Milliardengrab Ukraine: Riesige Ausgaben und kein Ende in Sicht

Wieder einmal berichtet die Mainstream-Presse nicht über einen Wirtschaft- und finanzpolitischen Skandal 1. Güte. Und wenn doch, dann tut sie […]

Wieder einmal berichtet die Mainstream-Presse nicht über einen Wirtschaft- und finanzpolitischen Skandal 1. Güte.

Und wenn doch, dann tut sie es nur äußerst zaghaft: Es geht um die Ukraine.

Ukraine außer Rand und Band

Da dieser Skandal auch Ihr Geld, sprich: Steuergelder, betrifft, haben wir uns entschlossen, diesem Thema für Sie auf den Grund zu gehen.

Die schwierigen Verhältnisse in der Ukraine haben sich seit der Annäherung an die EU und die USA durch die Wahl des pro-westlichen Präsidenten Petro Poroschenko nicht verbessert – ganz im Gegenteil:

Nicht nur die sogenannten kleinen Leute auf der Straße haben ihre Probleme, sondern auch die (Finanz-)Wirtschaft.

Die Ukraine und der Zusammenbruch des Finanzsystems

Schon im Januar 2017 zeichnete sich immer mehr ab, dass das Oligarchen-Land gegen den Zusammenbruch des Finanzsystems kämpft.

Offensichtlich stand und steht es kurz vor dem Kollaps; das Geld der Bankkunden vor dem Crash.

Rettung durch Verstaatlichung

So blieb der ukrainischen Regierung unter Präsident Petro Poroschenko nichts anderes übrig als die größte Bank des Landes, die PrivatBank mit ihren über 20 Mio. Kunden, durch eine Verstaatlichung zu retten.

Das Finanzinstitut verwaltet etwa 33% der Spareinlagen in der Ukraine. Sein Bankrott hätte eine Katastrophe ausgelöst.

Doch die Rettung der PrivatBank ist teuer, kostet sie doch mindestens 4,5 Mrd. US-Dollar, wie die Opposition kritisiert.

Kampf der Titanen: Poroschenko versus Kolomoiskij

Die PrivatBank gehörte dem Milliardär Igor Kolomoiskij. Der Oligarch steht nun unter Korruptions-Verdacht. Er ist wohl der größte Rivale von Präsident Poroschenko.

So forderte die ukrainische Zentralbank Kolomoiskij angesichts des bevorstehenden Desasters dazu auf, seine Bank mit mehreren Milliarden Dollar zu rekapitalisieren.

Doch dem kam er nicht nach – ganz im Gegenteil: Er verurteilte die Verstaatlichung als feindliche Übernahme.

Über diese Hintergründe müssen Sie Bescheid wissen

Kenner der ukrainischen Wirtschafts- und Finanz-Politik munkeln hinter verschlossenen Türen, dass die PrivatBank durch faule Insider-Kredite in eine Schieflage gebracht wurde.

Demnach sollen ausgerechnet an jene Unternehmen hohe Kredite vergeben worden sein, die auch von Kolomoiskij kontrolliert werden.

Dabei sei – und jetzt wird’s nicht nur spannend, sondern auch kriminell – eine Rückzahlung nicht vorgesehen gewesen.

Kurz vor dem Kollaps

Nach Bekanntwerden dieser Vorwürfe brachen die Aktienkurse der PrivatBank im November 2016 um über 50% ein; ein gigantisches Finanzloch von über 5,5 Mrd. Dollar tat sich auf.

Die ukrainische Notenbank sah sich gezwungen zu erklären, das Institut notfalls mit Liquidität zu versorgen.

Und: Nennenswerte Auswirkungen auf den Währungsmarkt und die Inflation erwarte man durch die Verstaatlichung aber nicht.

Politische Auswirkungen der Verstaatlichung

Dass dies eine Fehleinschätzung der Zentralbank oder gezielte Fake News waren, zeigte sich schnell.

Denn natürlich hatte die Verstaatlichung der PrivatBank politische Auswirkungen – und zwar massive…

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.