Mit dem Gebührenhammer gegen das Bankensterben

Wer hätte das noch vor wenigen Jahren gedacht: Immer mehr Banken schließen ihre Tore – und mit Ihnen auch ihre […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Wer hätte das noch vor wenigen Jahren gedacht: Immer mehr Banken schließen ihre Tore – und mit Ihnen auch ihre Filialen.

Sie wissen: Von den 4.000 Geldinstituten, die 1990 existierten, gibt es jetzt nur noch 1.950.

Und auch ihre Filialen sind davon betroffen, die aufgrund von Kostengründen und Restrukturierungen geschlossen werden – und zwar immer mehr.

Dies hat nicht nur dramatische Folgen für die Mitarbeiter und Kunden, sondern auch für die Finanz-Ökonomie eines Landes.

Nachfolgend erklären wir Ihnen, wie sich dies konkret auswirkt:

Mehr Banken – größere Risikostreuung

Trotz des massiven Bankensterbens hierzulande, gibt es laut der Europäischen Zentralbank (EZB) immer noch zu viele Geldhäuser in Deutschland – ist das nicht verrückt?!

Dabei wird ein wichtiger Aspekt vergessen: Aufgrund der Anzahl der Banken in einem Land, verteilt sich auch das Risiko.

So vereinen die deutschen von der EZB beaufsichtigten systemrelevanten Banken lediglich 65% der Gesamt-Aktiva aller Banken im Land. Andernorts in Europa sind es zumeist über 80%.

Wenige Banken bedeuten erhöhtes Risiko

Als Beispiel hierfür kann ich Ihnen unseren Nachbarn Frankreich nennen:

Dort vereinen die 5 größten Banken des Landes 80% der Bilanzsumme des Banken-Sektors (in Deutschland sind es hingegen nur 50%).

Klar ist: Das ist gefährlich, sollte eines (oder sollten mehrere) dieser Geldinstitute in Schwierigkeiten geraten.

Mit dem Gebührenhammer gegen das Bankensterben

Doch nun wehren sich die Geldinstitute gegen ihr Sterben noch auf eine andere Art und Weise: nämlich mit dem Gebührenhammer – und der betrifft unmittelbar Sie selbst.

Den Anfang hierfür machen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken – gerade jene also, die doch, v. a. im ländlichen Bereich, so viel Vertrauen bei ihren Kunden besitzen.

All das ist jedoch nicht in Stein gemeißelt; ganz im Gegenteil.

Flächendeckende Erhöhung von Bankgebühren

Experten prophezeien schon jetzt, dass eine Erhöhung der Bankgebühren bald flächendeckend eingeführt wird.

Der erste Schritt dazu ist, dass das Geldabheben bald überall kostenpflichtig sein wird. Dieser Probeballon macht die Monetarisierung der Bankgebühren hoffähig.

Das Ende der Umsonst-Kultur

Anzeichen dafür gibt es mehr als genug. Sie müssen nur auf das hören, was Top-Banker sagen.

Zwischenzeitlich steht das nicht mehr nur zwischen den Zeilen, sondern wird ganz offen propagiert; das hat Methode.

So bekannte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret im April 2017: „Wir sind am Ende der Umsonst-Kultur“.

Sie wissen, was das heißt: Ein Kostenlos-Banking wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Bedenken Sie dabei auch, dass Dombret nicht irgendein Banker ist – nein, er ist für die Banken-Aufsicht in Deutschland zuständig.

Deshalb hat sein Wort großes Gewicht und wird garantiert von den richtigen Leuten an den richtigen Stellen erhört…

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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