Mit ausgewählten Dividenden-Aktien die Börsengewinne spürbar steigern

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3 Kriterien um die besten Dividenden-Werte auszuwählen: die Ausschüttungsquote, die Dividendenhistorie und die Gewinnentwicklung des Unternehmens. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Neue Statistiken zeigen, dass die Dividenden in den vergangenen knapp 100 Jahren für rund 40% der Gewinne des wichtigsten amerikanischen Aktienindices, des S&P 500, verantwortlich waren (für den USAktienmarkt gibt es die beste Datenbasis, daher beziehen sich fast alle großen Aktien-Studien auf den US-Markt).

Wie wichtig die Dividenden für Ihre Börsengewinne sind, zeigt eine weitere Studie. Gemäß einer Berechnung von Ned Davis Research, erzielten Aktien aus dem S&P 500 zwischen 1972 und 2012 einen Wertzuwachs von 6,94% pro Jahr.

Die Aktien aus dem S&P 500, die eine Dividende ausgeschüttet haben, schafften im gleichen Zeitraum eine Performance von 8,67% pro Jahr. Unternehmen, die ihre Dividende regelmäßig erhöhen bzw. erstmalig mit der Zahlung einer Dividende starteten, schafften im Schnitt sogar einen Gewinn von 9,48% pro Jahr!

So berechnen Sie die Dividenden-Rendite

Die wichtigste Kennzahl in Bezug auf die Ausschüttungen einer Aktiengesellschaft ist die Dividenden-Rendite. Die Rechenformel ist einfach:

Dividende

—————– x 100 = Dividenden-Rendite

Aktienkurs

Die Dividenden-Rendite können Sie als „Zinssatz“ betrachten, den Ihr Aktieninvestment abwirft. Dieser Zinssatz ändert sich allerdings andauernd, weil sowohl die Dividende variabel ist als auch der Aktienkurs (wenn Sie die Aktie bereits gekauft haben, ist für die Berechnung allerdings nicht der aktuelle Kurs relevant, sondern Ihr Einstiegskurs).

Die einfache Auswahlformel, „je höher die Dividenden-Rendite, desto besser“, gilt leider nicht. Eine Aktie sollten Sie niemals nur anhand der Dividenden-Rendite auswählen. Sonst bestehen gleich zwei Gefahren:

1. Sie wählen ausgerechnet diejenigen Aktien aus, deren Aktienkurse im Keller sind. Denn nicht nur eine hohe Dividendenzahlung sorgt für eine hohe Dividenden-Rendite, sondern auch ein niedriger Kurs (siehe Formel: der Aktienkurs steht im Nenner).

2. Sie suchen womöglich Unternehmen aus, deren großzügige Dividendenzahlungen zulasten der eigenen Investitionen gehen. Wenn der ganze Gewinn an die Aktionäre ausgeschüttet wird, bleibt nichts übrig für dringend nötige Investitionen. Aktiengesellschaften mit einer solchen Ausschüttungspolitik wirtschaften nicht nachhaltig und verschenken Wachstumspotenzial.

Negativbeispiele waren in den vergangenen Jahren einige Telekom-Unternehmen, die zu viel Geld ausgeschüttet und Investitionen vernachlässigt haben. Um die besten Dividenden-Werte auszuwählen, sollten Sie deshalb drei weitere Kriterien hinzuziehen, nämlich a) die Ausschüttungsquote, b) die Dividendenhistorie und c) die Gewinnentwicklung des jeweiligen Unternehmens.

a) Ausschüttungsquote: Welcher Gewinnanteil wird ausgeschüttet?

Die Ausschüttungsquote ist einfach zu verstehen: Es handelt sich dabei um den prozentualen Anteil der ausgeschütteten Dividendensumme am Unternehmensgewinn. Eine Ausschüttungsquote von 20% bedeutet: 20% des Gewinns landen in Form von Dividenden auf den Konten der Aktionäre (die restlichen 80% bleiben im Unternehmen).

Bei einer Ausschüttungsquote von 50% wird die Hälfte des Gewinns ausgeschüttet, bei einer Ausschüttungsquote von 100% wird alles ausgeschüttet. Wenn ein Unternehmen 50% der Gewinne in Form von Dividenden ausschüttet und 50% für spätere Investitionen zurückhält, ist das eine gute und ausgewogene Quote. Ausnahmen kann es zum Beispiel geben, wenn ein Unternehmen über einen sehr hohen Kassenbestand verfügt. Dann darf die Ausschüttungsquote auch höher sein.

b) Dividendenhistorie: Wie stetig und regelmäßig waren die Ausschüttungen bisher?

Dividendenaktien mit hohen und stetigen Ausschüttungen sind in der Regel eher defensive Titel wie Nestlé, BAT oder Coca-Cola. Wir als Aktionäre legen bei diesen Geschäftsmodellen weniger Wert auf hohe Wachstumsraten und stattdessen mehr Wert auf möglichst stetige, regelmäßige Ausschüttungen.

Die Regelmäßigkeit der Dividenden und ihr stetiges Wachstum sagen viel über die Qualität eines Unternehmens aus. Sie müssen bei der Betrachtung der Dividendenhistorie auch wissen, ob es sich beim jeweiligen Unternehmen um einen zyklischen (also von der Konjunktur abhängigen) oder um einen nicht-zyklischen (also weitgehend von der Konjunktur unabhängigen) Wert handelt.

Bei zyklischen Aktien aus Branchen wie Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau oder Chemie kann die Dividende schwanken oder ausbleiben. Das ist ganz normal. Bei nicht-zyklischen Aktien sollte das nicht der Fall sein.

c) Gewinnentwicklung: Wo geht die Reise hin?

Die Dividenden mögen noch so attraktiv sein – investieren Sie nicht in Unternehmen ohne Aussicht auf steigende Gewinne. Die klassische Gewinngröße ist der Jahresüberschuss. Dieser lässt sich allerdings leicht manipulieren, außerdem sind darin viele Einnahmen enthalten, die gar nicht auf das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens zurückgehen.

Beispielsweise steigern Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen, von firmeneigenen Immobilien oder von Produktionsstätten einmalig den Gewinn. Deshalb betrachte ich bei der Aktienauswahl zusätzlich den operativen Cashflow. Diese Kennzahl verrät uns, welche Mittelzuflüsse ein Unternehmen im eigentlichen Kerngeschäft verzeichnen kann.

Mit Unternehmen, deren Gewinn über Jahre stagniert oder gar sinkt sollten Sie vorsichtig sein. Denn bei solchen Unternehmen können wir nicht von einem stetigen Wachstum und damit einem langfristigen Anstieg von Aktienkurs und Dividendenzahlungen ausgehen.

Fazit: Regelmäßige Dividenden-Zahlungen und -Erhöhungen sind ein absolutes Qualitätsmerkmal bei Ihrer Auswahl von Aktien. Die ausgeschüttete Dividende sollte jedoch immer auch in Relation zum erwirtschafteten Gewinn gesetzt werden.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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