Masimo: Medizintechnik-Aktie mit Potenzial

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Die Corona-Krise hat die Augen der Anleger wieder auf den Medizin-Sektor gelenkt. Masimo kann dabei besonders glänzen. (Foto: newroadboy / Shutterstock.com)

Masimo wird in 2020 voraussichtlich erstmals in der Firmen-Geschichte die Umsatzmarke von 1 Mrd. US-Dollar überschreiten. Die Masimo Aktie ist in 2020 bereits um über 30 % gestiegen, auf 5-Jahressicht steht sogar ein Kursplus von über 400 % zu Buche.

Doch was steckt hinter dem amerikanischen Medizintechnik-Spezialisten, der in den letzten Jahren viele Anleger begeistert hat?

Masimo Aktie – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Masimo, mit Sitz in Irvine/Kalifornien, wurde bereits im Jahr 1989 vom Elektrotechniker Joe Kiani gegründet. Kiani führt das Unternehmen heute noch als Firmenchef (CEO).

Masimo hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von sog. nicht-invasiven Patienten-Überwachungssystemen spezialisiert. Dabei geht es nicht nur um medizinische Geräte, sondern auch um Sensoren, die in einer Vielzahl von Medizin-Geräten anderer Hersteller (Philips etc.) zum Einsatz kommen.

Schon im Jahr 1996 gelang Masimo mit der Signal Extraction Technology (SET) eine Art Durchbruch, wie die Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz bei Patienten gemessen werden kann. Die SET-Technik gilt heute als Standard in vielen Krankenhäusern.

Über die Rainbow-Produktlinie, die im Jahr 2005 eingeführt wurde, lassen sich weitere Parameter, wie Gesamthämoglobin, Atemfrequenz, Sauerstoffgehalt und mehr bei Patienten überwachen.

Im Frühjahr 2020 übernahm Masimo die in Würzburg ansässige TNI Medical. TNI ist ein Hersteller von innovativen Beatmungsgeräten (SoftFlow Technik). Zuletzt beschäftigte Masimo über 5.000 Mitarbeiter weltweit.

Masimo in Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2020 meldete Masimo einen Umsatzsprung auf 301 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 31 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn fiel mit 49,3 Mio. US-Dollar oder 85 US-Cent je Aktie höher aus als von Analysten erwartet (81 US-Cent je Aktie).

Masimo konnte im jüngsten Quartal 165.600 Produkte ausliefern (ohne Handheld- und Fingertip-Pulsmesser) – ein Zuwachs von 174 % gegenüber dem Vorjahr. Wachstumstreiber waren dabei auch spezielle Sensoren, die im Rahmen der Covid-19-Behandlung zum Einsatz kommen. Die Lungen-Krankheit führt oft zu einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut, wodurch die akkurate Überwachung der Patienten sehr wichtig ist.

Analysten erwarten, dass Masimo in 2020 erstmals mehr als 1 Mrd. US-Dollar umsetzen und dabei einen Nettogewinn von über 3,0 Dollar je Aktie einfahren wird.

Was ist das Besondere an Masimo?

Masimo hat bereits früh auf die Corona-Krise reagiert und neue Produkte zur Patienten-Überwachung vorgestellt. Mit dem Cloud-basierten SafetyNet- und Root-System war Masimo mit der richtigen Infrastruktur am Start, um die Remote-Überwachung mittels Radius PPG Sensoren von COVID-Patienten zu gewährleisten.

Diese Remote-Überwachungssysteme haben in Corona-Zeiten eine große Bedeutung. Denn dadurch ist es möglich, Patienten auch mit einer gewissen Distanz zu überwachen, so dass die Ansteckungsgefahr von Personal und weiterer Patienten minimiert wird.

Aber auch andere Themen ist Masimo inzwischen angegangen. In den USA war in den letzten Jahren die hohe Abhängigkeit von Schmerzmitteln (Opiate) ein Problem. Mit Bridge hat Masimo ein Produkt auf den Markt gebracht, das die Symptome beim Absetzen von Opiaten mindert. Zudem ist Masimo mit Masimo Sleep auch in den Markt für Schlaf-Überwachung und damit in den Wellness-Markt eingestiegen.

Fazit: Masimo rüstet sich für weiteres Wachstum

Masimo hat in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass man solide aufgestellt und stets die Patienten-Sicherheit im Auge hat.

Masimo hat in gewisser Weise von der Corona-Pandemie profitiert, da man frühzeitig mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit am Start war. Anleger sollten das Unternehmen aber nicht an diesem einen Trend messen. Denn Masimo hat für Anleger viel mehr zu bieten.

Bei Sensoren ist es wichtig, dass diese eine hohe Sensitivität, aber auch eine hohe Genauigkeit zeigen, damit Fehl-Alarme vermieden werden. Und genau da kann Masimo gegenüber konkurrierenden Produkten punkten.

Da die Patienten-Betreuung immer mehr von Zuhause erfolgt, wo sich ältere Patienten in einer gewohnten Umgebung aufhalten, werden Remote-Überwachungssysteme immer wichtiger. Dieser langfristige Trend verspricht weiteres Wachstum für das US-Unternehmen. Masimo hat zudem den Beweis erbracht, dass eine ständige Überwachung der Hämoglobin-Werte wichtig sein kann, um die Notwendigkeit von Bluttransfusionen zu reduzieren.

Kurzum: Die Masimo Aktie ist vor allem für jene Anleger interessant, die ihr Depot mit einem profitablen und soliden Medizintechnik-Unternehmen ergänzen wollen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands