Managed Futures: Depot-Sicherung mit Hedgefonds

Diversifikation ist das A und O für jedes Depot.

Hohe Rendite-Chancen bei gleichzeitiger Risiko-Senkung setzen eine Streuung voraus, bei der die verschiedenen Wertpapiere und Anlageklassen nicht im Gleichschritt laufen, sprich: korrelieren.

Ein Ausgleich entsteht nur, wenn sie sich unabhängig voneinander entwickeln. Als klassisches Beispiel hierfür gelten Aktien und Anleihen.

Managed Futures: Standardisierte Hedgefonds für Anleger

Allerdings gibt es Phasen, in denen es schwer ist Korrelationen zu vermeiden. Hierbei sind Managed Futures ideal:

Im Depot entfalten sie ein außerordentliches Diversifizierungs-Potenzial.

Denn sie folgen ganz eigenen Gesetzen und erzeugen Gewinne losgelöst vom Auf und Ab bei Aktien oder Anleihen.

Gerade diese beiden Anlageklassen bereiten Sorge, weil sie sich seit Jahren zunehmend gleich entwickeln.

Grund sind sinkende Kapitalmarkt-Zinsen, mit denen die Anleihekurse steigen und parallel zu Aktien laufen.

Profi-Investoren setzen daher zur Absicherung gegen Kursverluste vermehrt auf Hedgefonds und zeigen damit Privat-Anlegern den Weg.

Denn Managed Futures sind nichts anderes als Hedgefonds, nur eben in standardisierter Form und auf Basis von Futures und Optionen.

Futures stehen jedem Anleger offen und dienen als Termingeschäfte klassischerweise zur Absicherung, genauso wie Optionen.

Gehandelt werden sie auf Basiswerte wie Aktien, Anleihen, Indizes, Devisen oder Rohstoffe.

Depot-Sicherung durch Trendfolge am Futures-Markt

Bei Managed Futures erledigen das spezielle Hedgefonds-Manager. Sie nennen sich Commodity Trading Advisors (CTA) und verwalten diese Strategie-Anlage.

Diese Strategie besteht darin auf Trends zu setzen, die sie an den Futures-Märkten ausmachen. Wichtig ist, dass ein ausgeprägter Trend vorliegt.

Auf irgendeine Marktmeinung oder ein Auf und Ab an der Börse kommt es nicht an.

Bei steigenden Kursen bauen sie Kaufpositionen auf und gehen long, bei fallenden Kursen gehen sie mit Verkaufs-Positionen short.

Ein zusätzlicher Effekt: Die Futures-Kontrakte können mit hohen Hebeln genutzt werden.

Diese Trendfolge kann entweder so vor sich gehen, dass der Manager die Märkte analysiert und flexibel reagiert.

I. d. R. jedoch läuft das Ganze über Computer-Programme, die sich auf technische Faktoren wie Kursverlauf, gleitender Durchschnitt oder Widerstands-Linien stützen.

Sobald bestimmte Kursmarken erreicht werden, ist ein Trend gebrochen und der Rechner trifft eine Entscheidung.

Auf diese Art bleiben Fehler aufgrund persönlicher Einschätzungen und Emotionen außen vor.

Kein Allwetter-Produkt für hohe Renditen

Diese Programme sind also reine Trendfolge-Modelle, mit denen sich Managed Futures unabhängig von den verschiedenen Anlageklassen bewegen – sie haben eine extrem geringe Korrelation.

Der Nachteil: Liegt kein klarer Trend vor, funktionieren sie schlecht. In dem Fall wird versucht, auf die Short-Term-Strategie auszuweichen, die kurzfristige Trends ausmacht.

Rein auf die Ergebnisse bezogen haben sich Managed Futures in der Vergangenheit teils beachtlich, teils mäßig geschlagen, was jedoch ihrer eigentlichen Aufgabe, der Diversifikation, keinen Abbruch tut.

Entstanden sind Managed Futures in den 1950er-Jahren in den USA und erfreuen sich seit dem Aufkommen von Computer-Programmen zunehmender Beliebtheit.

Genutzt werden sie v. a. von Institutionen und vermögenden Anlegern, denn die Mindest-Anlagebeträge sind hoch.

Obwohl sie gerne als „Allwetter-Produkt“ bezeichnet werden, sollte man sie nicht eingeständig, sondern vorwiegend zum Absichern gegen Kursverluste einsetzen.

26. April 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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