Lufthansa: Europas größte Airline steht immer besser da

Die Lufthansa-Aktie ist unaufhaltsam im Steilflug und hat erhebliches Potenzial. Die Branchenkonsolidierung beschert neue Rekordzahlen (Foto: Markus Mainka / shutterstock.com)

Im erbitterten Kampf um Margen, Passagiere und die Lufthoheit bereitete das Papier von Lufthansa Anlegern lange Zeit keine rechte Freude. Mit Blick auf die vergangenen Jahre schien der holprige Anlauf über die Rollbahn kein Ende zu nehmen.

Im Oktober 2016 endlich hob die Lufthansa-Aktie beim Stand von 9,30 € ab. Seitdem geht es im Steilflug und ohne Turbulenzen nach oben. Auf Jahressicht schaffte sie rund 154 % Plus und überflog im Dax die Marke von 30 €.

Quasi-Monopol als Luxusproblem

Lohnt es sich, in dieser Höhe noch zuzusteigen? Schließlich enthält der Kurs die Lufthansa-Aktie bereits den Schubeffekt, durch die Übernahme von Teilen der insolventen Air Berlin. Immerhin: Die Kranichlinie ist wieder Nummer eins in Europa. Mit 130 Mio. Passagieren kann sie mittlerweile den bisherigen Spitzenreiter Ryanair überflügeln.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gelang es, 18,6 % mehr Fluggäste an Bord zu holen als im Jahr zuvor. Der Aufkauf von Brussels Airlines im Januar 2017 trug dazu bei. Air Dolomiti, Austrian Airlines, Eurowings, Swiss – immer mehr Marken und Flugzeuge gehören zur Lufthansa Group. Der Wegfall von Air Berlin als Konkurrenz gibt zusätzlichen Auftrieb. Lufthansa Chef Spohr geht davon aus, ein Viertel vom Umsatz der Pleite-Airline hinzuzugewinnen.

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Hinzu kommt das befriedigende Frachtgeschäft, das zuletzt ein Plus von 7,4 % verzeichnete. Die Auslastung verbesserte sich auf 69,3 %. Was für etwas Gegenwind sorgt: Der Kauf der Air Berlin-Tochter Niki ist gescheitert. Doch schon jetzt kann die Lufthansa-Aktie von steigenden Erlösen profitieren. Für innerdeutsche Flüge sind die Quasi-Monopolpreise teils drastisch gestiegen.

Lediglich EasyJet hat noch Angriffspotenzial. Mit den im Höhenrausch geborenen Plänen, die chronisch defizitäre Alitalia zu kaufen, könnten sich die Deutschen jedoch durchaus verheben, wie Experten warnen. Wenigstens steigt die Lufthansa hier bereits auf die Bremse, reicht aber mit der US-Beteiligungsgesellschaft Cerberus eine gemeinsame Offerte ein. Für Anleger der Lufthansa-Aktie gibt es noch erhebliches Nachrichtenpotenzial.

Lufthansa-Aktie mit viel Potenzial

Die Zahlen zumindest bereiten schon jetzt Freude. Wollte die Airline 2016 noch mit Billigflügen punkten, kann sie jetzt von der Konsolidierung in Deutschland und Europa profitieren. Die Lufthansa sucht Tausende neuer Mitarbeiter. Fürs Geschäftsjahr 2017 wird erneut ein Rekordgewinn erwartet, der den vom Vorjahr mit wohl 1,8 Mrd. € übertrifft. Die Marge erreichte im letzten Quartal 18 %. Der Cashflow wurde nahezu verdoppelt und die Schulden um 80 % reduziert.

Gemessen daran ist die Lufthansa-Aktie mit einem KGV von nur 7 derzeit billig. Das Papier hat noch erhebliches Kurspotenzial. Nach dem bisherigen Allzeithoch erscheint auf Sicht von zwei Jahren ein Kurs von über 40 € vorstellbar.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.