Medien und Regierung als Teil der verhassten Elite

Es macht einem wirklich Angst – Angst, wie die Eliten aus Politik und Medien das Vertrauen der Menschen in nur […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Es macht einem wirklich Angst – Angst, wie die Eliten aus Politik und Medien das Vertrauen der Menschen in nur wenigen Jahren verspielt haben.

Denn noch nie war der Vertrauens-Verlust der Bürger so groß wie heute. In unserer Artikel-Reihe haben wir Ihnen aufgezeigt, wie dieses aussieht:

  • 53% sind davon überzeugt, dass das System gescheitert ist.
  • 32% wissen nicht, was sie davon halten sollen.
  • Und nur 15% meinen, dass es funktioniert.
  • Nur noch 45% der „breiten Masse“ und 60% der informierten Bevölkerung vertrauem den Institutionen.
  • Konkret haben nur noch 41% der Befragten Vertrauen in die jeweilige Regierung.

Medien als Teil der verhassten Eliten

Auch den herkömmlichen Nachrichten-Medien vertrauen immer weniger Menschen: nur noch 43%.

Den Grund dafür haben wir Ihnen ebenfalls genannt: Die Menschen sehen in ihnen einen Teil der verhassten Elite.

Tatsächlich haben die klassischen Medien ausgedient und v. a. ihre gesellschaftliche Kontroll-Funktion im Sinne einer 4. Gewalt verloren.

Das ist das tatsächlich Erschreckende.

Über diese Bürger-Ängste reden die Politiker nicht gerne

Die Umfrage des Edelman Trust Barometers vom Herbst 2016, bei der mehr als 33.000 Bürger in 28 Staaten befragt wurden, bringt aauch zutage, vor was sich die Bürger tatsächlich fürchten:

  • 40% vor der Korruption,
  • 28% vor der Einwanderung,
  • 27% vor der Globalisierung
  • und 22% vor der Innovations-Geschwindigkeit.

Vor allen Dingen sorgt sich die Mehrheit der Menschen darum, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Protektionismus vor Globalisierung

Aus Angst vor einem Jobverlust halten die Befragten genau das für richtig, was z. B. der neue US-Präsident Donald Trump in seinem Land macht:

die heimische Wirtschaft durch Protektionismus zu schützen.

Hätten Sie das gedacht?

Gemeint ist damit, Handels-Hemmnisse zu schaffen, um ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Zölle,
  • Einfuhr-Beschränkungen,
  • Import-Quoten
  • und Subventionen.

Besorgniserregende Zahlen und eine Warnung

Wenn man Politiker wäre, würden einen diese Zahlen mehr als besorgt machen. Denn die Bürger scheinen von Furcht und Misstrauen geradezu zerfressen zu sein.

Zweifellos sind daran Politik und Medien selbst schuld.

Doch Achtung:

Wer der Demokratie nicht mehr vertraut, ist noch anfälliger für diverse Ängste, die von Populisten vom linken oder rechten Rand ausgenutzt werden können! Und das ist gefährlich!

Aber noch etwas: Die Studie ist ein geradezu staatenübergreifender Hilferuf der Bürger – ein Warnschuss vor den Bug; vielleicht sogar der letzte…

Damit die Demokratie funktioniert…

Zum Schluss noch etwas Positives: Selbst wenn die Menschen den Regierungen nicht mehr vertrauen, hoffen Sie doch auf den Schutz durch den Staat.

Vielleicht sollte die Politik genau da ansetzen, um das Vertrauen ihrer Wähler wieder zurückzubekommen.

Denn nur so können eine Gesellschaft und eine Demokratie funktionieren.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.