Lust auf Kaffee: Diese Aktien haben Potenzial

Kaffee-Aktien profitieren vom weltweiten Trend nach neuen Formen des Kaffeegenusses. Für Starbucks etwa wird China wichtiger als die USA. (Foto: portumen / shutterstock.com)

Es müssen nicht immer nur Technologie-Aktien sein. Wie wäre es zur Abwechslung mit Kaffee-Aktien? Kaffee gehört zur Arbeitswelt, zum Alltag und verbreitet sich zunehmend in Regionen wie Asien, wo das Getränk bislang einen schweren Stand hatte.

Kaffee-Aktien profitieren von neuen Kunden in Asien

Dabei erklärt sich der Boom der schwarzen Bohne mit den verschiedensten Kreationen: Filterkaffee hat schon lange von Cappuccino, Espresso und anderen Varianten Konkurrenz bekommen. China ist ein Beispiel für einen rasant wachsenden Markt mit immer mehr Konsumenten. Das hat auch Coca Cola erkannt und sich dieser Tage eine etablierte Kaffee Kette geschnappt.

Starbucks beispielsweise plant, innerhalb von zehn Jahren bis zu 10.000 neue Filialen zu eröffnen. Der trendige Kaffee-Konzern aus Seattle sieht dort längerfristig sogar größere Umsätze als in den USA. Bislang werden rund 25.000 Standorte weltweit betrieben. Dass die Aktie im Juni um gut 10 % eingeknickt ist, liegt an der zunehmenden Konkurrenz. Das Asien-Engagement soll Abhilfe schaffen.

Die Kaffee-Aktie, die seit zehn Jahren über 760 % Plus eingefahren, in den letzten zwölf Monaten aber leicht nachgegeben hat, ist wieder auf Erholungskurs und dürfte den Turnaround schaffen. Die Gewinnprognosen jedenfalls sind ermutigend. Das Papier ist leicht unterbewertet. Die große Unbekannte ist das Erscheinen eines neuen Konkurrenten.

Nun mischt Coca Cola mit

Denn der alte Mitbewerber Whitbread ist ausgestiegen. Die Briten, denen Pizza-Hut, Maredo und die Hotelkette Marriott gehören, mischten bislang über „Costa Coffee“ im internationalen Markt mit. In Großbritannien ist die Kaffeehaus-Kette verbreiteter als Starbucks und international in dem Segment die Nummer zwei. Nachdem die Aktie länger weniger berauschend lief, machte sie dieser Tage einen Satz um 17 %. Der Grund: Coca Cola kauft Costa Kaffee; Whitbread erhält 4,3 Mrd. Euro. Für Coca Cola ist es der größte Zukauf in der Firmengeschichte. Und Starbucks erhält einen ernst zu nehmenden Konkurrenten.

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Recht neu an der Börse ist seit 2015 Massimo Zanetti. Das Unternehmen ist neben Lavazza und Illy einer der drei großen Kaffeeanbieter in Italien. Die bekannteste Marke ist Segafredo. Zanetti besitzt eigene Plantagen sowie Röstereien und versucht sich als weltweiter Botschafter italienischer Kaffeekultur und macht fast die Hälfte seiner Umsätze dem amerikanischen Kontinent. Trotz leicht gestiegener Umsätze gab das operative Ergebnis letztes Jahr um fast 8 % nach. Nach anfänglichen Höhenflügen und Zwischenhochs verlor die Aktie auf Sicht von drei Jahren über 27 %.

Konstante Klassiker

Ein absoluter Kaffee-Riese ist Mondolez. Die Aktie ist über Jahren im grünen Bereich. Auch sie erlebte im Frühsommer einen Einbruch, konnte sich aber seitdem noch besser erholen als das Papier von Starbucks. Mondolez ist aus der Aufspaltung von Kraft hervorgegangen und mit Marken wie Jacobs, Senseo oder Tassimo bekannt. Mondolez hat mit veränderter Kostenstruktur seine Profitabilität deutlich erhöht.

Solide ist das anhaltende Wachstum beim Lebensmittelkonzern Nestlé, dem zugleich weltweit größten Kaffeeproduzenten. Nach eigenen Angaben ist Nescafé unverändert der meistgetrunkene Kaffee der Erde. Mit Nespresso wurde der Konzern zudem Anbieter Nummer eins von Kaffeekapseln – und macht Geschäfte mit Starbucks.

Unterm Strich ist ein Investment in eine der Kaffee-Aktien sinnvoller als in den Rohstoff selbst. Es sei denn man hat Nerven genug, die Achterbahnfahrten beim Kaffeepreis auszuhalten. Aufgrund von Rekordernten ist er im Sommer erheblich eingebrochen. Für die Verarbeiter und Verbraucher wiederum eine erfreuliche Entwicklung.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.