Microsoft-Chef verkauft Aktien – geht auch der Erfolg?

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Microsoft-Chef Satya Nadella hat Aktien im großen Stil verkauft. Ende der Erfolgsstory oder der Aufbruch in eine neue Ära? (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Microsoft-Chef Satya Nadella hat erst jüngst nahezu ein Drittel seiner gesamten Microsoft-Aktien verkauft und damit 35 Mio. US-$ eingestrichen. Insgesamt verkaufte der Manager 328.000 Microsoft-Aktien in mehreren Tranchen zu Kursen zwischen 109 und 110 US-$.

Viele Anleger fragen natürlich nach den Motiven für den Aktienverkauf, schließlich können Insider-Verkäufe ein Indiz dafür sein, dass eine Aktie überbewertet ist. Auch in diesem Fall liegt diese Frage auf der Hand, legte die Microsoft-Aktie in diesem Jahr bereits um über 30 % zu, auf 5-Jahressicht ergibt sich sogar ein Kursplus von über 240 %.

Microsoft-Chef hält nach wie vor großes Aktienpaket

Doch Microsoft-Lenker Satya Nadella winkt ab und stellt dann auch sehr schnell klar, dass es sich bei diesem Aktienverkauf nur um eine persönliche Finanzplanung handelt. Der Aktienverkauf hat nichts mit den Zukunftsaussichten von Microsoft zu tun, heißt es bei Microsoft. Nadella hält auch weiterhin 778.596 Microsoft-Aktien und damit mehr, als vom Verwaltungsrat gefordert wird.

Vielmehr sieht Nadella weiterhin eine große Zukunft für das weltgrößte Softwarehaus. Der Microsoft-Manager verweist dabei insbesondere auf das intelligente Zeitalter, in dem wir heute leben. Inzwischen befindet sich in einem Auto mehr Computerleistung, als vor wenigen Jahren noch in einem ganzen Datenzentrum – diesen Umstand will auch Microsoft für sich nutzen, um weiter zu wachsen.

Wie Microsoft künstliche Intelligenz nutzt, um eine neue Industrie zu erobern

Mit seiner intelligenten Cloud rund um Azure ist Microsoft bereits dick im Geschäft und erwirtschaftete Milliardenumsätze. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, hat sich Microsoft zuletzt weiter durch Übernahmen im Sektor künstliche Intelligenz (KI) verstärkt.

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So wurde erst vor kurzem das in San Francisco ansässige KI-Start-up Lobe von Microsoft übernommen. In diesem Jahr wurde bereits das KI-Start-up Bonsai aufgekauft, im Vorjahr wurde der KI-Spezialist Maluuba übernommen. Die gezielten Übernahmen sollen die Artificial Intelligence und Research Group ergänzen, die Microsoft in 2016 gegründet hat. Die Sparte wurde zunächst mit 5.000 Computerwissenschaftlern und Software-Ingenieuren ausgestattet, inzwischen ist die Zahl auf über 8.000 gewachsen.

Die Einheit soll vor allem künstliche Intelligenz (KI) für die vier Kernbereiche von Microsoft entwickeln: Den Digital-Assistenten Cortana, die Büroanwendung Office 365, die Cloud Computing Infrastruktur Azure und den Servicebereich.

Künstliche Intelligenz (KI) als großer Wachstumsmarkt

Das Ziel ist klar: Microsoft will sich ein großes Stück vom Wachstumsmarkt künstliche Intelligenz (KI) abschneiden. Glaubt man den Prognosen der Marktforscher aus dem Hause Gartner, dürfte bis zum Jahr 2022 bis zu 3,9 Billionen US-$ an Wert durch künstliche Intelligenz (KI) gestützte Services generiert werden.

Fazit: Microsoft entwickelt sich immer mehr auch zum KI-Giganten

Die jüngsten Zukäufe sind ein Beleg dafür, dass sich Microsoft keinesfalls mit den erreichten Meilensteinen in der Cloud zufriedengibt. Vielmehr will der US-Softwarekonzern seine Kompetenzen und Ressourcen im Bereich künstliche Intelligenz (KI) dazu nutzen, um weiter überproportional zu wachsen. Daher dürfte der Aktienverkauf von Firmen-Chef Satya Nadella nur kosmetischer Natur sein und nicht das Ende des Wachstumskurses von Microsoft bedeuten.

Vielmehr können Anleger erwarten, dass Microsoft weiterhin viel Geld (auch in Form von Übernahmen) in den Bereich künstliche Intelligenz (KI) investieren wird, um sich einen Spitzenplatz in der Welt zu sichern, wenn es um die Automatisierung von Software, Fabriken und Fahrzeugen durch selbstlernende Softwaresysteme geht. Microsoft ist und bleibt daher für viele Anleger interessant, die langfristig einen starken Software-Titel in ihrem Depot haben wollen.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands