Mastercard oder Visa: Welche Kreditkarte bietet mehr Vorteile?

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Visa und Mastercard teilen sich 90 % des deutschen Marktes und sind weitgehend ähnlich. Doch es gibt einige Punkte, die zu beachten sind. (Foto: Valeri Potapova / Shutterstock.com)

Wer neben der „normalen“ Bankkarte eine weitere Möglichkeit sucht, weltweit bargeldlos zu zahlen, Beträge abzuheben oder im Internet zu shoppen, der kommt kaum an einer Kreditkarte vorbei. Und hierbei sind es Mastercard und Visa, die den Löwenanteil bei dieser Form des Bezahlens unter sich ausmachen.

Um es vorweg zu nehmen:  Mastercard und  Visa funktionieren technisch identisch und bieten zudem auch die gleichen Möglichkeiten. Die Unterschiede liegen in den Bedingungen, zu denen Kunden die Kreditkarte benutzen können und die von dem ausgebenden Geldinstitut (Lizenznehmer der jeweiligen Kreditkartengesellschaft) abhängig sind.

Teilweise variieren die Gebühren erheblich. Die Jahresgebühr, die von der jeweiligen Bank bestimmt wird, ist unabhängig davon, ob es sich bei der Kreditkartengesellschaft um Visa und Mastercard dreht. Bei den zusätzlichen Leistungen entscheidet ebenfalls die Bank.

Mastercard oder Visa: Welche Kreditkarte ist die Richtige?

Verbraucher sollten sich, wenn sie vor der Qual der Wahl stehen, statt nach Unterschieden zwischen Visa und Mastercard zu suchen lieber auf die geeignete Art der Kreditkarte konzentrieren:

Prepaid-Kreditkarte: Wer mit einer Prepaid-Kreditkarte bezahlen oder Geld abheben möchte, müssen Sie zuerst Guthaben auf das Kreditkartenkonto einzahlen. Die Gebühren der Vorkasse-Karten sind kompliziert und meist recht hoch. Aus diesem Grund eignet sich diese Variante am ehesten bei einer schlechten Schufa-Bewertung oder für einen Jugendlichen.

Gratis Kreditkarte: Wie der Name schon sagt, zahlen Verbraucher für eine kostenlose Kreditkarte keine Jahresgebühr. Normalerweise gehören Zusatzleistungen wie Bonusprogramme oder Versicherungen nicht zum Angebot.

Gold- oder Platinkarten: Bei dieser Form der Kreditkarte gibt es die meisten Zusatzleistungen. Kunden erhalten bestimmte Services wie Rabattsysteme, einen besonderen Versicherungsschutz oder Zugänge zu VIP-Bereichen über die eigentlichen Funktionen hinaus. Allerdings erheben die Banken dafür auch hohe Gebühren. Wer hierzu tendiert, sollte vorher genau prüfen, ob er diese Zusatzleistungen wirklich benötigt.

Alternativen zu Mastercard und Visa: Alternativen zu Mastercard und Visa sind American Express und Diners Club, bei denen Verbraucher auch direkt Kreditkarten-Verträge abschließen können. Allerdings weisen Visa und Mastercard den größten Verbreitungsgrad auf: Visa wird weltweit bei etwa 24 Millionen Stellen akzeptiert, in Deutschland sind es allein rund 500.000. Mastercard kommt sogar auf ca. 35 Millionen Stellen, davon hierzulande rund 450.000. Mastercard und Visa sind jeweils in mehr als 200 Ländern rund um den Globus vertreten.

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Für die meisten Verbraucher ist die kostenlose Kreditkarte die empfehlenswerteste Variante. Als Anbieter dieser günstigen Form des Bezahlens kommen zum Beispiel die Banco Santander, die Consorsbank sowie die DKB in Frage.

Da diese letzt genannten Optionen allesamt Visa-Karten sind, bietet sich also unter diesem Gesichtspunkt eher Visa als Master an. Es ist aber zu empfehlen, die konkreten Angebote der bevorzugten Banksen zu vergleichen, um die richtige Karte für sich zu finden.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.