Emanuel Macron: Der neue EU-Strippenzieher

Wir haben Ihnen schon verraten, wie die EU New Order des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron aussehen soll.

Ebenso kennen Sie bereits seine Reformpläne im eigenen Land, die genauso umstritten sind.

Insbesondere ist das die Arbeitsmarkt-Reform, die im August 2017 von der Nationalversammlung und dem Senat durchgewunken wurde – trotz der Einschränkungen der Arbeitsrechte.

So können nun betriebsbedingte Kündigungen erleichtert werden.

Macron so unbeliebt wie nie zuvor

Genauso umstritten ist die Abschaffung der Reichen-Steuer.

Denn bislang wurde jeder zur Kasse gebeten, der über ein Vermögen von mindestens 1,3 Mio. € verfügt. Inklusive Immobilien, Grundstücke, Geldvermögen, Schmuck sowie weitere Wertsachen.

Nun soll eine neue Pauschal-Steuer auf Kapital-Erträge (Flat Tax) in Höhe von 30% erhoben werden.

Das alles führte zu Massen-Protesten gegen den einstigen Hoffnungsträger.

Deutschland und die Vermögens-Steuer

À propos Reichen-Steuer: Eine solche Vermögens-Steuer wird in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben, obwohl v. a. die Linkspartei schon längst eine solche fordert.

Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht sah darin einen Verstoß gegen den Gleichheits-Grundsatz.

Denn Bargeld, Betriebs-Vermögen und Immobilien werden hierzulande unterschiedlich besteuert.

Macron – der neue EU-Strippenzieher

Trotz allem sah die britische Wochenzeitschrift The Economist Emmanuel Macron als einen Politiker, der die „Europe’s new order“ durchsetzen sollte.

So zeigte ein Titelbild des Economist am 30. September 2017 Macron im Rampenlicht und Merkel im Schatten.

Darüber stand der Titel: „Europe’s new order. Was steckt dahinter?“

Die Schaffung einer Finanz-EU

Das kommt dem schon näher, was viele Journalisten schon seit Monaten erzählen: Macron ist eine Marionette des Establishments, die eine Finanz-EU schaffen soll.

Zur Erinnerung: Es geht um

  • ein Euro-Zonen-Budget,
  • einen EU-Finanzminister,
  • eine Euro-Steuer,
  • eine EU-Staatsanwaltschaft,
  • eine EU-Marktvereinheitlichung
  • und schließlich um eine EU-Armee.

Euro-Zonen-Finanzbudget könnte Frankreich und Italien retten

Sie wissen, dass Frankreich – neben dem anderen EU-Schwergewicht Italien – ebenfalls angeschlagen und hochverschuldet ist.

Beiden käme also ein Euro-Zonen-Finanzbudget gerade recht.

Zuletzt haben wir Ihnen aufgezeigt, dass dafür natürlich wieder einmal Deutschland die Hauptlasten tragen müsste – und damit auch die Hauptrisiken.

Macrons Reformpläne kommen der EU-Finanz-Elite entgegen

Das wird Ihnen natürlich anders verkauft. Letztlich sind Macrons EU-Reformpläne, wie aufgezeigt, nur etwas für die Finanz-Eliten. Dafür wird er schon richtig gefeiert.

Der Economist sieht das wohl genauso: „The leaders of Germany and France will change the EU”, heißt es da beispielsweise.

Ziel: Der absolutistische EU-Zentralstaat

Da Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der desaströsen Bundestagswahl angeschlagen ist, liegen nun die Hoffnungen der EU-Lobbyisten und Finanz-Globalisten bei Macron.

Mit ihm soll ihr großes Ziel erreicht werden: Die Entmachtung der nationalen Parlamente, um einen absolutistischen EU-Zentralstaat zu errichten.

Doch selbst wenn Macron und Merkel diesen Kurs vorgeben, gibt es Widerstand dagegen, v. a. aus den osteuropäischen Mitglieds-Staaten, die einen solchen nicht mittragen wollen.

Letztlich jedoch könnten sich wohl tatsächlich die Kräfte durchsetzen, die einen EU-Superstaat wollen.

6. November 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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