Merck kann neuen Wachstumsmotor vorweisen – Zukunft gesichert?

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Die Aktie des Pharmakonzerns Merck & Co klettert auf ein neues Jahreshoch - ist da noch mehr drin? (Foto: Atmosphere1 / shutterstock.com)

Die Aktien der Merck & Co gehören mit einem Kursplus von rund 40 % zu den erfolgreichsten Pharma-Aktien in diesem Jahr. Nur die Aktien des Pharma-Spezialisten Eli Lilly können mit einem Kursplus von 40 % mithalten.

Viele Anleger fragen sich nun, was die Gründe für den rasanten Kursanstieg der Merck-Aktie sind und ob der Höhenflug weitergeht?

Keytruda bleibt Wachstumstreiber

Merck hat im vergangenen dritten Quartal 2018 seinen Umsatz auf 10,8 Mrd. US-$ steigern können, nach Einnahmen von 10,3 Mrd. US-$ im Jahr vorher. Der bereinigte Nettogewinn kletterte auf 1,18 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 1,11 Dollar je Anteilsschein im Jahr vorher.

Erneut war das Krebsmittel Keytruda (Wirkstoff: Pembrolizumab) einer der wichtigsten Wachstumsträger im Konzern. Das Krebsmedikament, das zur neuen Klasse der Immuntherapien gehört, steuerte rund 1,89 Mrd. US-$ bzw. etwa 18 % des Pharma-Umsatzes bei – nach einem Wachstum von 80 %. Analysten schätzen, dass Keytruda allein in den ersten 9 Monaten des Jahres 2018 mehr als 5,0 Mrd. US-$ in die Kassen von Merck & Co gespült hat.

Keytruda für weitere Indikationen zugelassen

Das Ende der Fahnenstange dürfte für Keytruda noch lange nicht erreicht sein, zumal das Krebsmittel bislang in mehr als 10 Indikationen zugelassen ist. Erst jüngst hat Merck von der US-Gesundheitsbehörde FDA grünes Licht für den Einsatz von Keytruda bei der Behandlung des hepatozelluläres Karzinom (HCC) erhalten – HCC ist eine der am weitesten verbreiteten Formen von Leberkrebs.

Außerdem wurde Keytruda im Oktober als Erstlinien-Therapie für die Behandlung von Lungenkrebs (NSCLC) in Kombination mit anderen Therapien zugelassen. Für Merck & Co ist dies ein großer Schritt nach vorn, erweitert Keytruda damit den adressierbaren Markt. Glaubt man einer Studie von MarketResearchFuture dürfte der Markt für Lungenkrebs-Therapien von 15 Mrd. US-$ in 2016 auf 37 Mrd. US-$ im Jahr 2023 wachsen.

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Merck kann neuen Wachstumsmotor vorweisen

Ein weiterer großer Wachstumsmotor war Gardasil, ein Impfstoff gegen Humane Papillomviren (HPV). Diese Vieren werden für verschiedene Krebsarten mitverantwortlich gemacht. Bei Gardasil wuchsen die Umsätze um 55 % gegenüber dem Vorjahr auf 1,05 Mrd. US-$, nachdem Merck & Co das Medikament auch in China an den Start brachte.

Analysten schätzen, dass Gardasil allein in 2018 mehr als 3,0 Mrd. US-$ in die Kassen von Merck & Co spülen wird.

Fazit: Merck bleibt auf Wachstumskurs

Merck & Co gehört mit einem Umsatz von über 40 Mrd. US-$ in 2017 mit zu den größten Pharmaunternehmen der Welt. Mit Gardasil hat Merck & Co einen weiteren Wachstumsmotor am Start, der das Krebsmittel Keytruda gut ergänzt. Keytruda dürfte für Merck & Co auch in den nächsten Jahren noch Wachstum generieren, zumal noch weitere Indikationen winken, in denen das Medikament möglicherweise eingesetzt werden kann.

Keytruda aktiviert das körpereigene Immunsystem, um Krebszellen zu bekämpfen. Der Ansatz von Keytruda hat Merck zu einem der Top-Player im Bereich der Immuntherapien gemacht. Analysten schätzen den Marktanteil von Merck & Co in den USA in diesen speziellen Markt (Immuntherapien) auf 40 %.

Sollte Merck seinen Marktanteil in diesem Markt in den kommenden Jahren verteidigen können, sehen die Analysten (BMO Capital) potenzielle Keytruda-Umsätze von 7,4 bis 9,4 Mrd. US-$ im Jahr 2030.

Für Merck-Anleger bedeutet der Erfolg von Keytruda und Gardasil ein gewisses Maß an Sicherheit und die Aussicht auf stabile Einnahmen in den nächsten Jahren. Analysten gehen davon aus, dass Merck auch in den nächsten Jahren weiter im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen wird – damit ist die Merck-Aktie auch für defensiv orientierte Anleger interessant.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands