Luftfahrtmesse: Airbus von Boeing übertrumpft

Bei jeder Luftfahrtmesse sind die Augen wieder darauf gerichtet, ob Boeing oder Airbus mehr Aufträge sammeln können – so auch 2017 in Paris. (Foto: vaalaa / shutterstock.com)

Auf der Pariser Luftfahrtmesse, der International Paris Air Show Le Bourget, vom 19. bis 25. Juni 2017, haben die ewigen Konkurrenten Airbus und Boeing wieder fleißig Vorverträge und Bestellungen gesammelt.

Boeing im Jahr 2017 an der Spitze

2017 konnte der US-amerikanische Hersteller Boeing den Rivalen Airbus hinsichtlich der Anzahl der Vorverträge und des gesamten Auftragsvolumens überholen. 571 Vorverträge und Bestellungen konnte Boeing in Le Bourget für sich verbuchen, Airbus kam gerade mal auf 346 Flugzeuge. Dabei hatte Airbus in den letzten Jahren häufig die Nase vorne gehabt, nicht so in 2017 bei der Air Show in Le Bourget.

Die von Boeing auf der Luftfahrtmesse abgeschlossenen Verträge haben ein Gesamtvolumen von umgerechnet 67,1 Mrd. €. Airbus kommt nur auf 37,8 Mrd. €. Auf der Messe gewähren die Flugzeugfabrikanten ihren Kunden meist jedoch Preisnachlässe im zweistelligen Prozentbereich.

Beide Hersteller haben besonders viele Maschinen für die Mittelstrecke verkauft

Besonders die modernisierten Maschinen für die Mittelstrecke waren bei beiden Herstellern hoch im Kurs, bei Airbus ist es der A320neo und bei Boeing die 737-MAX. Für beide Modelle ist die Produktion für die nächsten Jahre schon ausgebucht. Der A-380, das größte Passagierflugzeug der Welt, ist nach wie vor kaum gefragt, Airbus will diesen nun neu gestalten und pro Sitzplatz 13 % Kerosin einsparen. Für die Langstrecke konnte Boeing immerhin 56 Maschinen verkaufen, Airbus allerdings gerade einmal 20.

In diesen Zahlen sind die Bestellungen für 214 Boeing-Mittelstreckenjets nicht eingerechnet. Grund dafür ist, dass die Käufer bereits bestehende Aufträge lediglich in die neue Langversion 737-MAX-10 umgewandelt haben.

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2015 und 2016 wurden deutlich weniger Flugzeuge verkauft

Verkaufschef John Leahy sah für Airbus aber keinen Grund zur Sorge und nannte die Situation einen Tiefpunkt in einem immer noch normalen Auftragszyklus. Boeing war mit der Auftragslage zufrieden, besonders im Vergleich zur letzten Le Bourget Show. Bei der letzten Luftfahrtmesse in Paris im Jahr 2015 konnte das amerikanische Unternehmen nur 331 Flugzeuge verkaufen.

Die Luftfahrtmesse in Paris wechselt sich jährlich mit der Farnborough Air Show in der Nähe von London ab – dort hat Boeing im Jahr 2016 sogar nur 140 Flugzeuge verkauft. Airbus kam 2016 auf einen Wert, der doppelt so hoch war.

Welches Unternehmen bietet das interessantere Investment?

Besonders Boeing könnte zurzeit ein interessantes Investment sein, der Kurs der Aktie notiert im Jahr 2017 so hoch wie noch nie zu vor. Die Airbus-Aktie hat auf das schlechtere Abschneiden auf der Pariser Luftmesse zwar reagiert, auch dieses Papier kann aber im Jahr 2017 einen Rekord-Höchstwert vorweisen.

Beide Unternehmen lohnen daher noch näher betrachtet zu werden, denn trotz einer zum Teil unsicheren Lage in der Welt zeigte sich der Flugverkehr als ein weiterhin wachsendes Segment, von dem beide Flugzeugbauer profitieren.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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