Milliardenfusion: Cloudera und Hortonworks gehen zusammen

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Cloudera und Hortonworks schließen sich in einer Milliardenfusion zusammen - Was erwartet Anleger für die Zukunft? (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Paukenschlag an der Wall Street: Die beiden Big Data Rivalen Cloudera und Hortonworks schließen sich im Rahmen einer 5,2 Mrd. US-$ schweren Fusion zusammen. Damit soll der weltweit führende Anbieter bei der Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen (Big Data) entstehen.

Zur Erinnerung: Hortonworks und Cloudera versuchen die quelloffene Hadoop Softwareumgebung kommerziell zu vermarkten und bieten Firmen darüber hinaus gehende Services an, um Hadoop zu nutzen. Unternehmen können diese Software dazu nutzen, um große Datenmengen zu speichern, zu verarbeiten und zu analysieren.

Im Zuge der Fusionsankündigung schossen die Aktien beider Unternehmen um jeweils mehr als 20 % nach oben. Doch was erwartet Anleger in der Zukunft? Dazu ein kurzer Blick auf die Transaktion:

Cloudera und Hortonworks fusionieren – das erwartet Anleger

Die geplante Fusion soll im Rahmen eines Aktientausches abgewickelt werden. Künftig werden Cloudera-Anleger rund 60 % der kombinierten Gesellschaft halten, während den Anlegern von Hortonworks 40 % der Gesellschaft gehören wird.

Konkret sollen Hortonworks-Anleger für eine ausstehende Hortonworks-Aktie 1,305 Aktien von Cloudera erhalten. Dadurch wird die Fusion mit etwa 5,2 Mrd. US-$ bewertet.

Cloudera-Chef Tom Reilly wird das fusionierte Unternehmen künftig als Firmenchef (CEO) leiten, während Hortonworks Chief Operating Officer (COO) Scott Davidson das Tagesgeschäft von Cloudera verantworten wird. Die beiden Firmen gehen davon aus, dass der Deal im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein wird.

Mit diesen Synergieeffekten können Anleger rechnen

Das Management der beiden Firmen nennt vor allem die hohen Synergieeffekte als Motivation für den Zusammenschluss. So werden die beiden Firmen auf einen gemeinsamen Umsatz von 720 Mio. US-$ kommen und zusammen mehr als 2.500 Kunden weltweit betreuen. Insgesamt beziffern die beiden Firmen die Synergie- bzw. Einspareffekte aus dem Deal auf 125 Mio. US-$ pro Jahr.

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Im Kalenderjahr 2020 wollen die beiden Unternehmen einen positiven Cashflow von mehr als 150 Mio. US-$ generieren. Zudem verfügen die beiden Firmen durch den Zusammenschluss über liquide Mittel von dann über 500 Mio. US-$ und sind zudem schuldenfrei.

Fazit: Fusion von Cloudera und Hortonworks soll die Gewinnmargen heben, doch die Konkurrenz ist bereits weiter

Bislang hatten beide Unternehmen Schwierigkeiten, ihre Big Data Lösungen rund um Hadoop zu kommerzialisieren. Zwar konnte Cloudera seinen Umsatz in 2017 auf 261 Mio. US-$ steigern, dabei fiel allerdings noch ein Verlust von 187 Mio. Dollar an. Hortonworks sah sich in 2017 einem operativen Verlust von 199 Mio. Dollar bei einem Umsatz von 262 Mio. Dollar gegenüber.

Aus dieser Sichtweise macht ein Zusammenschluss durchaus Sinn, um die Verluste zu drücken und das kombinierte Unternehmen mit einer optimierten Kostenbasis in die Gewinnzone zu führen. Durch die Fusion dürfte langfristig Mehrwert sowohl für Anleger, als auch für Mitarbeiter und Kunden entstehen, kann das fusionierte Unternehmen sein Angebot erweitern und gleichzeitig mit höheren Gewinnmargen aufwarten.

Diese Erwartungen sind im jüngsten Kurssprung bereits eingepreist, jetzt müssen Cloudera und Hortonworks liefern. Anleger können erwarten, dass das fusionierte Unternehmen seinen Internationalisierungskurs weiter fortsetzen wird. Ferner erwarten Marktbeobachter, dass sich das fusionierte Unternehmen unter Führung von Reilly weiter auf große Firmenkunden konzentrieren wird, um in die Gewinnzone zu gelangen.

Bis es allerdings soweit ist, müssen sich Anleger noch in Geduld üben. Analysten erwarten frühestens im Jahr 2020 den Sprung in die Gewinnzone. Anleger müssen sich daher weiter auf volatile Kursbewegungen einstellen, solange das Unternehmen noch rote Zahlen schreibt.

Außerdem müssen Anleger beachten, dass der Wettbewerb in diesem Sektor zuletzt stark gestiegen ist. Firmen wie Google (BigQuery), Amazon Web Services (AWS), Microsoft (Cosmos) und Snowflake bieten inzwischen schnellere und kostengünstigere Cloud-Lösungen an, um große Datenmengen zu verarbeiten.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands