dass diese zunächst langweilig anmutenden Titel am Markt nur wenig Aufmerksamkeit erregen. Gering volatile (also wenig Schwankungsanfällige) Aktien müssen also besonders attraktiv sein, um in einem Portfolio höher gewichtet zu werden. Dies heißt aber auch, dass solche Aktien einen zusätzlichen Aufschlag bieten und damit für Anleger noch interessanter sind.

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Low Risk Strategien: Bei den Low Risk Strategien werden nicht allein Risikofaktoren betrachtet, sondern es stehen auch andere Aspekte im Fokus, die Ertrag und Risiko über die Komponente des Ertrags positiv beeinflussen können.

Dabei werden bewusst Risiken eingegangen und auch in Aktien investiert, die bei einem ausschließlich auf eine niedrige Volatilität ausgerichteten Portfolio nicht berücksichtigt würden. Unter dem Strich ermöglicht die Low Risk Strategie eine höhere zusätzliche Rendite als ein rein Volatilitäts-minimierende Portfolios oder ein anderes Marktportfolio.

Low Risk 5 Strategie: Die Low Risk 5 Strategie zeigt, wie sich derartige Vorgehensweisen in der Praxis umsetzen lassen. Bei der Low Risk 5 Strategie werden aus der begrenzten Anzahl Aktien eines Index (etwa 30 Titel beim DAX) die 5 ausgewählt, welche nach der Kennzahl Value at Risk (als Mittelwert aller 30 DAX-Gesellschaften) ermittelt werden.

Die Überprüfung, ob die jeweiligen 5 Titel, in die investiert worden ist, noch immer die günstigsten sind, erfolgt jeweils zum Monatsende. Die Low Risk 5 Strategie hat den Nachteil, dass relativ häufig umgeschichtet werden muss, was für Privatanleger möglicherweise zu teuer sein könnte.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.